Im strömenden Regen
Heute
Ich fahre auf den Parkplatz.
Die Schule meines jüngsten Sohnes ist ganz in der Nähe.
Alles was zu erledigen war ist getan . Deshalb bin ich zu früh.
Es regnet in Strömen.
Meine Gedanken schweifen umher.
Mein Sohn wird meckern das er im Regen zu mir laufen muss und ich hab ein bisschen Mitleid.
Es regnet wirklich stark.
Ich bin froh im trocknen Auto warten zu können.
Heute steht Ergotherapie auf dem Plan , deshalb hole ich ihn ab. Die Zeit wäre sonst zu knapp.
Ich schaue nach draußen.
Da stehen sie, zwei Mütter, beisammen und rauchen.
Schon oft hab ich sie gesehen, denn seit ich nicht mehr rauche fallen mir Raucher und Raucherinnen mehr auf.
Mein erster Gedanke : "zum Glück muss ich da nicht mehr stehen"
Ich nutze die Gelegenheit um sie unbemerkt zu beobachten.
Hektisch zieht die eine Mutter an ihrer Zigarette und kaum ist der Rauch eingeatmet verlässt er auch schon wieder ihrer Lungen.
Die andere inhaliert weniger sie ist am sprechen und ihre Hände sind ständig
in Bewegung.
Während ich die beiden so betrachte merke ich, dass sich in mir etwas verändert.
Es es nicht so, dass ich gerne bei ihnen Stehen und auch rauchen möchte aber dennoch spüre ich tief in mir ein Verlangen.
Dieses Verlangen ist nur die Sucht
das weiß ich,
sie schlummert in mir und wird auch nie ganz weg gehen
auch das weiß ich.
Aber ich kann sie beherrschen und daran glaube ich.
Schnell wende ich den Blick ab.
Ich atme einmal tief ein und aus.
Da öffnet sich die Autotür, mein Sohn steigt ein.
"Wie wars in der Schule?" frage ich.
Ohne nochmal nach den Müttern zu schauen fahre ich los.
Das Verlangen ist weg.