[b]Quittung[/b]
"Jeder ist sein eigen Glückes Schmied." Das war über eine lange Zeit ein Grundsatz, den ich tief in mir pflegte. Ich habe in meinem Leben einige persönliche Ziele erreicht. Und das auch, weil ich immer wieder diesem Glaubenssatz Einfluss gewähren liess.
Veränderung bedarf eines Bewusstseins. Und die äusseren Umstände haben eine Beeinflussung, ob zur Unterstützung oder als Hinderniss - sie sind eben die Leitplanken und rahmen den Weg ein, einen Weg, der immer nur nach vorne führt.
Es ist entscheidend, den richtigen Moment zu finden, um den neuen und anderen "Ort" zu finden, um die Leitplanken zu übersteigen und um einen neuen, einen anderen Weg einzuschlagen.
Für alles einmal Entschiedene gibt es unterschiedliche Quittungen. Viele Quittungen sind bereits im Ordner meines Lebens gedruckt und abgeheftet. Die Bilanz im Ganzen stimmt mich zufrieden. Ein paar Verluste sind dabei, wie soll es auch anders sein? Die Summe unter dem Strich ist entscheidend.
Der Kredit, den ich mir somit selbst erarbeitet habe, schmälert sich aktuell allerdings rapide. Ich habe dem Äusseren in den vergangenen ca. 3 Jahren zu viel Einfluss auf mich gewähren lassen. Ich habe die Kontrolle abgegeben über mich. Ich habe mich treiben lassen. Von neuen Rollen und deren vermeindlicher Verantwortungübernahme, von Zeitdruck, von Erwartungshaltung... ohne überhaupt zu wissen, ob diese Rollen überhaupt von Aussen erwartet wurden. Wahrscheinlich nicht! Es sind wahrscheinlich eher meine Überzeugungen darüber, was von mir erwartet wird. Also doch: "Jeder ist sein eigen Glückes Schmied"?
Eine ganz eigene Nummer ist allerdings die Sucht. Entgegen den oben genannten Leitplanken ähnelt die Sucht eher einer Schiene. Ich bremse wie verrückt doch das Ding fährt eigenständig weiter. Ich warte auf die nächste Weiche, doch mein Zug bleibt auf der Schiene. Auch mit Weiche!
Ich brauche diese Bilder, um mir gewahr zu werden wo ich mich befinde. Und wo ich hin möchte. Ich will zurück zu mir, ich will aussteigen aus diesem Zug. Und ab, über die Leitplanke, einen neuen Weg finden.
So war ich immer, in meinen besten Zeiten.
Viele Momemte und viele ähnliche Entscheidungen haben wesentlich zu der guten Bilanz, die ich (noch) habe, geführt. Ich will sie mir nicht vermiesen, diese Bilanz. Ich möchte schlussendlich eine Quittung vorgelegt bekommen, die nicht schmerzhaft ist.
Die vergangenen Wochen: Es klappt nicht ohne Nikotin. Und mein Rauchfreizähler fühlt sich für mich an, als wenn Achim den schreibt. Und nicht wie eine Leistung, die ich erbracht habe.
Das zieht mich runter, es schwächt mich über Gebühr. Ich werde den Zähler erst mal wieder auf den 31.12.25 setzen. Und erst dann wieder datieren, wenn ich stolz darauf sein kann, aus meinen persönlichen Suchtzug wirklich ausgestiegen zu sein.
Alles Liebe,
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