Ach meine Liebe,
Du darfst dich ruhig ärgern, enttäuscht sein, niedergeschlagen, wütend……du darfst alles was du willst. Aber das ist nicht allein aussagekräftig. Schau dir doch die andere Seite auch mal an. 60 Tage hast du deinen Körper vom Nikotin freigehalten. Was hast du in diesen 60 Tagen schon alles gelernt. Dein Körper hat schon die ersten Anzeichen von einem Nikotinfreien Leben vernommen. Welche Situationen hast du schon ohne Nikotin durchlebt und entkoppelt. Ja Klar, das Suchtgedächtnis springt sofort bei der ersten Zigarette wieder an. Das freut sich. Aber genau aus dieser Situation kannst du lernen. Warum hast du geraucht? Welche Situation war dafür ausschlaggebend? Stress? Wie kannst du in Zukunft mit solchen Situationen anderes umgehen. Was würde dir bei Stress helfen und aus dieser Falle rausholen?
War es wirklich ein Rückfall oder ein Ausrutscher? Ein Rückfall ist: in das Verhalten des Rauchers wieder zu fallen, mit allen Situationen und Rituale. Ein Ausrutscher ist: wenn man 2/3/4 Zigaretten geraucht hat, jedoch nicht in das alte Verhaltensmuster zurück gefallen ist. Natürlich ist dies auch schei….. Aber dennoch auch eine Lerneinheit auf deinen Weg in die Rauchfreiheit.
Ich habe mit 15 angefangen, mit 16 aufgehört und mit 17 wieder angefangen bis vor 5,5 Jahren durchgängig geraucht. 20 - 25 Stück am Tag, sogar in der Nacht, wenn ich wach geworden bin, habe ich geraucht. Ich habe auch in den ersten 10 Tagen 3 geraucht und nach drei Monaten in einer Stresssituation noch mal 4. Danach war mir klar, „Das will ich nicht mehr“ Auch in der letzten Woche hatte ich (nach einer traurigen Nachricht) noch mal einen Schmachtanfall, weil ich so eine Situation ohne Rauch noch nicht durchlebt hatte. Aber es war meine Entscheidung, frei zu bleiben.
Ich mag dich bitten, zum einem nicht so streng mit dir selber zu sein. Zum anderen gut auf dich aufzupassen und zu überlegen, welche Ausweichmöglichkeiten sind dir in bestimmte Situationen gegeben.
Welche Stationen könnten für dich brenzlig werden?
LG Bine