Hallo Denissi,
also ich zieh ja wirklich erstmal meinen Hut vor Dir, am dritten Tag mit Deiner Ma essen zu gehen und Dich dem Rauch auszusetzen. Ich mein, klar möchte man sich mit seinen Lieben treffen, aber ich weiß nicht, ob ich es mir am dritten Tag hätte geben können, ohne daß ich ausgerutscht wäre. Kratzbürstig hin oder her, hauptsache Du hast die Verabredung ohne Rauchen hinter Dich gebracht! Toll. Echt gute Leistung.
Ich denke ich kann Dich beruhigen. Du schreibst, Du fragst Dich gerade "Warum hab ich nochmal aufgehört?" Ich bin jetzt bei a bisserl was über drei Wochen und frag mich, warum hab ich nochmal nicht früher damit aufgehört? Irgendwie läßt mich die Rauchvergangenheit Stand heute mit einem Kopfschütteln und absoluter Verständnislosigkeit zurück. Oh natürlich, ich hab immer noch so kurz mal Schmachter, und so wie ich mich kenne, werde ich die auch mein Leben lang haben (bin da auch einschlägig vorbelastet, was die Aufhören-und-wieder-anfangen-Spirale angeht *seufz*), aber sie sind irgendwie nicht mehr so dominant. Dominanter ist mittlerweile der Stolz, aufgehört zu haben, der Genuß aller Verbesserungen und wie gesagt, die Verständnislosigkeit, warum das überhaupt sein mußte. Ich verbringe meine Tage nicht mehr damit, nicht zu rauchen, es macht meinen Tag nicht mehr aus. Wenn ich nicht dazukomme, hier mal reinzuschauen, denk ich sogar mitunter nicht mal dran. Ich erinner mich noch gut an den ersten Tag, wo ich beim Einkaufen völlig gedankenlos durch die Raucherkasse gegangen bin und mir erst hinterher aufgefallen ist hey! da waren ja Zigaretten und Du hast weder drauf geachtet noch dran gedacht! Das war toll.
Also Ja Denise, es gibt ein Leben nach dem Entzug. Das einzige, was wir dann noch beachten müssen, ist daß uns unsere Sucht immer wieder mal tacklen kann, denn das ist einfach so bei Ex-Rauchern, die Sucht wird uns immer in den Knochen stecken. Und daß es "nur mal eine" für uns nie mehr geben wird, wie gesagt, ich hab da auch einschlägige Erfahrung. Aber mit dieser Erfahrung, denke ich mal, gehe ich der Sucht nun nicht mehr auf den Leim, wenn sie mal wieder anklopft (hoff ich jedenfalls, daß ich die Erfahrung nutzen kann, ich setze alles dran!). Aber irgendwann wirst Du mal nicht mehr an den Entzug, ans Rauchen und all das denken, sondern einfach nur noch leben. Das Nichtrauchen als Tagesinhalt wird verschwinden. Versprochen.
In diesem Sinne weiter so! Und ja: Du kannst es!!! Viele Grüße aus dem
Miezhaus