Mein liebes Rauchfreitagebuch,
ich beobachte, dass ich seit meinem Rauchausstieg wieder kampfeslustiger geworden bin. Wo ich zuvor manchesmal um des lieben Friedens Willen einen Bogen drum herum gemacht habe oder einfach benebelt war, gibt es jetzt deutliche Ansagen von mir - wer mir blöd kommt, der erhält eine faire Reaktion mit der Chance zur Reflektion.
Überhaupt sind meine Antennen feiner justiert: Ich erkenne klarer, wer und was mir nicht gut tut. Dabei spüre ich nach, ob es sich richtig anfühlt, spüre nach, ob das eben gesagte oder getane vielleicht unfair war oder ein Produkt meines Genervtseins ob des Nikotinentzugs. Und wenn es sich okay anfühlt, dann ist es auch gut - ohne Groll, ohne Nachgeschmack.
Gestern Abend hat es ordentlich gezerrt an mir. Mit all den bekannten Versprechungen versuchte der süchtige Anteil in mir (ich nenne ihn Achim), mich von den Vorzügen zu überzeugen, dass es jetzt ganz besonders toll sei, eine zu rauchen. Jetzt, wo ich das so schreibe muss ich lächeln, gestern war ich nur genervt. Wie gut, dass ich noch einiges zu tun gehabt habe, mit dem ich mich ablenken konnte.
Ich überlege die ganze Zeit schon, ob ich Achim einfach wieder ins Smokeland bringe. Da kann er sich austoben. Irgendetwas hindert mich daran, ich weiss noch nicht was es ist. Gefühlt würde ich aber sagen, dass er schon einmal seinen Rucksack packen kann...
Ich bin gespannt, wie der Tag so läuft heute. Es ist spannend, zeitweise herausfordernd.
Alles Liebe,
Klicker.
Jetzt hole ich erst einmal Holz rein, mache den Kamin an, kredenze meiner Liebsten einen Hustentee und dann wird der Haushalt gemacht... alles ganz gemütlich, kein Stress aber immer zu tun - zur Ablenkung und eben, weil es ja eh getan werden muss...