02.06.2015
08:17 Uhrbearbeitet:
02.06.2015
08:20 Uhr
Hallo Renate,
dein post von gestern Abend, hat mich eher verwirrt, als er mir einen klareren Blick ermöglicht hat. Ich hab das für mich mal etwas sacken lassen um dir nun meine Meinung als Außenstehender mitzuteilen.
Da gibt es also vier Personen. 2 Kinder, 4 und 6, sowie deren beiden Eltern, alle leben gemeinsam in einem Haus, mit (Raucher-) Keller und (Raucher-Terasse. Beide Elternteile sind beruftstätig.
Eure Kinder haben beide Elternteile so lange sie -die Kinder - leben, als Raucher wahrgenommen. Sie kennen es also bisher nicht anders, als dass Mama und Papa nach Rauch riechen. Ist das bisher denn soweit richtig?
Jetzt kommt also Renate, die mit dem Rauchen unbedingt aufhören möchte, aus gesundheitlich Gründen und "wegen der Kinder halt", von einem langen anstrengenden Arbeitstag abends nach Hause, hat zurecht mit Stolz einen rauchfreien Tag hinter sich gebracht. Und dann geht diese Frau daheim auf die Terasse, wo der Mann, genüsslich eine rauchend, sitzt.
Entweder ist er ein ignorantes Arschloch ( was ich mich weigere, zu glauben ), oder er weiß überhaupt nichts von deinen Plänen, das Rauchen seit nunmehr 15 Jahren endlich aufgeben zu wollen. Hat womöglich dein Mann das Rauchen auch satt und schon mal an den Ausstieg gedacht?
Reden Paare der Neuzeit eigentlich miteinander über die Dinge, die sie beschäftigen und womöglich belasten? Konkret gefragt: Weiss dein Mann davon, daß du dich rauchfrei durch deinen Arbeitstag beisst? Wenn er es weiß, ist es ein extrem ignorantes Verhalten deines Mannes, falls er es nicht weiß, finde ich sein Verhalten, abends entspannt auf der Terasse zu rauchen, völlig normal.
Kinder mit 4 und 6 Jahren sind durchaus vernunftbegabt und "belastbar", gemeinsam zu viert in einer Art Familienkonferenz mit ihren Eltern ein Gespräch zu führen. Gebt ihnen in einer entspannten Atmosphäre doch einmal Gelegenheit zu erzählen, wie sie es wahrnehmen, wenn ihre Eltern rauchen. Ich bin überzeugt, die eine oder andere Antwort wird euch verwundern, möglicherweise schockieren. Guter Nebeneffekt ist natürlich, daß sie sich ernstgenommen fühlen können, weil ihre Meinung gefragt ist.
Vorab ist natürlich das 4-Augengespräch mit deinem Partner notwendig, damit ihr euch als Eltern GEMEINSAM für so ein Gespräch aufstellt. Wirst nur du aufhören? Werdet ihr gemeinsam aufhören? Über all das solltet ihr im Vorfeld klar sein.
Sucht euch ein Datum aus, an dem das rauchfreie Leben beginnen soll. Zum Beispiel, "am 15. 6. rauchen wir (rauche ich) abends die letzte Zigarette und dann ist Schluss!" Gegenseitige Rücksichtnahme zwingend erforderlich! Falls er also (zunächst) weiterrauchen möchte, ist es wenig zielführend und menschlich einfach unanständig, dich am Abend rauchend auf der Terasse zu begrüssen. Im Keller gehts ja schließlich auch. Frei nach dem Motto: Distanz (vorübergehend) schafft Nähe (dauerhaft).
Kannst du damit etwas anfangen?
Lass uns im Dialog bleiben, liebe Renate. Es liegt mir absolut fern, dir irgendwelche Vorschriften zu machen.
Es ist dein Leben und du bist und bleibst der Chef in deinem Kopf.
Bis hierher erst mal alles Gute für dich und deine kleine Familie.
Meikel