31.12.2025
08:28 Uhrbearbeitet:
31.12.2025
09:20 Uhr
Jetzt bin ich schon 58 und habe immer noch keine eigene Wohnung. Zum Jahresabschluss ziehe ich hier nun ein. Ich bin aber nicht immer zuhause, sondern fahre auch gerne mit dem Zug Dezember 2025 umher.
40 Jahre Rauchen habe ich hinter mir, täglich ein Päckchen oder mehr, angefangen mit Beginn des Studiums. Ich war immer so eine graue Maus, nicht besonders interessant, nicht im Mittelpunkt. An der Uni dachte ich, fang mal an zu rauchen, dann lernst Du eher andere kennen, hast eine Clique, bist dabei. In den 80ern war das Rauchen ja auch ganz normal.
Weit über 20 Jahre lang habe ich nie ans Aufhören gedacht. Rauchen war Freiheit und Genuss, wie für die meisten. Dass es genau das Gegenteil ist, kam mir nicht in den Sinn, habe auch nicht über sowas nachgedacht. Erst so in den 40ern. Mit 48 habe ich zum ersten Mal ernsthat versucht aufzuhören, hatte diverse gesundheitliche Probleme, die sich nicht mit Rauchen vertrugen. Vier Monate ging das gut, dann ein schwacher Moment und eingeknickt. Vor drei Jahren nochmals dasselbe. Und jetzt bin ich zum dritten Mal an den Start gegangen. Ich denke, entweder kriege ich jetzt den Dreh, oder ich werde nicht mehr nur das Rauchen als Problem haben, sondern viel Schlimmeres. Seit einigen Monaten nehme ich Medikamente, mit denen man absolut nicht rauchen sollte. Der Arzt hat mich gefragt, ob ich rauche, und ich sagte nein, war zu feige und habe mich geschämt. Später las ich im Beipackzettel über die Gefahren zusammen mit den Rauchen, ich war schockiert und habe gesagt, jetzt höre ich sofort auf. Keine Vorbereitung und keine Ersatzmittel. Schluss, Ende. Das war am 30. November.
Heute ist der 31. Dezember, ich habe einen Monat ohne Rauch geschafft und bin ziemlich glücklich darüber. Ich spüre leider noch keine körperlichen Verbesserungen ausser Riechen, ja, der Geruchssinn ist zurück! Es hat sich einiges verschlechtert stattdessen, Müdigkeit, sehr starke Unruhe, Husten, Zahnfleischbluten usw. All das ist natürlich kein Grund aufzugeben. Das Monster im Kopf ist nicht mehr ständig da, aber sehr oft. Abends bin ich viel alleine, dann ist sein Auftritt, und er will Applaus. Da bin ich froh, dass ich immer so müde bin, gehe dann einfach ins Bett.
Heute ist Silvester, ich habe nichts vor und feiere auch nicht. Ich habe nur meinen Mann, der schwer krank ist. So werden wir was Schönes essen, und dann gehe ich auch heute früh ins Bett.
Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch, und ich möcht Euch sagen, wie froh ich bin, dass es Euch hier gibt. ?
Liebe Grüsse
Tine