Hallo an alle ich bin rauchfrei seit ca. 35 Tagen und 21 Stunden.
Davor 17 Jahre lang geraucht, angefangen habe ich mit etwa 22. Der Grund? Ich wollte endlich zu den coolen gehören ?
Naja etwa 92.000 Kippen später gibt’s keine coolen mehr die rauchen, nur noch ich der allein draussen steht, zumindest unter der Woche. Am WE gesellen sich ab und an welche dazu die es wirklich schaffen nur zu Feiern zu rauchen, keine Ahnung wie das geht.
Jedenfalls war mein Grund aufzuhören das ich mir eines Samstags (der 05.04.) ordentlich Alkohol + Räucherwaren gegeben habe. Am Sonntag war der Plan ruhiger zu machen und die Lunge zu schonen, hatte das davor ab und an mal Sonntag geschafft. An diesem Sonntag (der 06.04.) fand ich mich dann um 10 Uhr morgens schon mit der 5. Kippe auf dem Balkon. Damit war klar es gibt gar keine Kontrolle mehr.
Auf der Rückfahrt zu mir hab ich mir dann einen Podcast angehört (iwas mit aufhören in 40 Minuten). Mit dem Podcast habe ich zwar nicht direkt aufgehört aber er hat unter anderen die Frage gestellt warum man denn jemals angefangen hat und ob diese Gründe noch funktionieren, wie oben erwähnt ein klares nein.
Man muss dazu sagen ich habe echt gern geraucht, ich habe auch, Stand jetzt, noch keine körperlichen Probleme, gehe regelmässig joggen und ins Fitness. Aber klar man wird nicht jünger. Eine alte Schulkollegin meinte mal das sie 10 Jahre Rauchen genug findet und es nicht mehr sein sollten, ich hatte nun fast das doppelte. Am Schönsten waren natürlich die Zigaretten, die besondere Momente noch besonderer gemacht haben (machen sollten). Die Zigaretten die man genüsslich gedreht und vorbereitet hat, wenn man eine besondere Nachricht gelesen hat, die man sich gegönnt hat als Belohnung, die man zum Nachdenken genutzt hat. Ich werde sie vermissen, aber es wird tatsächlich besser (und ich bin noch am Anfang).
Ich habe mir noch einen Podcast mit einem Vortrag zum Thema Aufhören angehört und mir schließlich den Timer einer App auf 23:30 gestellt. Kurz davor habe ich noch etwa 3 Zigaretten am Stück geraucht. Den Tabaksbeutel habe ich immernoch.
Mein Plan war eigentlich noch Montag morgens ein paar Nikotinpflaster zu kaufen und dann ins Büro zu gehen. Leider war ich nur etwas spät dran und musste meinen Entzug ohne alle Hilfsmittel starten ? bis auf normale Kaugummis natürlich. Die ersten Tage waren doch anstrengend, im Nachhinein stand ich wohl gefühlt die ganze Zeit etwas neben mir. Ab und zu ein paar Schwindelgefühle inklusive. Eine Ablenkung war aber auch dieses Forum hier und das Mantra das man sich etwas Gutes tut, das Rauchen sinnlos ist, das es Zeit wird. Und wie oft musste ich mir das sagen. Gut war auch die App die ich installiert habe und die mir die Fortschritte anzeigt, die es in den ersten Stunden und Tagen doch zu Hauf gibt. Meinen ArbeitskollegInnen hab ich erstmal nichts gesagt und bin auch regelmässig rausgegangen um frische Luft zu schnappen.
Wann wurde es besser? Wohl tatsächlich nach den 3 Tagen. Als ich wieder frisch gemähtes Gras gerochen habe, seit Essen noch besser schmeckt. Schwindelgefühle hatte ich ca. 3 Wochen, zum Glück nur ab und zu. Schlafstörungen habe ich bis heute, wobei diese besser werden, aber ich wache immer noch regelmässig vor meinem Wecker auf.
Nach 5 Tagen die 1. Herausforderung mit Alkohol. Zum Glück mit einem Kumpel der nicht raucht. Ich wollte mich dem Stellen und es hat geklappt. Nach und nach ist es auch mehr Leuten aufgefallen das ich nicht mehr rauche, alle haben sich gefreut ?
Am Härtesten war der Samstag vor 2 Wochen. Das 1. Mal in einem Club, mit Gelegenheits- und Immer Rauchern. Irgendwann hatte ich eine Papierzigarette im Mund, das hat wirklich geholfen. Das Gras abends hab ich dann pur geraucht ^^
Offiziell ist der Tabak nun komplett aus dem Körper verschwunden. Beim Joggen hatte ich zuletzt das Gefühl einen extra Gang zu haben den ich noch einlegen kann.
Gestern dachte ich mit Rauchen aufzuhören war das Beste was ich seit sehr langer Zeit gemacht habe. Heute Morgen hatte ich zum Kaffee wieder Lust eine zu Rauchen. Es bleibt also spannend.