Hallo Simon,
herzlich willkommen hier bei uns, schön daß Du hergefunden hast.
Ja bei mir war es auch so, daß die Beschäftigung mit dem Rauchen und das Sammeln von Infos (gerade auf dieser Seite) in mir den Wunsch gefestigt hat, das Rauchen aufzuhören. Und ehrlich gesagt, mir auch das Vertrauen gegeben hat, daß es funktionieren kann.
Ich würde Deine jetzige Situation aber keinesfalls rundheraus als negativ beurteilen Simon! Ich bin absolut bei Dir, die E-Zigarette sollte nach Möglichkeit nicht das Endergebnis sein, denn eintrainierte Raucherroutinen merzt Du damit nicht aus. Damit ist der Schritt zurück zur Zigarette nicht so groß wie ganz ohne. Und über die gesundheitlichen Folgen der E-Zigarette gibt es ja auch noch keine Langzeitstudien, weil sie dazu noch zu jung ist. Insofern bist Du wirklich auf der sicheren Seite, wenn Du auch die E-Zigarette irgendwann aufgeben kannst.
Aber schau mal, Du änderst ja schon was. Hast ja schon einen Teil all der Gifte vom Hals, die in der Zigarette enthalten sind. Und in Deinem Kopf ist das Abgewöhnen der E-Zigarette ja auch schon fest verankert. Ich finde, das ist ein ganz wichtiger Punkt! Im Grunde weißt Du ja, daß es besser ganz ohne irgendwas zu inhalieren gehen sollte, und das finde ich toll, wirklich weitsichtig von Dir und eine absolut positive Einstellung Simon.
Ein kleiner workaround, der hier gerne genutzt wird, ist das Zurechtschneiden eines Trinkhalmes auf Zigarettenlänge und dann, durch diesen "Luft zu rauchen". Das ist ein körperlich sehr ähnlicher Vorgang und fühlt sich auch ähnlich an. Ferner wird die Rauchlust, oder auch einfach die Lust auf den körperlichen Vorgang (Nikotin verwendest Du ja nicht, und der Nikotinentzug ist nach Deinen elf Tagen normalerweise schon abgeschlossen) dadurch etwas besänftigt, eben weil es dem Zigarettenrauchen so ähnelt. Vielleicht hilft Dir das mal anstelle der E-Zigarette, wenn Du Dich dafür bereit fühlst? Ist immerhin weniger skurril, sich reine Luft in die Lunge zu ziehen, als sich irgendwas verdampftes, verbranntes oder vernebeltes da hinein zu ziehen, was denkst Du?
Und versuch ruhig auch, eingefahrene Raucherroutinen zu ändern. Weißt Du für Dich, in welchen Situationen Du gewohnheitsmäßig rauchst? Für viele ist es die zum Kaffee oder beim Autofahren oder nach dem Essen - welche ich es für Dich? Und was könntest Du in diesen Situationen anders machen? Zum Kaffee einen Keks? Im Auto ein zuckerfreies (am besten Scharfes) Bonbon lutschen? Oder gleich nach dem Essen ein Glas Wasser trinken oder die Zähne putzen? Siehst Du, viel Rauchlust wird nicht allein von dem Verlangen nach Nikotinnachschub getriggert, sondern aus eintrainierten Situationen heraus. Deshalb gilt es, diese zu ändern, um die Sucht in den Griff zu bekommen. Und da bist Du ja hier goldrichtig, hier kannst Du Dir Tipps und Tricks für Deine Rauchersituationen holen und Dich mit Gleichgesinnten austauschen.
Wie geht Dein zu 90 % rauchendes Umfeld mit Deinem Rauchstopp um? Kannst Du da um Verständnis ersuchen oder wenigstens Akzeptanz?
Elf Tage sind schon ein guter Schritt in Richtung Entwöhnung Simon. Und wenn Du die E-Zigarette auch noch ablegen willst, schaffst Du es auch. Mußt den Weg ja auch nicht allein beschreiten, hier gehen ja ganz viele mit Dir mit. Ich freu mich drauf!
Damit wünsche ich Dir heute angenehme Osterfeiertage und hoffe, bald wieder von Dir zu lesen. Viele Grüße sendet Dir
Lydia