Hey Zussel, hallo! Willkommen zurück! Ich erinnere mich gut an Dich.
Ja warum kommt es zu so Rückfällen... ich hatte ja auch mal einen mitgenommen nach langen Jahren der Rauchfreiheit. Wenn Du mich heute fragen würdest, warum, würde ich auch sagen, ja warum eigentlich. Notwendig war er bestimmt nicht. Der Trugschluß, eine Zigarette würde mich entstressen, gepaart mit der Arroganz, die eine würde mich schon nicht reinreißen... Wenn Du mich heute fragst, würde ich auch sagen, ja... eigentlich hätte ich es besser wissen können. Doch ich denke, in diesem Moment fallen wir einfach nochmal auf kurz aufleuchtende Suchtblitze rein und brauchen die Erfahrung dann auch für unsere dauerhafte Rauchfreiheit. Und schau, ich habe es auch nochmal geschafft, rauchfrei zu werden, und glaube ich bin jetzt mehr durch mit dem Thema Rauchen als ich es jemals zuvor war. Die Chance hast Du jetzt auch. Darum mach jetzt Deinen Frieden damit, nimm den Rückfall als Lerneinheit mit, doch schaue jetzt nach vorn, einverstanden?
Geärgert hat es mich auch in der Zeit, in der ich wieder rauchte, ich fühlte mich genauso mies wie Du, eierte rum und fand den Ausstieg nicht auf Anhieb. Ich kann Dir Deine Emotionen nachfühlen, und deshalb hören sie sich für mich auch nicht irre an. Ich kenne diese Ambivalenz aus eigentlich nicht rauchen wollen aber alles mögliche anstellen und in seinen Gedanken rechtfertigen, um es doch zu tun. Und dann fühlt man sich mies... Damit bist Du nicht allein. Es tut mir leid, daß Du Dich momentan damit rumschlagen mußt, das ist schon eine Belastung, verstehe ich.
Aber ich gebe Dir recht, der einzige Weg, da raus zu kommen, ist aufzuhören. Damit entkommst Du nicht nur der Sucht, sondern auch Deinem schlechten Gefühl. Frage Dich ruhig, wenn Du Gefahr läufst, zu rauchen: Will ich ich jetzt wieder mies fühlen? Und wenn die Antwort nein ist - dann lass es.
Was könntest Du Dir morgens denn gutes tun, um das morgendliche Nichtmehrrauchen geschmeidiger zu gestalten? Alles machen wie bisher, nur statt der Zigarette einen Keks mit zum Kaffee zu nehmen? Oder die Situation komplett umgestalten, den Morgen umorganisieren? Den Kaffee woanders einzunehmen oder mal auf Tee auszuweichen? Für viele ist es gerade morgens die erste Zigarette, die wegzulassen ihnen schwer fällt. Zelebriere dieses Weglassen bewußt, um die alte Verknüpfung im Kopf aufzulösen Zussel. Veränderung hilft dabei.
Würde es Dir vielleicht helfen, am Sonntagabend einen "Abschiedsbrief" an die Zigarette, das Rauchen zu schreiben? Du kannst ihn für Dich schreiben, für uns, egal wie Du willst. Reinschreiben, was Du möchtest. Höflich auf Wiedersehen sagen oder drastische Worte finden, wie es Dir entgegenkommt und wie Du es empfindest. Wäre das ein geeigneter Einstieg in den Ausstieg für Dich?
Ja, ansonsten... was soll ich Dir für Tips geben, Du weißt j,a daß es geht und wie Du erfolgreich aufhören kannst, hast es ja bewiesen. Nun steige erstmal so entspannt wie möglich aus, und wenn Gegenwind bläst, reagieren wir situativ, in Ordnung? Viele hier haben es nach einem Rückfall erneut geschafft - Du wirst es auch.
Freue mich wieder von Dir zu lesen! Erstmal einen entspannten Tag noch, und einen guten Absprung am Montag, wenn wir uns vorher nicht mehr sehen. Herzliche Grüße sendet Dir
Lydia