Guten Tag Volker,
heiße Dich auch herzlich willkommen hier und freu mich, daß Du Deinen Weg hierher gefunden hast.
Wir haben hier schon öfters Erfolgsgeschichten von Menschen gelesen, die unter erschwerten Bedingungen das Rauchen aufgehört haben, auch die schon erfolgreich andere Süchte in den Griff bekommen haben. Ich sehe daher für Dich dieselben Erfolgschancen.
Was ich immer gerne anregen mag, wenn sich ein Aufhörer mit medizinischer Vorgeschichte hier vorstellt, ist, den Arzt des Vertrauens mit ins Boot zu holen. Hast Du Hilfe, Begleitung für Deine Depressionen? Ich möchte Dich auf jeden Fall einladen, den Arzt oder Therapeuten Deines Vertrauens mit in die Entwöhnung einzubinden. Das Recht hast Du, es ist absolut legitim und mag Dir eventuell den Ausstieg sogar erleichtern. Auch wenn hier im Forum vielfach Erfahrung mit Depressionen vorliegt, so sind wir doch kein medizinisches oder therapeutisches Forum. Nimm da bitte Deine Begleitung in Anspruch Volker.
Auf Deinem Rauchfrei-Weg begleiten mögen wir Dich indes gern! Was Deine Angst vor Entzugserscheinungen angeht (die übrigens hier auch immer mal wieder thematisiert wird, also damit bist Du nicht allein!): Ich kann mich an keinen Fall erinnern, in dem die Entzugserscheinungen - wenn denn welche auftraten, das tun sie nämlich auch lange nicht bei jedem und nicht in gleicher Intensität - ein tatsächlich lebensbedrohliches Ausmaß angenommen hätten. Natürlich fühlt man sich möglicherweise mal doof während der Entwöhnung, vor allem am Anfang während der Entgiftung. Bei mir waren es Kreislauf- und Blutdruckbeschwerden, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Abgeschlagenheit. Hab ich mir so nicht gewünscht, klar, aber es ging folgenlos vorbei. Also so schlimmes, daß die Entzugserscheinungen an Leib und Gesundheit gehen, hätte ich noch nicht gehört.
Aber auch da kannst Du Dir schon vorab ärztliche Unterstützung sichern Volker: Man kann nämlich notfalls gegen alle Entzugserscheinungen lindernd tätig werden - und sollte es vielleicht sogar, wenn der Aufhörer sie als zu belastend empfindet. Nimm doch den Doc mit auf Deinem Aufhörweg. Ein Grund mehr!
Doch auch Du selber kannst gegen Entzugserscheinungen vorgehen, bist nicht machtlos ausgeliefert. Nur so als kleine Beispiele: gegen leichte Kreislaufbeschwerden hilft Wasser trinken und Traubenzucker, wenn sie Dich sehr ausbremsen, hilft der Arzt. Bei Müdigkeit und Abgespannheit eintweder frische Luft und Orangen oder ganz einach: gönn Dir die Ruhe, die Du brauchst! Mit der Entwöhnung leistest Du ja was, wäre ja kein Wundern, wenn Du da müde sein solltest. Gegen Schlafstörungen Hausmittel wie Entspannungsbad mit Melissenessenzen, Melissen- oder Baldriantee oder - auch hier zum Beispiel! - den Arzt fragen. Also Du bist nie machtlos, nie wehrlos, es gibt immer etwas, das Du tun kannst, jemand, der Dir helfen kann. Du mußt das gar nicht aushalten oder alleine schaffen. Es gibt so viel Hilfen Volker, und Du hast das Recht sie in Anspruch zu nehmen.
Und es gibt ja immer noch die Möglichkeit, daß Entzugserscheinungen gar nicht oder nur in leichter Form auftreten. Die Entwöhnung ist nicht vorhersehbar, es gibt auch unauffällige Entwöhnungen.
Daß man beim Rauchstopp manchmal die Wände hochgehen könnte, ist normal. Das sind dann aber eher Schmachtattacken als körperliche Entzugserscheinungen (und sind im übrigen auch nicht gefährlich, nur unangenehm). Was meinst Du was ich als Aufhörerin hier veranstaltet habe. Habe gejammert, getobt, gewütet, ich glaubte, wenn ich nicht sofort eine Zigarette bekäme, würde ich ausrasten, das Haus einreißen, die Teppiche fressen... diese Gefühle sind hier gut bekannt. Hast Du gewußt, daß so Schmachtattacken längstens 30 Sekunden bis drei Minuten dauern, bis sie abflauen? Man kann in der Zeit auch eine Atemübung machen, Liegestützen, Stimmbildung - aber diese Momente bekommt man rum. Schau mal, viele hier haben hohe Tageszahlen auf ihren Rauchfrei-Zählern: laß Dir das als Beweis dienen, daß es geht. Und Du kannst das auch.
Laß den Gedanken in Dir wachsen Volker, komm gerne jederzeit her, wenn Du Fragen hast oder Dich einfach austauschen möchtest. Und nochmals meine Einladung, Dein medizinisches Fachpersonal ins Boot zu holen. Ich freu mich, wieder von Dir zu lesen! Bis dahin viele liebe Grüße von
Lydia