Eine Entscheidung zum Nichtrauchen sollte aus Überzeugung getroffen werden. Und bei mir war es dann eine Mischung aus lange gereiftem Unwohlsein und auch einem im Jahr 2014 gegebenen Pilgerversprechen, dem zunehmenden Druck durch die auf den Packungen transportierten Botschaften, gipfelnd in den Bildern darauf und dann einem Traum und der Vision, was ich in meinem Leben noch erreichen möchte. In der Nacht vom 14. auf den 15. September 2016 realisierte ich: Ohne Beine kann ich nicht wandern - und ohne Kehlkopf nicht singen. Mit eingeschränkter Lungenfunktion keine langen Wanderungen und keine musikalischen Soli. Mit eingeschränktem Geruchssinn keine tiefere Erspürung der Welt, mit weiterer mutwilliger Schädigung meines Körpers das Wegwerfen eines Geschenks. Und somit habe ich am 15.09. um 22.00Uhr meine letzte Zigarette geraucht - allen Widrigkeiten zum Trotz. Und allen Streßfaktoren entgegen ohne Zigarette, ein Fahrt zu einem Chorwochenende bei Dresden, Doppelkopfspielen unter Rauchern, viele weitere kleine und große Prüfungen, von denen nich früher gesagt hätte: Ohne gehts nicht...
Das Nichtraucherleben hat mich aus einer jahrelangen Blase geholt - der alte Lebensabschnitt ist beendet, ich steige aus meinem Kokon aus (was noch so etwa 1 Jahr dauert) und...
Dieses Forum hier hat mich bisher getragen - danke euch allen für Musik, Erfahrungen, Zuspruch und dem Gefühl: Ich bin nicht allein...
Meine Entwöhnung dauert aber noch an, ich bin in einer Art Dauerentzugsphase. Kann das Passivrauchen (also mit ein bis 2 Rauchern in einem gut durchlüfteten Zimmer) so etwas bewirken? Den Nikotingeist am Leben erhalten?? Oder ist es eher psychisch, das Ansehen von Leuten, die Rauchen?
Wer hat Erfahrungen mit dem Entwöhnen in einer Raucher-WG?? Geht das überhaupt??
Liebe Grüße
Fred