15.01.2021
13:19 Uhrbearbeitet:
15.01.2021
13:30 Uhr
Hallo Ulysses,
du schilderst, dass es dir psychisch zunehmend schlechter geht, und möchtest von anderen hier erfahren, wie lange das so noch dauert.
Das Problem ist, dass das hier ein Laienforum ist und dass hier Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen zusammenkommen.
Es gibt hier Menschen, die haben gar keine Probleme mit dem Aufhören, Midgard gehört zum Beispiel dazu, und es gibt Menschen, die haben Probleme, die sich zum Teil über Monate hinziehen.
Du hast ein ziemlich spezielles Problem, das nach meiner Beobachtung des Forums (ich bin mit einer Unterbrechung so etwa vier Jahre dabei) auf nicht sooooo viele zutrifft und die, die so etwas Ähnliches kennen, schauen womöglich zur Zeit grad nicht rein. Was du schilderst, kann mit dem Nikotin-Entzug zusammenhängen, muss es aber nicht.
Fakt ist, dass Nikotin auf die Biochemie deines Gehirns einwirkt und sich je nach dem, wie lange und wie viel du geraucht hast, in der biochemischen Zusammensetzung deines Gehirns, an der Produktion gewisser Botenstoffe und an den Rezeptoren etwas verändert. Nach vier Monaten dürfte sich das, was Nikotin anrichten kann, in deinem Gehirn wieder „normalisiert“ haben. Nikotin ist verhältnismäßig harmlos, es wirkt nicht so tief in deinem Gehirn wie z.B. Alkohol oder gewisse Drogen. Bei Alkoholmissbrauch kann es durchaus ein Jahr dauern, manchmal auch zwei, bis du wieder völlig Herr deiner selbst bist.
Was du von dir schilderst, klingt sehr danach, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Schlimm, dass du damit eine sehr schlechte Erfahrung gemacht hast. Was müsste passieren oder aber was verlierst du, wenn du es bei einem anderen nochmals versuchst. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es so ne und solche gibt.
Es kann so viele verschiedene Ursachen haben, dass es dir derzeit psychisch schlecht geht.
Mir scheint aber, dass du für dich eigentlich schon eine Entscheidung getroffen hast. Probiere es aus, wenn du meinst, es nicht mehr aushalten zu können, und beobachte dich dabei. Hilft sie dir wirklich? Geht die Angst weg?
Ich könnte dir zur Selbstbeobachtung noch ein paar Fragen stellen, wenn du willst.
Es kann sein, dass das Nicht-mehr-Rauchen für dich nun noch on-top gekommen ist, dass da unter der Oberfläche etwas schwelt, das schon länger da war.
Ich selbst habe mehrere Aufhör-Versuche hinter mir. Jeder, aber auch jeder war bei mir anders. Ich selbst kenne Depression, Panikattacken usw. aus eigener Erfahrung ziemlich gut. Da es jedes Mal anders war, erlaube ich mir auch kein Urteil oder eine Voraussage, wie lange Entzugserscheinungen dauern. Dieses Mal jedenfalls ist bei mir alles anders, gelitten habe ich kaum. Die körperlichen Entzugserscheinungen waren schnell überstanden.
Psychisch geht es mir gut, ich arbeite aber auch schon eine ganze Weile an meiner Erkrankung.
Vielleicht magst du ja noch ein wenig über dich erzählen, damit man (ich?) dich besser dort abholen kann, wo du gerade stehst. Warum hast du im Herbst aufgehört? Was beschäftigt dich in letzter Zeit besonders?
Ich wünsch dir alles Gute.
Grüße
Kirsten
P.S.: Vielleicht hilft dir ein wenig, was in diesem Faden geäußert wurde:
https://www.rauchfrei-info.de/community/forum/?tx_mmforum_pi1%5Baction%5D=list_post&tx_mmforum_pi1%5Btid%5D=9246