Diese vier Zeilen, die Du zitierst, sind meiner Meinung nach teilweise Schwachsinn. Würde mich interessieren, wo Du das gelesen hast. Weißt Du noch die Quelle?
Ich bin Alkoholiker, seit gut anderthalb Jahren trocken, und habe in dieser Zeit (neben einer Therapie) sehr viel über das Thema gelesen und mir auch über andere Medien angeeignet. Deswegen weiß ich, daß es - neben vielen guten websites - auch einiges an Schrott im Internet existiert.
Also - das mit den Rezeptoren stimmt schon zum Teil. Das mit dem "austauschbar" meint meines Erachtens wahrscheinlich, daß bei Süchtigen immer die Gefahr besteht, daß es zu einer Suchtverlagerung kommen kann. Manchmal auch in sehr langen Zeitabständen. Ich kenne einen, der auf Heroin war, dann Therapie, dann 18 Jahre clean, dann hat er innerhalb von einem Jahr eine Alkoholabhängigkeit entwickelt. Nur mal so als Fallbeispiel.
Aber: innerhalb von 10 Tagen halte ich für kompletten Humbug. Außerdem halte ich es für völligen Schwachsinn, daß Sorbit und Fructose alkoholsüchtig machen sollen. Es sind keine Alkoholersatzstoffe sondern gehören zur Gruppe der Zuckeralkohole. Der Begriff ist irreführend. Von ihrer chemischen Struktur (und ihrer Wirkung auf den Mensch) haben diese Stoffe mit Ethanol (es geht nur um diesen Alkohol! Es geht nur um C2H5OH!) nichts gemein. Alkoholabhängig macht nur Ethanol allein.
Nun zu Deiner Befürchtung: wenn Du zuviel Sorbit zu Dir nimmst, kann das wohl abführend wirken. Und was Dein Alkoholkonsum angeht, mußt Du diesen schon in wesentlich längeren Zeiträumen bewerten. Vor allem dann auch die Menge und die Regelmäßigkeit. Falls Du Dir wirklich Sorgen über Deinen Alkoholkonsum machst und ehrlich(!) zu Dir selbst sein kannst, empfehle ich Dir mal einen Selbsttest zu machen. Ich glaube ich darf hier keinen link setzen, deswegen: gib mal "Suchtprävention im Kanton Zürich Selbsttest Alkohol" in Deine Suchmaschine ein und folge dem ersten link. Dort gelangst Du zu einem Test, der auf dem AUDIT (The Alcohol Use Disorders Identification Test) basiert. Dieser ist weltweit anerkannt und hat eine hohe Validität.
Aber ehrlich sein. Mit Selbsttests kann man sich sonst herrlich selbst bescheissen. Abgesehen davon ersetzt es auch keine Suchtberatung oder Diagnose.
Viele Grüße Norbert