Eine aktuelle bundesweite Befragung von Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 bis 10 macht deutlich, dass Passivrauchen im Auto kein Randphänomen ist. Rund jede zehnte befragte Person gab an, „oft“ oder „sehr oft“ in einem Auto mitzufahren, in dem geraucht wird. Hochgerechnet auf ganz Deutschland bedeutet das: Mehr als 750.000 Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 17 Jahren sind regelmäßig Tabakrauch im Auto ausgesetzt.
Besonders auffällig ist, dass die Belastung mit zunehmendem Alter steigt. Auch soziale Faktoren spielen eine Rolle: Kinder und Jugendliche aus sozial stärker benachteiligten Regionen sind häufiger betroffen. Geschlechterunterschiede zeigten sich dagegen nicht.
Warum Rauchen im Auto besonders problematisch ist
Das Innere eines Wagens ist ein vergleichsweise kleiner und geschlossener Raum. Schadstoffe aus dem Tabakrauch können sich hier in kurzer Zeit stark konzentrieren – selbst dann, wenn ein Fenster geöffnet ist. Hinzu kommt: Tabakrauch setzt sich an Oberflächen wie Sitzen, Armaturen oder an der Kleidung fest. Diese Rückstände bleiben auch nach dem Lüften bestehen und können weiterhin gesundheitsschädliche Stoffe freisetzen.
Gerade für Kinder und Jugendliche ist das problematisch. Passivrauchen steht bei ihnen unter anderem in Zusammenhang mit Atemwegsinfekten, Asthma, Mittelohrentzündungen und anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Sie haben keine Möglichkeit, sich der Situation zu entziehen – und tragen dennoch die gesundheitlichen Folgen.
Passivrauchen und eigenes Konsumverhalten: jetzt den Rauchstopp angehen
Die Studie zeigt außerdem einen Zusammenhang zwischen Passivrauchbelastung im Auto und dem eigenen Nikotinkonsum der Jugendlichen. Wer häufig Tabakrauch im Auto ausgesetzt ist, konsumiert selbst öfter Zigaretten oder E-Zigaretten. Das unterstreicht, wie wichtig rauchfreie Umgebungen als Schutz- und Vorbildfaktor sind – besonders in Familien.
In vielen europäischen Ländern ist das Rauchen im Auto bereits verboten, wenn Minderjährige mitfahren. Dazu zählen unter anderem Frankreich, Italien, Österreich und England. Unabhängig von gesetzlichen Regelungen gilt: Wer im Auto nicht raucht – oder besser noch: an anderen Orten ebenfalls nicht – schützt nicht nur andere, sondern auch sich selbst.
Und: Für viele kann das bewusste Nichtrauchen im Auto ein erster Schritt in Richtung Rauchfreiheit sein. Wir unterstützen Sie dabei. Mehr Infos gibt es unter Mein Rauchstopp.
