[b]Der schleichende Glimmstengel, wie sich Routinen einnisten
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Manchmal frage ich mich, wann genau es angefangen hat.
Wann aus der einzelnen Zigarette nach ein fester Bestandteil des Tages wurde.
Wann sich der Griff zur Schachtel so selbstverständlich anfühlte wie das Atmen.
Eigentlich war es schon ein Entschluss, aber kein bewusster, überlegter.
Es war dieses Dazugehören-Wollen.
Alle in meinem Umfeld rauchten, vor allem Freunde.
Man bekam ständig ein Angebot, wollte nicht „die Einzige“ sein, die ablehnt.
Und so wurde aus dem harmlosen „Klar, ich nehm eine“ irgendwann eine Gewohnheit, die sich still ins Leben geschlichen hat.
Ein Zug hier, ein „nur kurz“ da, und ehe man sich versah, war es normal.
So normal, dass man gar nicht mehr merkte, wie sehr der Glimmstängel das eigene Leben mitbestimmt.
Er war immer da.
Beim Warten. Beim Denken. Beim Fahren. Beim Reden.
Ein ständiger Begleiter bis man irgendwann gar nicht mehr wusste, wer man ohne ihn ist.
Heute, rückblickend, sehe ich erst, wie tief diese Routinen saßen.
Wie sie sich an jede Situation angeheftet haben.
Und wie befreiend es ist, das langsam zu lösen, Stück für Stück.
Rauchfrei zu werden heißt nicht nur, auf Nikotin zu verzichten.
Es heißt, sich selbst wiederzufinden, jenseits all dieser kleinen, stillen Gewohnheiten.
Und das ist ein unglaublich gutes Gefühl. ?
Ich hätte nie gedacht, dass ich es einmal wirklich schaffen würde, ehrlich nicht.
Der Weg war hart und manchmal fühlte sich jede Stunde wie eine Ewigkeit an.
Aber irgendwann kam dieser Moment, an dem es leichter wurde.
Und genau der kommt, auch wenn man zwischendurch zweifelt.
Jede*r von uns geht diesen Weg anders, mal schneller, mal langsamer.
Wir sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht und doch verbindet uns dieses Ziel:
Frei zu sein.
Also gebt nicht auf... irgendwann überwindet man alles. ?