Hallo Caja,
herzlich willkommen im Kreise der Aufhörwilligen. Eine ganz ganz tolle Entscheidung, die Du da getroffen hast, und meinen Respekt zur Umsetzung! Ja, so ein bißchen Vorarbeit kann schon wirklich lohnen, Du bist das ja schon mal ganz toll angegangen.
Ich hab auch Kinder, die - ja, schon auch mitunter dazu geeignet sind, einem mal den letzten Nerv zu rauben (und ja, das muß so!!!). Wie Du, habe ich das Rauchen auch immer tunlichst vor ihnen verborgen, weil ich es ihnen auf gar keinen Fall vorleben wollte. Der einzige Weg war aufzuhören, weil sie waren damals noch klein(er), aber nicht doof, sie hätten mich zwingend irgendwann erwischt. Was dann sagen? Es ist nicht gut, deshalb mach ich es heimlich und Ihr dürft es irgendwann mal gar nicht? Das wäre ja ein ganz schlechtes Signal. Umso richtiger und wichtiger, daß Du jetzt geordnet aufhörst. Wenn sie während der Entwöhnung recht auf Deinen Nerven fiedeln, könntest Du kurz ins Nebenzimmer gehen und eine Atemübung machen. Wie wäre es zB mit dieser: Du atmest fünf Sekunden lang durch die Nase in den Bauch, bis er ganz rund wird. Sodann hältst Du die Luft weiter fünf Sekunden an und atmest anschließend durch die leicht geöffneten Lippen wieder aus, als würdest Du eine Kerze ausblasen. Diese Übung, ein paarmal ausgeführt, so wie Du es eben brauchst, entspannt und entnervt ganz gut. Hinterher ist man wieder gelassener. Vielleicht magst Du es mal versuchen?
Ab einem bestimmten Alter kann man sogar mit ihnen darüber reden. Meine waren damals im Erstklass- und Kindergartenalter, und exakt drei Wochen nach dem Rauchstopp fragte mich die Große, ob ich auch mal geraucht habe. Und ich war so froh, sagen zu können, ja, aber nicht mehr. Habe dann auch erklärt, daß ich sogar erst vor kurzem damit aufgehört habe und daß es noch ganz schön schwer ist, aber ich gesund bleiben und für sie da sein will. Sie waren ganz große Klasse damals, haben mich mit unterstützt und mir viel Kraft gegeben. Ich weiß ja nicht wie alt Deine sind, aber ich habe die Offenheit gegenüber meinen Kindern damals nicht bereut. Sie sind oft verständiger als man meint.
Ich freu mich für Dich und mit Dir, daß Du bislang von Entzugserscheinungen verschont bist. Das muß Dich nicht beunruhigen, es gibt auch unkomplizierte Entzüge! Es wäre Dir ja zu gönnen, wenn Du einen davon erlebst. Jetzt mach Dir mal deswegen keine Gedanken. Schau einfach was kommt, vielleicht geht es ja entspannt weiter, und wenn Du irgendwelche Befindlichkeiten verspürst, dann kommt her und teile sie hier. Dann reagiert das Forum situativ. Warum sich jetzt schon Gedanken machen, wie es mit der Entwöhnung wohl weitergeht, sie läßt sich ohnehin nicht vorhersagen. Jeder erlebt seinen ganz eigenen Entzug.
Ich freue mich wieder von Dir zu lesen! Bis dahin weiterhin so viel Optimismus, wie Du ihn ausstrahlst, und guten Mut. Viele Grüße sendet Dir
Lydia