Guten Morgen, Dizzy,
mit deinem Waldspaziergang, den du gerade machst, hast du zu einer super Waffe gegen Nikotingelüste gegriffen! Nichts befreit so gut von Nikotinschwaden-Gelüsten wie frische Luft pur! Dein Spaziergang ist eine optimale Abwehrtechnik, notfalls tun´s aber auch tiefe Schnaufer am offenen Fenster. (Mein bester Therapeut in dieser Phase war meine Fellschnauze, die sich über jeden mit Rausgehen quittierten Nikotinanfall unbändig gefreut hat - so hatte bei mir alles auch seine positiven Seiten.)
Dass du momentan verstärkte Nikotinkoller verspürst, hat sicherlich auch damit zu tun, dass du jetzt in einer anderen Phase unterwegs bist als am Anfang deines Ausstiegs. In den ersten zwei, drei Wochen kämpfst du mit dem schieren Entzug, bist aber mit einer hohen Motivation am Start und siehst vielleicht sogar die Müdigkeit als positives Zeichen der erfolgreich einsetzenden Entgiftung. Jetzt meldet sich aber der Alltag ohne Kippe zu Wort - ganz besonders in den Situationen, in denen du früher geraucht hast. Und das dürften etliche sein, oder? Du hast dir jahrelang antrainiert, dass zu einer bestimmten Situation eine Kippe gehört, und plötzlich fehlt da was - der Auslöser für deine Nikotinkoller kommt einfach nur aus deinen früheren Gewohnheiten heraus. Doof, aber leider unvermeidbar.
Du bist aber bereits auf der Gewinnerstrecke, denn du setzt alten Gewohnheiten, die mit der Kippe gekoppelt waren, neue rauchfreie Gegenbeweise entgegen. Und je öfter du das bewusst tust, um so schneller werden diese Koppelungen aufgehoben sein. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich dir nur den Eckwert von ca. einem halben Dutzend Mal nennen, in der ich eine Situation bewusst ohne Kippe als positiv erlebt habe, bevor diese hinterhältige Koppelung verschwunden war.
Alles, was du derzeit erlebst, ist eine völlig normale (positive!) Entwicklung, denn sie zeigt deine immer größer werdende Distanz zur Kippe! Halte bitte durch, du bist auf der Zielgeraden...
Liebe Grüße und toi, toi, toi
Brigitte