Sooo..., vielleicht hilft es mir ja das mal zu sortieren.
Irgendwie passt gerade der Thread-Titel von Bolando, der gerade oben zu lesen war, ganz gut für mein Gefühl der letzten Wochen.
Der Rauchstopp fiel mir von Anfang an sehr schwer, das Forum half enorm. Der Austausch, aber auch das Stöbern in alten AusstiegsGeschichten. Da war z. B. von Paul sinngemäß zu lesen: "Ich dachte lange, dass Depressionen und Rauchstopp nicht miteinander zu vereinbaren sind." Das Gefühl hatte ich auch. Er hat durchgehalten und davon profitiert.
Was bei mir ausblieb und mir das Ganze vielleicht erleichtert hätte, war irgendeine Verbesserung in körperlicher Hinsicht, in Richtung fitter, besserer Geschmack, besseres Riechen, o. ä. Kurzzeitig ging es mal etwas befreiter in den 3. Stock.
Aber irgendwann blitzte vermehrt auf: dieser Stolz, das Gefühl der "Eigenmächtigkeit" - das war schon mal gut! Also: RICHTIG GUT!
Was aber allmählich wieder mehr und mehr und zunehmend belastender wurde: meine Antriebslosigkeit. Extrem. Und damit auch ne gefühlsmäßige Starre. Das hat mir in dieser Intensität eine Heidenangst gemacht.
(Dazu muss man wissen, dass ich ne wirklich steile Karriere als Depressive hatte, mit mehreren stationären sowie teilstationären Klinikaufenthalten. Und dass mein Alltag auch in guten Zeiten wahrscheinlich nicht mit dem vieler "normaler" - ja, die gibt es nicht - Menschen zu vergleichen ist).
Und darum tauchte dann das erste Mal die sehr rationale Überlegung auf, dass, wenn das so bleibt, Rauchen besser wäre.
Das Rauchen hat bei mir immer zu mehr Energie geführt. Diese Wirkung war real, sie verhalf mir dazu, zumindest in eine Aktivität zu starten. Das Trinken, von mir auch jahrzehntelang exzessiv als Therapie eingesetzt, fällt schon seit einer ganzen Weile weg.
Aber: Halt! Da war doch was... Stopp. Irgendwie und irgendwo war dieses Gefühl noch vorhanden, wenn auch versteckt:
Dieses "Ich will" (bzw. "Ich will nicht mehr rauchen", trotz der Negation mitunter stimmiger).
Und auch - ich hatte es ja schon genährt - das Gefühl Herrin in meinem Hause zu sein.
Hab hier geschrieben. Tat gut: Andere sahen diese Stärke, nicht ich.
Hab hier gelesen. Tat auch gut: Ich kam darauf das AD zu wechseln. Was anderes auszuprobieren. Mit dem Fokus auf Antrieb.
Also: Erneute Chance für den Rauchstopp. Und wahrscheinlich auch für eine gesündere Art, mit meinen Bedürfnissen umzugehen.
AD ausgeschlichen, anderes AD begonnen zu nehmen.
Während dieser Phase: zunehmende Atemnot. So ein Mist. Frustrierend. Das war bislang die einzig spürbare Folge des Rauchens, die mich auch nervte.
Und jetzt: Eher noch mehr als zu Raucherzeiten...
Gut. Der Arzt hatte mir im Zuge des Wechsels von einem AD auf ein anderes auch Blut abgenommen. Und eine unerklärbare Anämie diagnostiziert. Überweisung zum Hämatologen... Blutarmut bzw. auch das, was sie verursacht, kann durchaus auch ein Grund für diese Atembeschwerden sein.
Macht Angst. Klar.
Vorletzte Woche der vorläufige Befund per Mail: Ausgeprägte Schilddrüsenunterfunktion, wahrscheinlich im Rahmen einer Autoimmunerkrankung. Bitte den Hausarzt konsultieren und möglichst schnell eine Behandlung beginnen.
Und wegen der Luftnot bitte auch die Lunge untersuchen lassen.
Weitere Werte folgen.
Natürlich frage ich Dr. Google, bin da zwar nicht so extrem - aber Befund per Mail und Arzttermin erst 2 Wochen später - da will man doch schon ein bisschen was wissen:
Die Symptome sind vielen bekannt, da es auch viele Betroffene gibt: Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, depressive Symptomatik.
Toll. Ich habe wegen genau dieser Symptome mein AD gewechselt, das mittlerweile auch schon eine Wirkung zeigt: Ich bin emotionaler. Schlafe schlecht, trotz Dauermüdigkeit. Schlägt also an - aber der Hauptgrund für den Wechsel war halt ein anderer, und die Ursache liegt auch woanders.
Warum so dermaßen extreme Werte??
Ja, das alles kann durch den Rauchstopp getriggert werden!
Scheiße!, das finde ich nun wirklich extrem frustrierend.
Natürlich: Das Rauchen ist auch für die Schilddrüse eher schädlich, und es gibt auch die Variante, dass eine vorliegende Schilddrüsenunterfunktion durch´s Rauchen nur "maskiert" wird. Beides bedeutend wahrscheinlicher.
Bei mir sieht es aber so aus, als sei das Ganze durch den Rauchstopp ausgelöst worden.
(Das bestätigt sogar mein Hausarzt, bei dem ich mittlerweile war, aufgrund der bisherigen Werte.)
Könnte ich es wieder rückgängig machen, indem ich wieder anfange, würde ich das Rauchen wahrscheinlich wieder üben.
Geht aber nicht.
Puh - jetzt bin ich total erschöpft. Obwohl ein Großteil meines Wortschwalls ja eine Zusammenfassung der Dinge war, die hier in anderer Form auch schon zu lesen ist.
Aber evtl. ist jetzt verständlicher, warum ich immer wieder rational über einen "Rückfall" nachdenke, in den andere tatsächlich fallen - und den ich quasi mit mir ausdiskutiere. Was das Wort ad absurdum führt.
So, jetzt hab ich definitiv genug geschrieben, ich sollte aufhören.
Erstmal bleibt es bei der Rauchfreiheit.
Aber: Ich hatte mich ja tatsächlich eine Weile auf die Poolparty gefreut - und darauf, mir mal wieder eine Belohnung auszudenken. Was Besonderes.
Das ist derzeit komplett aus meinem Bewusstsein verschwunden.
Ich habe fertig, gehe gleich ins Bett und schicke liebe Grüße an alle in diesem zwar versehrten, aber wunderbaren Forum!
Nada