25.02.2016
22:07 Uhrbearbeitet:
25.02.2016
22:13 Uhr
Liebe Danni,
erstmal herzlichen Glückwunsch zu Deinem Ausstieg und den bereits geschafften acht Tagen! Gerade in Anbetracht dessen, daß es Dir der Suchtteufel nicht gerade einfach zu machen scheint. Aber Du bist wirklich tapfer.
Leider verstehe ich mich nicht auf das Medikament, habe ich selber nie benutzt. Hast Du in den letzten acht Tagen mal mit dem verordnenden Arzt gesprochen, ob Deine Befindlichkeiten im Rahmen tolerierbarer Parameter sind? Ich möchte Dir da gerne die Rückkoppelung mit dem behandelnden Arzt ans Herz legen.
Ich möchte Deine Beschreibung gerne mal von der Medikation losgelöst betrachten. Denn ich glaube, das was Dir momentan so zu schaffen macht, ist der psychische Entzug vor allem in Situationen, in denen Du das Rauchen bisher verinnerlicht hattest (Job). Dieses Phänomen hättest Du mit oder ohne Tablette möglicherweise gleichermaßen. Es gilt also, festgefahrene Koppelungen bestimmter Situationen an die Zigarette zu lösen. Das ist das Wesen der Entwöhnung.
Kannst Du diese Situation irgendwie abändern? Umdekorieren, umorganisieren? Gibt es eine Möglichkeit, Abläufe anders zu gestalten? Nicht mehr "um die Zigarette" herum? Und falls nicht, kannst Du Dir Ersatzhandlungen vorstellen? Möhren- oder Paprikasticke knabbern (die kann man sogar auf zigarettenähnliches Format schnippseln, das hilft manchen sogar)? Oder kannst Du Dir vorstellen, einen Strohhalm auf Zigarettenlänge abzuschneiden und im Notfall durch diesen "Luft zu rauchen"? Oder hast Du einen Relaxball zum Kneten? Kaue scharfen Kaugummi (das Malmen mit den Zähnen kann auch streßabbauend wirken).
Deine Strategie, einen Tag nach dem anderen durchzuhalten, finde ich aber super, weil Du die Zeit in überschaubare Einheiten aufteilst. Ist eine gute Strategie!
Und schließlich: Danni, es bleibt nicht so. Es wird besser werden. Acht Tage sind schon eine tolle Leistung, aber die Entwöhnung dauert schon etwas länger - egal ob mit oder ohne medikamentöse Unterstützung. Deshalb wirst Du nach Absetzen des Medikaments sicher nicht mehr in einen tieferen Graben fallen als den, den Du heute durchschreitest. Da brauchst Du glaube ich keine Angst haben. Denn der Entzug ist nicht unendlich, er geht vorbei. Und es wird besser, es bleibt nicht so schwer. Aber Du hast gut vorgelegt, bitte gib nicht auf. Es lohnt sich so sehr!
Hast Du vielleicht Lust, uns noch etwas von Dir und Deiner Raucherkarriere zu erzählen? Wie lang hast Du denn geraucht, und wie viel? Nur wenn Du magst natürlich. Aber komm gern jederzeit her, berichte, tausche Dich aus. Es ist eigentlich immer jemand hier zum quatschen. Das hilft auch!
Ich wünsche Dir erstmal einen schönen Abend und weiterhin alles Gute. Viele Grüße sendet Dir
Lydia