[quote="BD"]
Ich muss dich noch was fragen:
Hättest du es ohne deine Therapeutin geschafft???
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ach herrje na das ist ja mal eine schwierige Frage
hätte ich es ohne die Therapeutin geschafft?
vermutlich ja, aber ich denke es wäre ganz anders verlaufen.
Ich bin ein sehr rationaler Mensch, zumindest habe ich mir das im Laufe meines Lebens so angewöhnt
weil ich meinen Gefühlen nicht getraut habe.
Einmal fragte mich die Therapeutin was ich denn gerade fühlen würde und ich antwortete:
„ich denke, ich fühle mich unwohl weil …“
[b]Ja, nee is klar.[/b] :roll: Ich denke ich wusste überhaupt nicht was ich fühle, bzw. hat mein innerer Richter beschlossen, dass das nicht richtig ist was ich fühle.
Sie hat mich immer wieder auf die emotionale Ebene geführt, nicht zu den Gefühlen die ja schon eine gewisse Interpretation sind sondern auf die Ebene davor. Was geht in Dir vor bevor Du sagen kannst
Ich bin traurig weil … oder ich bin wütend weil …
Es ist eher der Punkt an dem wir sagen würden: „ich weiß gar nicht wo das plötzlich herkam, dass ich weinen musste“
Z.b. stelle ich mir die Frage warum ich eigentlich angefangen habe zu rauchen
- ich wollte erwachsen sein
- cool sein
- zur Clique gehören
ja das mag sein, aber warum musste ich dafür rauchen? Es gab andere die brauchten keine Zigaretten und hatten trotzdem Freunde
Ich stelle mir also diese Frage und bei jeder Antwort die mir dazu einfällt stelle ich die nächste Frage
„ja, aber warum?“ wie ein kleines Kind, dass mit keiner Antwort zufrieden gestellt werden kann.
Das mache ich so lange bis mir keine Antwort mehr einfällt und dann höre ich in mich rein welche Stimmung dabei zurückbleibt, welche Emotion. Und wo die sitzt! ein Kloß im Hals, nicht atmen können, Übelkeit oder was auch immer.
Da wir mit der Raucherei unseren Emotionen ausgewichen sind, sie vernebelt haben, kann man davon ausgehen, dass sie noch genauso da sind wie damals, als wir uns auf diese Sucht eingelassen haben.
Aber wir müssen uns ihnen nun gegenüberstellen und heute können wir das auch denn wir sind älter, weiser und stärker als damals. Nur die Übung fehlt uns; aber dafür kennen wir andere Dinge die Nichtraucher eben nicht kennen.
Liebe Bärbel ob ich meinen Rauchstopp geschafft hätte ohne meine Therapeutin kann ich nicht sicher beantworten. Was ich aber ganz sicher weiß ist, ich hätte es niemals geschafft wenn ich nicht aufgehört hätte zu rauchen.
Denn, dass es Klick gemacht hat das kam während meiner Anfangsphase, während ich die Erfahrungen gesammelt habe. Das hätte ich mir im Leben nicht ausdenken können, auch nicht was da alles mit mir passiert ist.
Es ist anstrengend, es ist nervig, es ist zum heulen gewesen, aber es war der richtige Schritt.
LG von Paul
P.S. das nächste mal schreibe ich Dir, was ich über "die Zeit“ gelernt habe