27.10.2024
12:04 Uhrbearbeitet:
27.10.2024
12:13 Uhr
[SIZE=2][b]Tag 439 Sonntag[/b][/SIZE]
[b]Sucht und kein Ende in Sicht[/b]
Der Umgang mit dem Rauchen normalisiert sich langsam
und ich ertappe mich of bei dem Gedanken ....
Ach wie schön, es ist vorbei.
Dabei ist mir ganz klar, das es nicht vorbei ist,
das es nie vorbei sein wird.
Parallel zum Rauchstopp im August 23 hatte ich auch
einen radikalen Alkohol Stopp gemacht.
Bis heute.
Ganz am Anfang habe ich da sehr viel drüber nachgedacht.
Auch ob ich schon lange abhängig vom Alkohol war.
Ich besuchte ein paar Meetings im Rahmen
der anonymen Alkoholiker um mir Rat und Aufklärung zu holen.
Das war sehr spannend
und ich lernte viele neue Betrachtungsweisen
über das Thema Sucht. In einer Gruppe erklärte man mir,
das ich nicht süchtig bin, in einer anderen erklärte man mir das Gegenteil.
Ah ja, dachte ich, die sind sich da nicht ganz einig.
Spannend fand ich, das viele dort Kettenraucher sind
und das die Alkoholiker das völlig OK finden.
Das hat mir wieder bestätigt, was ich überall gelesen hatte:
Nikotin ist die Droge Nummer eins in Sachen Sucht.
Es ist nicht sehr einfach, damit aufzuhören.
Das Thema Sucht ist für mich noch lange nicht abgeschlossen.
Wie weit bin ich davon betroffen?
Wie lebe ich in einer Welt, in der es viele
Suchtstoffe an jeder Ecke und zu jeder Zeit zu kaufen gibt.
Auch die Frage, warum werde ich süchtig und viele nicht?
Was stimmt denn da nicht mit mir?
Gestern traf ich eine Bekannte,
die ich selten sehe und wir sprachen über Rauchen und Krankheit.
Ihr Bruder ist starker Raucher und kann auch nach einem Herzinfarkt nicht damit aufhören.
Sie selber hat nie geraucht und nie getrunken.
Sie hatte einfache kein Bedürfnis, sagte sie dazu.
Damit gehört sie zu der Mehrheit der Menschen.
Rauchen und saufen....das tun nur wenige.
Auch die vielen anderen Süchte....spielen,
Sex, Zucker und vieles mehr.
Das sind ja nur sehr wenige, die davon betroffen sind.
Was ist an denen (und mir) eigentlich anders?
Seit ein paar Monaten fällt mir auf, das es auf Youtube
auch diese Hochformat Short Videos gibt.
Wie bei TikTok. Und mir fällt auf auf wieviel Zeit die fressen können.
Die sind ja ganz nett, einige sind sogar richtig gut.
Aber ganze Stunden damit verbringen? Genau das ist mir passiert.
Im Silicon Valley verbieten die Eltern ihren Kindern online zu gehen.
Rigoros! Damit wollen sie die Kinder
vor den süchtig machenden Social Medias schützen.
Den Nannys wird per Arbeitsvertrag verboten ihre Smartphones
während der Arbeitszeit zu benutzen. Ausser im Notfall natürlich.
Diese Plattformen machen süchtig.
Die Algorithmen und GUIs sind mit Hilfe von Psychologen entwickelt worden.
Der Hauptzweck dieser ganzen Medien ist Werbung
für irgendwelche Konsumartikel zu machen.
Ich finde das krass, schon wieder so ein billiges
süchtig machendes Irgendwas.
An jeder Ecke zu haben.
Das Smartphone dient dann wie früher das Auto als Status Symbol.
Ja....klar habe ich ein I-Phone.
Was tun wir uns hier eigentlich an?
Was macht das mit einer Gesellschaft, wenn ein Drittel der Menschen süchtig ist?
Am Ende steht da immer die Frage:
Wie wollen wir leben?
Ich weiß darauf leider nicht alle Antworten.
Sicher ist eines.
Heute ist super schönes Wetter
und ich gehe jetzt raus und mache einen Spaziergang.
Liebe Grüße
Klaus