Hallo Tinkerbell,
das ist eine Ausprägung dessen, was wir immer meinen, wenn wir sagen, dass der Entzug in Wellen verläuft: auf einen Moment der Euphorie, der Überzeugung und des Gefühls der Stärke folgt ein Jammertal, das große Schmachten und Zweifeln und die Annahme, man schaffe das nie. Und das kann von einem Moment auf den anderen wechseln. Ich weiß das kann einen irre machen Tinkerbell, und ich leide mit Dir.
Indes, man kann das aussitzen - auch wenn die Sucht versucht Dir was anderen weiszumachen! Glaube ihr nicht. Lenke Dich ab! Trink ein Glas Wasser (viel trinken ist sowieso eine Empfehlung im Entzug, weil es zum Entgiften beiträgt und Schmachter dämpft). Mach eine Handarbeit (ich erzähle es immer gern, ich wäre in meinen ersten Wochen fast in Loombändern und Papiertulpen ertrunken, so viele hab ich da gebastelt einfach zur Ablenkung - also egal was Du machst! Boshis häkeln, Haferkekse backen, irgendwas...). Mach Musik an und versuch den Text auswendig mitzusingen. Was machst Du gern, was tut Dir gut? Mach das.
Ab wann es besser wird, ist schwer Dir vorauszusagen, da sich jeder Entzug anders gestaltet. Viele sagen, die ersten Tage bis die erste Woche sind am schlimmsten, bevor es dann erstmal besser wird. Die Abstände zwischen den Schmachtern werden länger, dann hast Du mehr Verschnaufpausen, um neue Kraft zu sammeln.
Vielleicht hilft Dir noch dieser Tipp: Wenn der Schmachter bei Dir anklopft, sage Dir, nein, es wird jetzt nicht geraucht. Jetzt nicht. Du gehst nur diesen einen Schritt bis zum nächsten Schmachter, weiter denken wir mal gar nicht. Ist nicht so unübersichtlich, scheint nicht so unüberwindlich, wie wenn Du vor der Vorstellung stehst, Du müsstest es jetzt sofort ganz und für immer schaffen. Nein, in kleinen Schritten denken. Diesen einen Schmachter, den kannst Du aussitzen. (Und wenn Du das bei jedem einzelnen Schmachter so machst, rauchst Du im Endeffekt ja auch nicht mehr.) Ein Schmachter nach dem anderen Tinkerbell. Das ist zu schaffen.
Du schaffst das. Viele Grüsse sendet Dir
Lydia