Liebe Rauchfrei Community,
wie es mir in den letzten Wochen ergangen ist.
Nach wie vor habe ich kein Verlangen nach den Drecks-Zigaretten. Im Gegenteil der Gedanke daran ekelt mich zutiefst.
Bin froh, stolz, glücklich und unumstößlich sicher nicht mehr zu rauchen
Und trotz meiner felsenfesten Entscheidung habe ich in den letzten Wochen beängstigende Entzugserscheinungen durchgemacht. Schlafstörungen und/oder mega intensive Träume sowie unkontrollierbare Stimmungsschwankungen haben mir ( und meinen Mitmenschen) das Leben sehr schwer gemacht.
Ich weiß jetzt dass ich zu der wahrscheinlich schlimmsten Sorte Raucher gehört habe.
Ich habe nie sonderlich viel geraucht, konnte in Gesellschaft gut verzichten und auch nach dem Essen habe ich nie einen Bedarf gehabt ,die Verbindung Alkohol/Kaffee und Zigaretten habe ich zwar gesehen aber nicht gebraucht,
ABER ich habe eindeutig meine Emotionen mit Zigaretten reguliert.
Und das ist wohl schwer zu ersetzen.
Obwohl ich eigentlich eine ausgeglichene Frohnatur bin, habe ich meine negativen Emotionen nur noch schwer in den Griff bekommen. Ich hatte plötzlich so viele Unzufriedenheiten in mir, die ich vorher einfach weggequalmt habe.
Das war einerseits schon sehr interessant weil die Dinge wirklich, wirklich, wirklich mal auf den Tisch kommen mussten (vieles war mir gar nicht so bewusst) aber andererseits war ich so geladen dass ich meine Mitmenschen (eigentlich nur einen:oops:) damit ganz schön überfordert habe.
Ich habe in den letzten Wochen vor allen Dingen meine Beziehung riskiert weil ich einfach nicht mehr Herr meiner Worte war, alle meine negativen Gedanken waren so schnell und ungefiltert ausgesprochen, das hat Schäden verursacht...Früher habe ich ja erstmal eine geraucht wenn mich etwas beschäftigt oder geärgert hat und wen ich dann was gesagt habe, war es gut gewählt und überlegt.. Früher
Und nach jedem Streit, den ich angezettelt habe, habe ich mich hinterher hundeelend gefühlt und mir schwerste Vorwürfe gemacht, weil ich das Gefühl hatte völlig die Kontrolle zu verlieren.
Darunter litt mein Selbstbewusstsein alles war irgendwie aus dem Lot und erschüttert.
Ich treibe viel Sport, das habe ich schon immer gemacht aber seit dem Rauch-stopp noch intensiver, selbst dort ist es mir nur kurzfristig gelungen meine Stimmung auf den Sport zu fokussieren, die Wut auf all das was mich offenbar Jahrelang schon störte, kochte weiter , und machte sich ständig ungebremst Luft.
Gott sei Dank bin ich zufällig (es war wirklich der pure Zuffall) über einen Tee gestolpert der eine stark beruhigende Wirkung haben soll , vielleicht ist es ein Placebo Effekt, aber das ist mir egal, denn es wirkt. Ich habe endlich wieder das Gefühl etwas tun zu können um mich zu beruhigen.
Was ist geblieben bis jetzt?
Ich bin jeden Tag ein kleines bisschen mehr erschrocken über das Ausmaß der Sucht, jeden Tag mehr frage ich mich was ist da alles drin dass Menschen psychisch und körperlich so abhängig werden können, und so wenig Kontrolle habe.
Zeitweilig hat mir das alles echt Angst gemacht, ich dachte ich wäre gezwungen wieder zu rauchen oder Medikamente zu nehmen um psychisch irgendwie wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
Das hat Beklemmungen ausgelöst.
Das alles hat mich ganz schön umgehauen.
Ich wünschte ich könnte alle Menschen bekehren, ich könnte jedem rauchenden Menschen die Augen öffnen, das ist alles andere als ein harmloser Genuss!
Ich freue mich über weitere Tipps Emotionen zu regulieren, der Tee wirkt zwar gut, aber macht auch ganz schön müde 8)
Liebe Grüße,
Angelique