„Lebensstil ist Medizin“: So lautet die Schlussfolgerung einer Wissenschaftlerin der University of Florida, die gemeinsam mit ihrem Team eine spannende Studie durchgeführt hat.
Nichtrauchen schützt das Gehirn
Das Forschungsteam begleitete über zwei Jahre hinweg 128 Erwachsene im mittleren und höheren Lebensalter und untersuchte in dieser Zeit ihre Gehirne per MRT (Magnetresonanztomographie = ein Verfahren, mit dem Schnittbilder des menschlichen Körpers erzeugt werden) und mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Die meisten Studienteilnehmenden litten unter Knieschmerzen und hatten Arthritis bzw. ein erhöhtes Arthritis-Risiko. Das Forschungsteam interessierte sich für das Alter der Gehirne der Teilnehmenden – und zwar unabhängig vom tatsächlichen Lebensalter. Denn manche Gehirne altern schneller als andere – und das hat offenbar unter anderem etwas mit unserer Lebensweise zu tun. Das „Gehirn-Alter“ wurde mittels eines Verfahrens auf Basis von Künstlicher Intelligenz ermittelt.
Das Ergebnis der Studie: Menschen mit mehreren gesundheitsfördernden Gewohnheiten hatten Gehirne, die im Schnitt bis zu acht Jahre jünger erschienen und offenbar langsamer alterten. Zu diesen schützenden Faktoren gehörte ausdrücklich auch das Nichtrauchen.
Weitere Gesundheitsfaktoren
Weitere schützende Faktoren, die unsere Gehirne offenbar langsamer altern lassen, waren unter anderem:
- erholsamer und ausreichend langer Schlaf
- ein gesunder Umgang mit Stress
- stabile Beziehungen zu anderen Menschen
- ein gesundes Körpergewicht
Besonders interessant: Auch Menschen mit chronischen Belastungen – etwa langanhaltenden Schmerzen oder schwierigen Lebensumständen – profitierten von diesen förderlichen Einflüssen. Zur Erinnerung: Ein großer Teil der Teilnehmenden an der Studie litt unter Arthritis bzw. Knieschmerzen. Auch bei diesen Menschen zeigt sich also der „Jüngeres-Gehirn-Effekt“ durch die genannten Faktoren.
Rauchen: eine Dauerbelastung für das Gehirn
Rauchen bedeutet für das Gehirn dagegen ständigen Stress. Es verschlechtert die Durchblutung und begünstigt zudem entzündliche Prozesse. Die Studie zeigt zwar keine unmittelbaren „Vorher-Nachher-Effekte“ des Rauchens, macht aber deutlich: Menschen, die rauchen oder geraucht haben, wiesen im Durchschnitt ungünstigere Gehirnprofile auf als Nichtrauchende.
Fazit
Die Botschaft dieser Studie: Die Gewohnheiten, die wir unserem Gehirn zumuten, entscheiden maßgeblich mit darüber, wie schnell es altert. Und: Viele Aspekte unseres Alltags lassen sich durch uns gestalten – und das Gehirn scheint darauf gut zu reagieren. So kann etwa Stressmanagement trainiert werden, Schlafprobleme sind oftmals behandelbar und Unterstützung beim Rauchstopp gibt es unter anderem bei uns.
Unterstützung beim Rauchstopp
Sie möchten mit jemandem über Ihren Rauchstopp sprechen? Rufen Sie uns an. Die BIÖG-Telefonberatung zur Rauchentwöhnung steht Ihnen montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, unter 0 800 8 31 31 31 als kostenfreie Servicenummer zur Verfügung.
