Jedes Jahr veröffentlicht die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) das Jahrbuch Sucht. Gerade ist die Ausgabe für das Jahr 2026 erschienen, wie immer voller interessanter Daten und Fakten zum Suchtmittel-Konsum der Menschen in Deutschland.
Zigaretten-Verbrauch in Deutschland: leichter Anstieg, aber langfristig rückläufig
Die Zigarette ist nach wie vor das Suchtmittel, das in Deutschland die meisten Todesfälle verursacht – jährlich sind es etwa 131.000. Entsprechend umfassend sind die Daten zum Rauchverhalten, die im Jahrbuch Sucht zusammengestellt werden. Ein Teil der Zahlen ist vorläufig und könnte im Jahresverlauf noch angepasst werden. An den grundlegenden Größenordnungen ändert sich jedoch in der Regel wenig. Ein Beispiel dafür ist der Zigarettenverbrauch: Im Jahr 2025 wurden in Deutschland über 66 Milliarden Zigaretten (vorläufige Zahl) versteuert. Diese Zahl gibt nicht exakt den tatsächlichen Konsum wieder (Tabakwaren, die etwa im Ausland erworben und nach Deutschland mitgebracht werden, zum Beispiel nach einem Urlaub, tauchen nicht auf), liefert aber einen verlässlichen Annäherungswert für den Gesamt-Verbrauch hierzulande.
Im langfristigen Vergleich zeigt sich ein deutlicher Rückgang. Im Jahr 2005 lag der Verbrauch noch bei annähernd 96 Milliarden Zigaretten pro Jahr. Seither ist die Zahl der versteuerten Zigaretten insgesamt gesunken. Im Jahr 2023 wurde mit rund 64 Milliarden Zigaretten ein vorläufiger Tiefstand erreicht. Aktuell deutet sich mit den schon genannten „über 66 Milliarden“ wieder ein leichter Anstieg an.
Rauchen bleibt weit verbreitet
Auch die Tabaksteuereinnahmen sind zuletzt wieder leicht angestiegen. Für das Jahr 2024 wird ein Wert von knapp 14,9 Milliarden Euro ausgewiesen, für 2025 wird ein Wert von knapp 15,8 Milliarden Euro angegeben (und ebenfalls als vorläufig deklariert). Auch die Ausgaben für Tabakwaren sind hoch und liegen mittlerweile bei über 31 Milliarden Euro jährlich. Allein diese Zahlen machen deutlich: Tabakkonsum ist in Deutschland immer noch weit verbreitet. Untermauert wird diese Aussage im Jahrbuch Sucht über repräsentative Daten zum Rauchverhalten der Menschen. Je nach Studie (und insbesondere des darin betrachteten Altersspektrums) liegt der Anteil der Rauchenden unter Erwachsenen weiterhin bei etwa einem Fünftel bis zu einem guten Drittel der Bevölkerung. Bei Jugendlichen ist der Anteil deutlich geringer.
Neue Formen des Nikotinkonsums
Neben klassischen Zigaretten gewinnen auch andere Nikotinprodukte an Bedeutung. Dazu gehören vor allem E-Zigaretten und Tabakerhitzer. Besonders unter jungen Erwachsenen werden diese Produkte vergleichsweise häufig genutzt. Das Jahrbuch Sucht spricht in diesem Zusammenhang von „verwandten und neuartigen Nikotinprodukten“. Laut einer im Jahrbuch zitierten Studie nutzen derzeit drei Prozent der Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren hierzulande E-Zigaretten und knapp ein Prozent Tabakerhitzer.
Kosten des Rauchens für die Gesellschaft
Und noch etwas: Rauchen wirkt sich nicht nur auf die Gesundheit aus, sondern auch auf die Gesellschaft insgesamt. So zeigt das Jahrbuch, dass die gesamtwirtschaftlichen Kosten des Rauchens in Deutschland jährlich rund 97,24 Milliarden Euro betragen. Dazu zählen sowohl direkte Kosten, etwa für die Behandlung tabakbedingter Erkrankungen, als auch indirekte Kosten, beispielsweise durch Arbeitsausfälle oder verringerte Produktivität. Die Zahlen machen deutlich: Die Folgen des Rauchens reichen weit über den einzelnen Menschen hinaus.
Fazit
Trotz eines langfristigen Rückgangs beim Rauchen ist der Anteil der Rauchenden in Deutschland weiterhin hoch. Umso wichtiger ist es, auf Unterstützungsangebote für einen gelingenden Rauchstopp aufmerksam zu machen.
Informationen für einen gelingenden Ausstieg finden Sie unter Rauchstopp.