Hallo Hasenmutter,
nochmals, Du mußt Dir nicht schlecht vorkommen. Die Sucht ist schlecht, Du nicht. Und die läßt uns Dinge tun, die entweder völlig irrational sind oder uns in einem schlechten Gefühl zurücklassen. Und obwohl ich dieses schlechte Gefühl auch kenne (aus eigener Erfahrung raus, habe es Dir ja beschrieben), ist meine Meinung die, daß wir da ganz gewaltig fremdgesteuert waren. Magst Du Dich vielleicht Dienem Mann gegenüber jetzt, mit ein paar Tagen Abstand und fünf neuen Rauchfrei-Tagen, erklären? Ich kenne ihn ja nicht und kann es nicht wirklich einschätzen, aber möglicherweise ist er Dir auch gar nicht böse, wenn Du ihm von der Fremdbestimmung durch die Sucht erzählst und davon, wie schlecht Du Dich damit fühlst und daß Du deshalb jetzt wieder von dem fahrenden Zug abgesprungen bist und es wirklich schaffen willst. Und Du fühlst Dich hinterher möglicherweise besser. Was denkst Du, könnte das ein gangbarer Weg sein?
Es ist definitiv möglich, die Sucht in den Griff zu bekommen und sich damit seine Selbstbestimmung und all die Vorteile, die das Nichtmehrrauchen bringt, zurückzuholen. Schau Dich hier um: viele schaffen es. Lenkst Du Dich ab, trinkst Du genug? Hältst Du Ausgleichsmöglichkeiten bereit, um Dich zu harmonisieren, wenn nötig? Und schließlich: Komm jederzeit her, wenn Du eine Schieflage heraufziehen spürst. Das hat mich auch mehr als einmal in der Spur gehalten. Und Du wirst merken, daß es auch schon phasenweise leichter wird, noch bevor der Entzug, die Entwöhnung gänzlich abgeschlossen ist. Es bleibt nicht so, daß Du ohne Pause dagegenhalten mußt. Da kommen dann auch schon mal Tage, auch mehrere hintereinander, wo es Dir nichts ausmacht, nicht zu rauchen. Diese Zeiten kannst Du nutzen um durchzuatmen und schon mal von der Freiheit und den Gewinnen zu naschen, die Dich erwarten, wenn Du die Entwöhnung durchziehst. Und dann willst Du Dir das auch sichern und nicht mehr drauf verzichten. Und in der übrigen Zeit, in der die Wellen etwas höher schlagen, arbeitest Du mit den bekannten Tricks, ablenken, ausgleichen, Dir Deine Motive vor Augen halten. So kann man die Sucht schon in den Griff bekommen. Auch Du!
Ich wünsche Dir morgen einen tollen Rauchfrei-Tag 5. Laß es Dir gutgehen, wünscht Dir
Lydia