Mein liebes Rauchfreitagebuch,
Kleine Auszeiten gönne ich mir mittlerweile und hin und wieder. Bewusst! Und manchmal dann auch... dann finde ich mich plötzlich wie von selbst an einem nahegelegenen See spazieren gehend und stelle verwundert fest: "Klicker, du sitzt ja gerade gar nicht in Deinem Büro!" Gerne überhöhre dann auch den leicht vorwurfsvollen Unterton ??.
Es tut gut, einfach Mal wieder etwas für mich zu machen. Das Hamsterrad anzuhalten, Szenenwechsel, und dann wieder Einsteigen... Dann anders... Eigentlich kein Geheimnis, das kennt jeder und ich erwähne es nur für das Protokoll.
In meinem letzten Eintrag hier in meinem Wozi beschrieb ich meine vergangenen 14 Monate und dass ich mitten im Peak der Anspannung die wenigen bis dahin täglich konsumierten Zigaretten aus meiner Routine weggelassen habe, was mir nicht wirklich schwer fiel. Klar, gab es die normalen Jieper. Mehr als zahnlose Tiger waren es dann allerdings auch nicht.
Rückblickend würde ich auf die Zeit meines Wiederausstiegs aus der Rauchfreiheit bis zu dessen Wiedereintritt am 01.01.26 als missglückten Urlaub bezeichnen. Ein Urlaub, in dem es ständig nur regnete. Es war ungemütlich, das Essen war miserabel und die Aussichten waren nur mässig schön, so als würde man auf graue, teils demolierte Industriefassaden schauen. So einen Urlaub buche ich hoffentlich nie wieder. Die Erfahrung war es dennoch wert.
Ich habe gelernt, dass die Sucht, das Verlangen sich eine anzustecken, niemals mehr aufhören wird. Ich habe gelernt, wie schnell ich wieder drin stecke in diesem Kreislauf. Ich habe etwas Sorge, dass beim nächsten dicken Krach oder Tief der Achim wieder so laut flüstert, dass ich wieder schwach werden könnte. Ich kenne ihn, er würde sagen: "Klicker, komm schon, denke daran wie es damals war. Du kannst ja jederzeit wieder aufhören..."
So sind meine kleinen Ausszeiten auch gut, um meine Resilienz zu stärken. Gewappnet zu sein. Denn irgendwas ist doch immer...
Alles Liebe,
Klicker