Hallo und guten Abend zusammen,
hier sitze ich nun also, am Rechner, an meinem Schreibtisch, leichter entspannender Jazz der Marke Sommerbrise säuselt beruhigend aber doch auch inspirierend auf mich ein. Ein weiterer NichtRaucherArbeitstag ist zu Ende, ein Arbeitstag, der heute aber fast schon eine Belohnung für mich war. Und weil es so ist und weil es viel mit Essen, mit sinnvollem Essen zu tun hat, poste ich meine Erlebnisse heute hier.
Ich hatte Spätschicht, in einer Einrichtung in Berlin-Wedding, ich musste auf dem Weg zur Arbeit am U-Bhf Leopoldplatz umsteigen. Und wie immer war ich viel zu früh losgefahren, wieder mal hatten entgegen aller Voraussagen und Erwartungen alle Verbindungen von S-Bahn zu S-Bahn zu U-Bahn super gut geklappt und ich stieg erleichtert im Leopoldplatz aus.
Dort war heute wieder ein kleiner und sehr bescheidener Wochenmarkt, den ich schon oft gesehen, aber nie besucht hatte. Aud den ersten Anblick bot er nicht viel, ein paar vertäumte vereinzelte Lebensmittelstände, viel davon offensichtlich Obst und Gemüse und einige Textilstände, die mich aber einfach mal so gar nicht interessierten. Sehe ich den wirklich so aus, als ob ich eine Strampelhose, gepludert, mit Bündchenabschluß und Camouflage Flecktarnmuster brauche? Vielleicht noch ein Panzerkettchen aus Gold dazu, eine blau verspiegelte Sonnenbrille lässig aber äußerst unsinnig hoch auf dem Kopf getragen? Um es mit Bruce Willis zu sagen: Ich bin zu alt für diese Schaize.
Also steuerte ich zielstrebig auf die verschiedenen Lebensmittelstände zu, von denen mich einer besonders anlockte, denn der Aufschrift nach war es der Verkaufsstand eines Dorfmetzgers aus dem Landkreis Barnim. Ei der Taus, Daniel, das beschaust du mal näher. Hinter einer überzeugend gepflegten und proper sauberen Kühlauslage mit allen biblischen fleischlichen Genüssen stand eine Fleischereifachverkäuferin, die, um es politisch korrekt zu formulieren, allen gängigen Klischees über diese Spezies mehr als nur gerecht wurde.
Langer Rede kurzer Sinn, weil es alles wirklich mehr als nur ansprechend war und ich die Qualität erkennen konnte, die hier lag, zückte ich meinen Geldbeutel und die Verhandlungen begannen. Luftgetrocknete Schinkenknacker und kalt geräucherte Mettwürste, Nussbraten (Schweinebraten aus der großen Nuss des Schweins gemacht), durchwachsener Luft getrockneter Speck, Blutwurst im Schweinenetz, Leberwurst im Naturdarm, all das landete in meinem Einkaufsbeutel.
Erfahrene Hausfrauen wissen es, man sollte nie hungrig zum Einkaufen gehen. Ich hatte noch nichts gegessen. Ich habe im Urlaub mein Gewicht weiter reduzieren können und bislang das Gewicht von 78 kg seit Heimkunft aus Usedom halten können. Jojo Spiele mag ich nicht, also halte ich weiter eine mehr oder minder strikte Diät. Dementsprechend hungrig war ich halt auf dem Markt. Abends gibt es zu Hause dafür in aller Seelenruhe einen leckeren Salat oder die ein oder andere leckere Mahlzeit.
Aber zurück zum Markt. Gegenüber noch ein Käsestand, das sah ich den Auslagen und Aufschriften schon an. Ich hatte immer noch Zeit, also einfach mal hinschlendern, schauen kostet nichts. Tut es auch nicht, kaufen aber schon. Am Ende schluckte ich erst, hatte ich eben wirklich für 26 und zerdrückte Euro Käse und Butter eingekauft? Ja, hatte ich. Weil dieser Käsestand ein Stand mit Biokäse war, aus einem Ökodorf, ebenfalls im Landkreis Barnim angesiedelt. Ja, der Käse war teuer, jedenfalls teurer als was man gewöhnlich bei dem Discounter um die Ecke ausgibt.
Aber halt, lasst uns doch mal fair und gerecht überlegen. Ich habe also alles zusammen genommen 1 Kilo Käse gekauft, dazu noch 250 Gramm gesalzene Biosauerrahmbutter, dafür habe ich, wie oben bereits erwähnt, 26 Euro bezahlt. Meinen derzeitigen Verbrauch berechnend werde ich um die 10 Tage davon essen. Warum habe ich über den Preis erst geschluckt und Autsch gedacht??? Ich habe doch früher mit Leichtigkeit ein Vielfaches dieses Betrages für erheblich ungesünderes und mich schädigendes ausgegeben, oder? Wie viele Tage hätte ich rauchen können für den Betrag von 26 Euro?
Hier bekam ich dafür 400 eines super leckeren Bioschafsfeta, 200 Gramm Biochester, 200 lactosefreier Biobutterkäse, 200 Bioricotta und die Butter. Nicht das ich lactosefrei nötig hätte, ich wollte, will ihn probieren. Werde ich den Unterschied schmecken? Ich werde es euch wissen lassen. Was ich heute probiert habe war der Schafskäse, von dem gab es heute 100 Gramm in zierliche feine Würfel geschnitten in meinen bunten Sommersalat bestehend aus gelber Paprika, Fleischtomate, Salatgurke, Eisbergsalat und Karotte in Zitrone-Öl-Meerrettichdressing.
An einem schwülen Sommerabend nach anstrengendem Dienst ist das eine Belohnung gewesen, Diät bei purem Genuss!!!
Am Ende eines längeren Beitrages und noch längeren Tages möchte ich euch alle zu folgendem ermutigen:
Tut euch etwas Gutes am Ende eines Tages. Nicht alles, was gut schmeckt, hat viele Kalorien. Und habt noch diese Binsenweisheit dazu: Ja klar, der Biobauer fragt nach mehr Geld bei seinen Produkten, aber diese schmecken weit besser. Belohnt euch für einen rauchfreien Tag mit solchen Leckereien.
Es grüßt guter Dinge und freundlich Daniel aus dem Plänterwald