Die vierte Woche ist nun angebrochen und ich kann's irgendwie noch gar nicht wirklich fassen.
Zeit für einen kleinen Rückblick.
Ich war so süchtig, dass ich wirklich oft dachte, ich würde niemals von dem Dreck loskommen. Die Zigarette war das Erste am Morgen und das Letzte am Abend. Jede einzelne Handlung und jedes Gefühl war mit der Zigarette verknüpft: vor und nach dem Essen, vor und nach dem Duschen, vor und nach dem Einkaufen, bei Freude, Trauer, Wut, Langeweile, Stress etc. pp...... Jeder Suchti dürfte diese endlose Liste an Gelegenheiten und "Gründen" kennen. Der ganze Tag und jede Planung richtete sich nach dieser grausamen Sucht. Unzählige unangenehme und peinliche Situationen in all den Jahren änderten trotzdem lange nichts an diesem traurigen Zustand. Auch keine Krankheit (Bronchitis, Halsschmerzen, Zahn-OP etc.) konnte mich nicht davon abhalten, zu rauchen.
Ich wollte schon sehr früh und sehr oft aufhören. Dachte immer, ich hätte einen festen Willen und ich würde es diesmal wirklich schaffen. Wie sehr habe ich es verabscheut, immerzu rauchen zu müssen. Ich habe es schon lange nicht mehr genossen und es die meiste Zeit meiner "Raucherkarriere" eigentlich als reine Sucht empfunden. Doch bei jedem Rauchstopp scheiterte ich nach kürzester Zeit (bis auf einmal nicht mal 24 Stunden) an den für mich sehr starken Entzugserscheinungen, die meinen vermeintlich festen Willen zunichte machten. Ich hatte starken Schwindel und Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen, war furchtbar müde, konnte mich auf nichts konzentrieren und war extrem aggressiv und reizbar. Also wirklich zu nichts zu gebrauchen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich ziemlich dünn bin und mich zu allem Übel auch nicht sonderlich gesund ernährt habe, zu wenig getrunken habe und mich kaum bewegt habe. Wahrscheinlich hatte ich einfach kaum körperliche Reserven für den Entzug.
Jetzt bin ich so unendlich glücklich, endlich den richtigen Weg für mich gefunden zu haben. Die Pflaster haben mir in den ersten zwei Wochen den körperlichen Entzug langsam und kaum merklich genommen, in der Zeit begann ich, mich gesünder zu ernähren und seitdem ich die Pflaster nicht mehr nehme, habe ich sogar den ganz natürlichen Drang nach Bewegung und mache jetzt täglich etwas Sport.
Die größte Unterstützung war und ist aber das Forum. Hier konnte ich mich wirklich gut vorbereiten und die ersten schlimmeren Tage durchstehen. Das Schreiben und vor allem das Lesen bei den anderen hat mir extrem geholfen. Mir ist klar geworden, dass ich mit meinen 28 Jahren und der Tatsache, noch keine ernsthaften gesundheitlichen Schäden davongetragen zu haben, wirklich Glück habe, jetzt noch rechtzeitig die vielleicht beste Entscheidung meines Lebens getroffen zu haben.
Ja, ich denke auch nach drei Wochen noch jeden Tag an den doofen :evil: und erwarte auch gar nicht, dass der so bald verschwindet, aber ENDLICH habe ich ihn unter Kontrolle und nicht umgekehrt!!! Ich kann nicht beschreiben, wie glücklich ich bin, endlich frei zu sein. Jetzt fange ich erst wirklich an, das Leben zu genießen. Im Nachhinein kann ich nicht verstehen, warum ich mir das Leben mit diesem Dreckszeugs so schwer gemacht habe.
Sorry, ist ja jetzt doch noch sehr viel geworden ;) Aber musste mal raus.
Ich danke euch allen nochmal sehr für eure liebe Unterstützung, ihr seid die Besten!
Liebe Grüße,
Ela