Hallo und guten Tag zusammen,
was ich heute zu erzählen habe, hätte ich eigentlich schon nach der erledigten Küchenarbeit am 18.09. posten wollen, doch mir waren wie jedem anderen auch die Hände gebunden. Nun aber ist ein schöner Samstag Nachmittag, ich erfreue mich am blühenden Enzian in meiner Küche, draußen geht die Sonne unter und ich habe etwas Zeit übrig, die ich für mal wieder für das Forum verwenden kann.
Das ich teils aus sehr persönlichen Gründen ein großer Liebhaber der bayrischen, aber auch der österreichischen und ungarischen Küche, also kurz, der k.u.k. Küche bin, ist treppauf treppab im Forum bekannt. Eine bei mir hoch im Kurs stehende Spezialität dieser Küche ist der schlichte Leberknödel.
Am 18.09. hatte ich einen freien Tag und kam auf einer Einkaufstour, Lebensmittel wurden gebraucht, auch beim Fleischer meines Vertrauens vorbei. Der hatte per Zufall, es kommt nicht oft vor, Kalbsleber im Angebot. Was habe ich gemacht? Um die 1,1 Kilo Kalbsleber und die etwa gleiche Menge Rinderleber gekauft. Ja, richtig gerechnet, ich als Single hatte also zusammen 2,2 Kilo rohe Leber gekauft. Ja, ich versichere euch, es ist alles in Ordnung mit mir.
Was ich dann zu Hause mit meinen Einkäufen bzw. auch Vorräten zu Hause gemacht habe, lest ihr nun, nämlich 72
[size=2][b][u][color=red]Leberknödel[/color][/u][/b][/size]
[b][color=red]benötigte Werkzeuge:[/color][/b]
[list]
[*] 1 Fleischwolf
[*] 2 (sehr) große Rührschüsseln
[*] 1 Bräter
[/list]
[b][color=red]Zutaten (für 2 Personen):[/color][/b]
[list]
[*] [color=red]2,2 Kilo rohe Leber, halb Rind, halb Kalb[/color]
[*] [color=red]2,2 Kilo trockenes Brot oder Brötchen[/color]
[*] [color=red]0,5 Liter Milch (1,5% Fettgehalt)[/color]
[*] [color=red]7 Zwiebeln[/color]
[*] [color=red]15 Eier[/color]
[*] [color=red]400 Gramm Butter[/color]
[*] [color=red]15 Zehen Knoblauch[/color]
[*] [color=red]Salz, Pfeffer, gemahlener Kümmel[/color]
[*] [color=red]Petersilie[/color]
[/list]
Heute erspare ich euch und auch mir die Darlegung der Kalorienzahlen im einzelnen aufgeführt. Glaubt mir einfach wenn ich euch sage, dass bei einem Gewicht von ca. 60 bis 70 Gramm pro fertig gegartem Knödel diese um die [color=green][b]160 kcal[/b][/color] pro Stück haben.
[b][color=red]Zubereitung:[/color][/b]
Als erstes erwärmt ihr bitte die Milch leicht und gießt diese über das getrocknete (Alt)Brot in einer der beiden Rührschüsseln.
Solltet ihr zu Hause keinen Fleischwolf haben, ist euer Fleischer auch sicherlich bereit, euch die Leber schon im Geschäft zu wolfen. Ich habe eine gute alte Küchenmaschine zu Hause mit Fleichwolfvorsatz, bin also in der glücklichen Lage, das ich die Leber selber durchlassen (wolfen) kann.
Das hat bei mir damit auch den Vorteil, dass ich zum Beispiel meinen Knoblauch nur schälen, aber nicht hacken muss, ebenso die Petersilie und die Zwiebeln, ich lasse alles peu a peu mit der Leber durch den Wolf.
Wenn ihr also beim Fleischer gewolfte Leber gekauft habt. ist jetzt die Zeit bei euch dafür reif, Knoblauch und Petersilie und die Zwiebeln fein zu hacken und der Lebermasse zuzugeben.
[color=green][b]ein Tipp:[/b]
Halbiert erst eure Knoblauchzehen, dann gebt danach einen gehäuften Teelöffel Salz darüber. Das verhindert, dass euch der Knoblauch in alle Ecken springt beim Hacken und ihr bekommt dadurch ein besseres Ergebnis und die Küche bleibt um vielfaches sauberer.[/color]
Gebt nun die restlichen Zutaten wie Salz, Pfeffer, etwas gemahlenen Kümmel, Petersilie, die zu sehr feinen Würfeln gehackten Zwiebeln und die Eier zu der Lebermasse. Auf Grund des höheren Wassergehaltes von Leber zuzüglich der Eier ist diese nun sehr flüssig, das erledigt sich aber gleich, keine Sorge.
