[SIZE=2][b]Tag 666 Mittwoch[/b][/SIZE]
[b]Ich rauche nicht mehr[/b]
Am 15.8.2023 ist es passiert.
Ich habe aufgehört zu rauchen
und meinen Alkoholkonsum auf Null gesetzt.
Eine Entscheidung mit intensiven Folgen.
Die Zigaretten hatte ich ich schon oft
an den Nagel gehängt und immer
wieder damit angefangen.
In den Corona Jahren habe ich dann
soviel wie noch nie geraucht .
Waren es immer ca. 20 Stück am Tag
hatte sich die Dosis verdoppelt.
Ich fühlte mich körperlich völlig elend.
Treppensteigen war eine Qual
und spazieren gehen kam
nicht mehr in Frage.
Fast nichts mehr kam noch in Frage.
Ich fühlte mich wie Oblomow,
der den ganzen Tag am
liebsten im Bett verbrachte.
Meine Jobs und viele meiner
anderen Aktivitäten haben
mit Sitzen am Computer zu tun.
Mein Körper entwickelte sich langsam
aber sicher zu einer lebenden Mumie.
Alles tat mir weh,
ich hatte dauernd Krämpfe in den Beinen.
Luft bekam ich auch nicht mehr genug.
So konnte es nicht weiter gehen.
Bier gehörte immer in mein Leben.
Eine Zeit lang auch Wein und Rum.
Ich hatte mir nie Gedanken darüber gemacht.
Um mich herum gab es immer
mal wieder Menschen, die Alkohol süchtig wurden.
Aber ich.... nein ich war davon
nicht betroffen. Süchtig? Ich?
Niemals!
Eines Tages wurde ein Freund schwer krank.
Er trank immer viel. Manchmal zuviel.
Aber ja, er kam zurecht.
Seine Arbeit funktionierte
und ja, so war er eben.
Bis auf den Tag an dem es
ihm wirklich schlecht ging.
Ich brachte ihn ins Krankenhaus
und überlies ihn den Ärzten .
Wieder zu Hause machte ich
einen Alkohol Sucht Test,
den ich irgendwo im Internet fand.
Das Ergebnis erschreckte mich.
Ich machte gleich den nächsten Test
und den nächsten.
Nach 5 verschiedenen Tests hintereinander....
alle mit dem gleichen Ergebnis ...
musste ich erstmal nachdenken.
Als ich dann das Rauchen sein ließ
war die Entscheidung gefallen.
Zum einen schmeckte mir Bier nicht mehr
zum Anderen wollte ich nicht süchtig sein.
Ein radikaler Stopp!
Meine Zigaretten samt Zubehör sind alle entsorgt.
Ein paar Ascher sind noch da.
Ich hatte schöne Exemplare gesammelt.
Aber meine Hausbar steht da noch.
Weine und Brände....alles noch da.
Vor ein paar Tagen habe ich sie abgestaubt.
Sie hatten schon eine gewisse Patina.
In meinem Kopf klingelten alle Alarm Glocken.
SUCHTKRANK
Auf der Suche nach einer
unterstützenden Selbsthilfe Gruppe
fand ich ich dieses Forum hier und fing an
an dieser Stelle meine Gedanken zu sortieren.
Ich merkte schnell, das ich nicht alleine war.
Wer Sorgen hat hat auch Likör....
dichtete Wilhelm Busch seinerzeit.
Damit war ich auch hier kein Einzelfall.
Das hat mich irgendwie beruhigt.
Aber hier gings ja um das Tabak rauchen .
Also suchte ich auch Gruppen
die sich mit Alkohol beschäftigten.
Da fand ich extrem viele.
Ich stürzte mich darein um alles
über mein neues Problem zu erfahren.
Ich hörte endlos viele Lebensgeschichten.
Geschichten voller Leid und Lebensqualen.
Ich lernte viele Ansätze
wie Menschen versuchen
mit dieser Erkrankung zu leben.
Eins wurde mir dabei immer klarer.
Ich muss mein Leben ändern.
Nicht radikal, aber doch so Einiges.
Ich dachte viel darüber nach,
was mir diese Drogen bedeuteten.
Was haben sie mir Gutes getan?
Warum hielt ich so lange daran fest?
Das waren spannende Fragen.
Jetzt am Tag 666 ist dieser Prozess
immer noch nicht abgeschlossen.
Inzwischen habe ich vieles verändert.
Ich habe einige Routinen verworfen
und durch neue ersetzt.
Es macht mir viel Freude zu experimentieren.
Neue Dinge in mein Leben zu lassen
und komplett neue Erfahrungen zu machen.
Vermissen tue ich nichts mehr von den alten Dingen.
Ich brenne darauf meine neuen Erfahrungen zu vertiefen.