Gerne möchte ich mit meiner Geschichte zu Deiner Spurensuche beitragen,liebe Heike, also :
Als ich klein war (Baujahr 1965) , war ich umgeben von Rauchern. Oma rauchte Zigaretten , Opa rauchte Zigarren oder Zigarillos, meine Eltern rauchten, meine Tante, und wenn Gäste kamen, haben die ebenfalls geraucht. Das war normal. Erwachsene rauchen, das war also für mich eine Tatsache, und noch nicht genug damit, für mich war rauchen gleichbedeutend mit Erwachsen sein. Ich konnte es nicht erwarten. Natürlich wurde mir gesagt, dass das nicht gut für Kinder ist, also wollte ich das dringend umso mehr machen. Ich habe den Geruch von frischem Rauch gern gehabt, vielleicht habe ich ihn mit Feste feiern und Fröhlichkeit verbunden?
Meine Oma wusste genau, welche Marken ihre Gäste rauchen, zu ihrem Verständnis von Gastfreundschaft gehörte es, für jeden Gast ein Päckchen der bevorzugten Marke parat zu haben.
Ich wollte also unbedingt rauchen, meine Eltern wollten das verhindern. Mit einem Trick ist das auch gelungen, bis ich 15 war: Mir wurde als Kind gern übel im Auto, da hat man mir versprochen, dass ich zur Belohnung eine rauchen darf, wenn ich die bevorstehende stundenlange Autofahrt überstehe, ohne in Muttis Stiefel zu kotzen. Ich war 6 und habe die Wette gewonnen. Sofort nach dem ersten Paff hing ich über der Schüssel und habe geschworen, erst wieder mit 16 zu rauchen.:vomit:
Mit 10 oder so gab es die eine oder andere Mutprobe, wo wir in den Fluss-Auen Teufelsstrick geraucht haben, grässlich war das.
Mit 13 oder 14 hab ich sogar einen echt engagierten Artikel für die Schülerzeitung geschrieben - gegen das Rauchen! Da hatte ich noch Hirn zwischen den Ohren. :roll:
Mit 15, da gab es in der Schule 2 Gruppen, die einen waren brave Mädels mit Faltenröcken und karierten Strümpfen, genannt Gänseclub, und es gab die coolen, rebellischen, die "echt gute" Musik hörten, Gitarre spielten statt Flöte, politisch waren, Klamotten vom Flohmarkt trugen und rauchten. Das gehörte dazu. Ich gehörte auch dazu. Ich war cool. Um das richtig professionell zu machen mit dem Rauchen, habe ich zusammen mit meiner Freundin geübt. Wir haben uns Tabak und Papers besorgt, sie hat bei mir übernachtet und wir haben die halbe Nacht Drehen geübt. Das war dann obercool.
Rauchen auf Lunge musste ich auch üben, dagegen hatte mein kluger Körper sich heftig gewehrt, aber ich war stärker. Bravo.
Kiffen hab ich auch probiert, aber das hat mir nie was gegeben, ich hab auch nix gemerkt, das hab ich dann gelassen.
Mein Verweis wegen Rauchens auf dem Schulklo war mein Ritterschlag, das hat außer mir keiner geschafft.
Erst mit 16 haben meine Eltern von meiner Raucherei erfahren, da war es dann erlaubt. Meine Oma hat mir sogar immer Zigaretten oder Tabak geschenkt, sie wollte mir was Gutes tun.
Noch als Schülerin war ich also voll drauf auf Nikotin. Und erst seit 2 Jahren entdecke ich die Sensationen einer unvernebelten Wahrnehmung.
Da gibt es noch viel zu entdecken, ich freu mich drauf!