Lasst in einer kleinen Kasserolle sie Butter auf schwacher Hitze schmelzen. Sie darf [b]KEINE!!!![/b] Farbe annehmen, also bitte Obacht geben. Die zerlaufene Butter gebt zur Brot-Milch Masse, knetet diese kurz mit der Hand durch.
Es kommt zum spannenden Moment, die Hochzeit von Leber- und Brotmasse, vereint beide Massen in einer Schüssel und knetet die Masse nun sorgfältig durch.
Lasst die nun so bearbeitete Masse etwa 30 Minuten kühl ruhen. In der Zwischenzeit könnt ich schon wieder abwaschen, putzen, aufräumen, oder es lassen, das bleibt eurem persönlichen Ordnungssinn überlassen. In jedem Fall müsst ihr euch in der Zeit einen Bräter auf den Herd stellen und den zur Hälfte mit gesalzenem Wasser befüllen.
[color=green][b]ein Tipp:[/b]
Wenn ihr dem Wasser außer Salz auch noch frisches oder getrocknetes Suppengrün, eine halbierte Zwiebel, zwei Nelken, ein Lorbeerblatt und ggf, wenn vorhanden, vier bis sechs Wachholderbeeren und zwei Pimentkörner zugebt, habt ihr nach dem Garen aller Knödel auch noch einen sehr guten Brühenansatz.
Puristen machen es anders, die bemessen ihr Wasser im Bräter und geben entsprechend der Menge bei beispielsweise 1,5 Liter Wasser drei Brühwürfel zu.[/color]
Es ist soweit, eure Knödelmasse hat sich ausgeruht und ist sicherlich gut gebunden jetzt. Falls nicht, gebt noch etwas Paniermehl zu, ich bin mir aber sehr sicher, dass das nicht nötig ist.
Formt mit [b]nassen Händen!!![/b] Knödel, die ihr so wie ihr sie formt gleich ins heiße Wasser im Bräter lasst. Gelegentlich müsst ihr an die Oberfläche auftreibende Knödel mit einem Schaumlöffel ausheben und auf einem mit Küchenkrepp belegten Tablett oder Backblech auskühlen lassen.
[color=green][b]Achtung!!![/b]
Nur an die Oberfläche auftreibende Knödel sind komplett durchgegart.[/color]
Wenn die Knödel ausgekühlt sind, dann nehmt ihr euer Tablett oder Backblech und stellt es so wie es ist in den Gefrierschrank, friert die Knödel vor, bevor ihr sie noch einmal später in eine Gefrierbox gebt.
Und wie isst man solche Leberknödel? Wer zur Hölle will denn so oft Leberknödelsuppe essen???? :|
Ich nicht, ihr auch nicht. Daher hier ein paar letzte Tipps, wie ihr Leberknödel noch servieren könnt.
Mal in einer Brühe als klassische Leberknödelsuppe mit viel Gemüse dazu.
Mal nur in der Brühe gegart und dann mit Sauerkraut und Kartoffelbrei.
An einem sonnigen goldenen Oktobertag den/die Leberknödel mit Weißkraut- oder Sauerkrautsalat.
Oder den Leberknödel, auch das geht toll, in Scheiben geschnitten, die Scheiben in der Pfanne leicht angebraten und dazu Bratkartoffeln und Sauerkraut oder Krautsalat.
Die Vorteile dieser auf Vorrat gefrorenen Leberknödel sind folgende:
Mit der Sauerei an einem Tag habt ihr euch einen guten Vorrat erstellt, der je nach Entnahme bis zu sechs Monate halten kann und darf. Länger als sechs Monate solltet ihr gefrorene Leberknödel nicht aufbewahren.
Ein weiterer Vorteil ist, dass diese gefrorenen Knödel sauber einzeln entnehmbar sind und blitzschnell in heißem Wasser, alternativ in heißer Würfelbrühe erhitzt und zubereitet werden können. Für die unter euch, die nach der Arbeit nicht viel Zeit zur Zubereitung von Speisen haben, sind sie geradezu ideal.
Vorausschauende Menschen nehmen ggf. die Knödel schon morgens aus dem Gefrierschrank und lassen sie im Kühlschrank auftauen.
Und nun wünsche ich guten Appetit,
Leichte Grüße, Daniel, der Plänterwäldler