Liebe Tanja,
willkommen in der Rauchfrei-Gemeinschaft und Glückwunsch zu Deiner bereits 11 Tage andauernden Rauchfreiheit.
Die psychischen Phänomene, die Du beschreibst, kennen sehr viele Aufhörer. Manche leiden mehr, manche weniger, ganz ungeschoren kommt keiner davon, ich selber hatte es deftig.
Es hat nichts mit Schwäche oder Wehleidigkeit zu tun, sondern mit physiologischen Veränderungen.
Nikotin dockt an die Rezeptoren an, die normal für Dopamin bestimmt sind, das körpereigene Hormon, das für die - ausgeglichene bis gute - Stimmung verantwortlich ist. Solange reichlich Nikotin nachgeliefert wird, werden viele Rezeptoren gebildet und die Dopaminbildung kommt fast zum Erliegen.
Wenn nun mit einem Schlag die Nikotinzufuhr ausbleibt, entsteht ein - künstlicher - Dopaminmangel, der für die schlechte Stimmung, die emotionalen Schwankungen, auch die Empfindlichkeit verantwortlich ist.
Das hält so lange an, bis der Körper wieder ein gesundes Gleichgewicht zwischen weniger Rezeptoren und stärkerer Dopaminproduktion eingestellt hat.
So weit die Theorie. Wie stark die Symptome ausgeprägt sind und wie lange sie bei jedem Einzelnen andauern, weiß kein Mensch. Mancher schüttelt das nach ein paar Tagen ab, mancher tut so als ob, mancher leidet lange vor sich hin und solche wie ich gehen damit zum Haus- oder Facharzt. Dort kennt man diesen Effekt des Rauchstops und wird zu geeigneten Mitteln greifen.
So, liebe Tanja, entschuldige den ausführlichen Exkurs. Ich hoffe, Dir damit jedenfalls vermittelt zu haben, dass Du nicht allein bist.
Kurzfristig kann es helfen, sich hier seinen Frust von der Seele zu schreiben (um den Partner zu schonen! :kaputtlachsmile:)
Hier ist immer jemand!
LG
Sonja
:sun: