Liebe Simone,
nein bitte nicht in den Allerwertesten beißen. Könnte zu Zerrungen führen. Nein, Scherz beiseite, das steht überhaupt nicht dafür. Ich finde es auch gut, daß Du gleich weitermachst mit dem Ausstieg, Dich nicht von so einem Ausrutscher entmutigen läßt. Das ist die richtige Strategie!
Wie kam es denn eigentlich dazu? Gab es einen Auslöser, einen bestimmten Anlaß, ein Gefühl? War es Schmacht? Überlege Dir doch mal, wie Du dieselbe Situation, wenn sie nochmals auftritt, beim nächsten Mal anders bewältigen könntest. Was könntest Du anders machen, damit es Dir besser geht? Schau mal, der Ausrutscher bringt Dir jetzt diese Erfahrung und die Möglichkeit, es nächstes Mal anders zu machen - das ist doch auch wertvoll, meinst Du nicht? Vielleicht nicht das, was Du Dir erhofft hattest, aber zumindest nicht umsonst. Kannst Du damit leben? Bitte ärgere Dich nicht mehr. Es passiert so vielen...
Kennst Du die 4 A-Tipps bei Schmacht? Aufschieben, ausweichen, abhauen und ablenken? Wenn Du Rauchverlangen verspürst, schiebe es erstmal auf, indem Du sagst, nein, ich möchte jetzt aber nicht rauchen. Dazu könntest Du eine Atemübung machen: atme zehnmal tief für etwa fünf Sekunden lang durch die Nase in den Bauch ein, halte die Luft nochmal etwa genauso lang an, und atme dann acht bis zehn Sekunden sachte durch den Mund aus, als wolltest Du vorsichtig eine Kerze ausblasen. Erfahrungsgemäß ebbt ein Schmachter nach einer halben bis drei Minuten ab - diese Zeit kann man damit überbrücken.
Ausweichen kannst Du dem Rauchverlangen, indem Du Situationen, in denen Du sonst immer geraucht hast, meidest. Dich ihnen gar nicht erst aussetzt. (Z.B. nicht in die Raucherecke in der Arbeit gehst, oder Dir für einen Fußweg, auf dem Du immer geraucht hast, einen Umweg suchst oder das Rad benutzt.) Wenn das nicht geht, so nimm Dir jederzeit die Freiheit, kurz die Raucherszene zu verlassen. Wenn der Druck zu stark wird, flüchte an die frische Luft oder ins Bad und kühle Dir das Gesicht mit Wasser (so bringt man auch eine bis drei Minuten rum) und komm zurück, wenn Du das Verlangen abflauen spürst.
Und lenke Dich ab bei Schmachtern, genau wie Du es beschrieben hast. Kniebeugen, Wasser trinken sind gut. Auch Hobbies oder Handarbeiten. Einen Streßball in der Hand kneten. Oder den Schmachter sofort hier posten! Allein das von der Seele schreiben kann schon helfen (das hat mich auch während meiner Entwöhnung über fiese Attacken getragen)! Was immer Dir einfällt und in der jeweiligen Situation machbar ist.
Diese vier A-Tipps sind in jeder Verlangenssituation ohne Vorbereitung umsetzbar. Versuche doch mal sie zu verinnerlichen, vielleicht hilft es Dir.
Ich finde es stark daß Du gleich wieder angreifst. Mit dieser Einstellung, diesem Willen wirst Du sicher dem Schweinehund auch beikommen, ich zweifle nicht daran. Laß weiterhin von Dir hören. Für heute einen schönen Restsonntag und einen angenehmen Wochenstart wünscht Dir
Lydia