[i]Die Jahre lehren uns vieles, wovon die Tage nichts wissen. [/i]
Zitat von Ralph Waldo Emerson
Mein lieber Freund,
dann setzte ich mich mal in den grossen Sessel vorm Kamin und wir erzählen uns alte Geschichten, wie es alte Männer eben tun.
Manchmal kokettiere ich mit meinem Alter, aber realistisch gesehen habe ich mehr Zeit dieses Lebens hinter mir als vor mir.
Ich bemerke Veränderungen, die ich aus den Erzählungen meiner Eltern kenne und denke 'ach so, das hatten sie gemeint'. Nun brauche ich all mein Schönreden um daran immer etwas positives zu finden.
Was du von meinem Stolpern damals erzählt hast, kann ich vielleicht etwas ausführen. Es war so um meinen 400sten rauchfreien Tag ( etwas drüber muss es gewesen, denn bei 400 Tagen eröffnete ich, sehr zuversichtlich, mein Wohnzimmer mit einem Titel von Rio Reiser: "es ist vorbei, bye, bye Junimond") zu diesem Zeitpunkt war meine Auslastung mit Haus, Garten, Hund, Beruf und Eltern schon gut am Limit, als mein Mann schwer erkrankte und auf unabsehbare Zeit komplett ausfiel.
Meine Sorge, meine Ängste meine Belastung verdoppelte sich schlagartig und es erschien mir alles über meine Kraft zu gehen.
Meine Sucht zupfte mich am Hemdsärmel und bot mir unsere Hilfe an, nicht arglistig oder mit der Absicht mir schaden zu wollen, sondern mit dem Wunsch nach einem Ausweg.
Wenn das Leben von allen Seiten an Dir zerrt, kommt der fatale Gedanke "ist doch eh schon egal"
und man möchte es sich an einer Stelle erlauben nicht stark zu sein.
Und als ich diese erste Zigarette nach über 400 Tagen rauchte, war es als ob es diese Tage nicht gegeben hätte, so vertraut war mir das Rauchen, so sehr ICH.
Aber schon bald merkte ich, das mich das Rauchen in dem Egalgefühl immer mehr bestätigte und das war etwas, was ich nicht zulassen wollte.
Diesen Rückfall, von einer Woche, habe ich nicht in meinem Tageszähler ausgedrückt, das hätte mich damals zusätzlich demotiviert. Und heute spielt es keine Rolle mehr ob da 7 Tage mehr oder weniger stehen, oder auch 400 weniger wenn ich genullt hätte. Mit dem Tageszähler sollte jeder machen, was ihn oder sie motiviert.
Ich glaube, dass mich dieser Ausrutscher oder Rückfall dazu gebracht hat, zu verstehen, dass mich die Sucht nie verlassen wird, weil ich sie erfahren habe. Für mich bleibt der rosa Panther als Visualisierung ein fester Bestandteil meiner Persönlichkeit.
Ich bin eben kein Nichtraucher sondern ein Nichtmehrraucher.
So ist mein Weg.
Und so anders ist Dein Weg.
Lieber Klicker ich freue mich sehr über deine vielen rauchfreien Tage
und dass du nicht geschnorrt hast, nach der allerliebsten Gesellschaft Er wäre es nicht wert gewesen.
:coffee: Nie wieder, versteckt hinter einer Kaffeetasse, rauchen
LG und gute Nacht :smileumarmung: