Guten Tag liebe Nichtrauchergemeinschaft,
ich bin Elizabeth und habe vor 4 Tagen aufgehört zu rauchen!:-)
Eigentlich ist es halb so schlimm, wie ich dachte. Ich glaube die Angst vor dem Aufhören und die Angst, die Zigarette als "treuen Begleiter" zu verlieren, war viel schlimmer. Ich denke dieser Tage natürlich schon viel an das Rauchen, aber es ist nichts schlimmes mit mir passiert. Ok, vielleicht schlafe ich ein klein wenig unruhig und habe in den ersten zwei Nächten ein kleines bisschen mehr geschwitzt, das muss aber nicht zwangsläufig mit meinem Rauchstop zusammenhängen. Und ich meine fast, dass es jetzt schon ein ganz kleines bisschen nachlässt mit den ganz starken Schmachtanfällen. Wenn ich beschäftigt bin, dann denke ich eigentlich gar nicht daran. Das ist schön!
Angeregt durch einen Beitrag hier im Forum, habe ich festgestellt, dass es hilfreich für mich ist, die Schmachtanfälle bewusst wahrzunehmen, sie also nicht zu verdrängen. Wenn also ein Schmachtanfall kommt, dann nehme ich ihn bewusst wahr bzw. zur Kenntnis ("OK, jetzt bist du also da, Schmachtanfall, ich warte einfach kurz, bis du wieder weg bist"), warte bis die Schmacht vorüber ist und dann geht es auch wieder. Also summa summarum: alles wirklich weniger hart, als ich dachte, aber gleichzeitig wird mir auch voll bewusst, dass das definitiv kein einfaches Unterfangen ist! Denn: ich habe den Eindruck, dass die psychische Abhängigkeit viel schwieriger zu überwinden ist, als den körperlichen Entzug hinter sich zu bringen. Und dazu würde ich mich sehr sehr freuen, wenn mir jemand hier aus dieser Gemeinschaft ein bisschen was zu seinen/ihren Erfahrungen beim Aufhören bezüglich der psychischen Abhängigkeit schreiben könnte. Also wie lange die psychische Abhängigkeit bei euch angedauert hat und wann ihr den Eindruck hattet, dass ihr wirklich fast gar nicht mehr oder vielleicht wirklich überhaupt nicht mehr an Zigaretten und Rauchen denken musstet in eurem Prozess des Aufhörens.
Der Gedanke, dass mich diese psychische Abhängigkeit unter Umständen noch sehr lange begleiten wird, der macht mir nämlich ein bisschen Sorgen. Also ich merke einfach, dass ich tief in meinem Herzen mit dem Rauchen viele schöne Momente verbinde (Kneipentouren und vieles mehr...), die ich nicht missen möchte.
Gleichzeitig ist mir absolut und in allen Konsequenzen bewusst, wie gefährlich das Rauchen ist und dass es eben wirklich eine harte Sucht ist. Und deswegen habe ich auch beschlossen aufzuhören, auch wenn ich keine merkbaren körperlichen Einschränkungen hatte und habe (Husten, schlecht Luft bekommen etc.). Ich habe mich trotz Rauchen (ich rauche seit ca. 18 Jahren, ca. 6-12 Zigaretten am Tag) nie körperlich schlapp, schlecht oder eingeschränkt gefühlt. Aber da ich große Angst davor habe doch irgendwann mal aufgrund des Rauchens ernsthaft zu erkranken, habe ich beschlossen aufzuhören. Aufgrund dieser Angst vor ernsthaften Erkrankungen wollte ich eigentlich schon vor fünf Jahren den Stop einleiten. Aber ich habe es nie wirklich ernsthaft versucht. Also bei allen Versuchen wusste ich innerlich eigentlich schon vorher, dass ich wieder anfangen würde mit dem Rauchen und habe es dann auch gar nicht groß durchgezogen.
Jetzt möchte ich aber wirklich ernst machen! Und ich muss eben irgendwie dahin kommen zu begreifen, dass ich auch ein sehr glückliches Leben OHNE Zigaretten führen kann und dass die psychische Abhängigkeit im Kopf irgendwann einfach nachlassen wird.
Irgendwie ist das seltsam paradox. Einerseits weiß ich, wie gefährlich das Rauchen ist und so sollte das Aufhören eigentlich mit großer Freude verbunden sein. Andererseits ist das Aufhören für mich tatsächlich auch ein wenig mit Traurigkeit verbunden. Traurigkeit über den Verlust der Zigarette als treuer Begleiter im Alltag, als Seelentröster in schwierigen Situationen, als Begleiter beim Nachdenken, beim Hausarbeiten für die Uni schreiben und und und...
So viele Situationen in meinem Leben sind bislang von der Zigarette begleitet worden...unglaublich!
Und so frage ich mich eben, wie lange es wohl dauern wird, bis ich diesen "Verlust" (der aus umwelt- und vor allem auch aus gesundheitlichen Gründen ja nur positiv ist!!!) und die damit verbundene psychische Abhängigkeit überwunden haben werde.
Über eure Erfahrungen und einen hilfreichen Austausch hier im Forum würde ich mich sehr freuen!
Mit besten Grüßen aus meinem 4. rauchfreien Tag! :)
Elizsabeth