Viele Ex-Rauchende berichten: Obwohl ihr Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören, klar und eindeutig war – der Weg zu ihrem erfolgreichen Rauchstopp war nicht unbedingt geradlinig. Insbesondere Stress, innere Unruhe und fest verankerte Gewohnheiten haben ihren Plan „Rauchfreiheit“ zum Teil erheblich erschwert. Deshalb liegt diese Frage nahe: Können Methoden, die zugleich Körper und Psyche ansprechen, beim Rauchstopp unterstützen – wie zum Beispiel Yoga?
Nützlich beim Stressabbau: Yoga
Yoga wird von vielen Menschen praktiziert, um den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen, Stress zu reduzieren und die Stimmung zu stabilisieren. Genau diese Aspekte spielen auch beim Rauchstopp eine wichtige Rolle. Eine aktuelle wissenschaftliche Übersichtsarbeit (= eine Untersuchung, bei der mehrere Einzelstudien zum gleichen Thema betrachtet werden) hat deshalb untersucht, ob Yoga einen messbaren Beitrag zur Tabakentwöhnung leisten kann, entweder als alleinige Methode oder ergänzend zu anderen Angeboten.
Studienlage mit positiver Tendenz
In die Auswertung flossen mehrere Studien mit erwachsenen Rauchenden ein. Im Mittelpunkt stand jeweils die Frage, ob Teilnehmende am Ende der Yoga-Intervention zumindest sieben Tage am Stück rauchfrei waren. Das Ergebnis: In den ausgewerteten Studien hatten Teilnehmende, die Yoga praktizierten, eine höhere Chance, zumindest kurzfristig rauchfrei zu sein. Der Effekt war nicht in allen Untersuchungen gleich stark, zeigte aber insgesamt eine eher günstige Tendenz in Richtung Rauchstopp. Interessant: Wenn Studien mit methodischen Schwächen herausgerechnet wurden, wurden die Ergebnisse klarer bzw. einheitlicher. Das spricht dafür, dass Yoga tatsächlich eine unterstützende Wirkung haben könnte – auch wenn weitere Forschung nötig ist, um den Effekt genauer zu beziffern.
Yoga trägt zu Ausgeglichenheit bei
Interessant sind außerdem die zusätzlichen positiven Wirkungen, die in den Studien beobachtet wurden. So berichtete eine ganze Reihe von Teilnehmende von weniger Angst- und Depressionssymptomen sowie einer verbesserten Lebensqualität durch die regelmäßigen Yoga-Übungen. Diese positiven Effekte sind auch für den Rauchstopp relevant. Denn wer sich ausgeglichener fühlt, greift in belastenden Situationen seltener zur Zigarette.
Fazit: sinnvolle Ergänzung, kein Ersatz für klassische Rauchstopp-Methoden
Die Ergebnisse legen nahe, dass Yoga eine hilfreiche Ergänzung zu klassischen Methoden der Tabakentwöhnung (wie zum Beispiel Beratung, der Austausch mit Gleichgesinnten oder medikamentöse Unterstützung) sein kann – insbesondere für Menschen, die parallel zu ihrer Tabakentwöhnung auch ihren Alltagsstress und ihre emotionalen Auslöser für Rauchverlangen besser in den Griff bekommen wollen. Anders formuliert: Wer den Rauchstopp ganzheitlich angeht und Körper UND Psyche einbezieht, kann seine Chancen auf ein dauerhaft rauchfreies Leben vergrößern.
