Hallo Faustino,
mich packt gerade die Wut auf Dein Handy, widrige Umstände, die Sonnenstürme von hinten links oder was auch immer mich um Deine Sonntagspredigt gebracht hat. Die hätte ich mir eigentlich um nichts auf der Welt entgehen lassen wollen.
Weißt Du, ja, es ist völlig richtig, es muß eine Umcodierung stattfinden. Du holst Dir das Deine zurück, mein Lotsenkollege Meikel (den ich mit diesem Satz einfach zu gern zitiere, diese Formulierung ist geradezu legendär), drückte es so aus: Du bist der Chef in Deinem Kopf.
Ich pflege dann zwar meist sanftere Wege dazu zu empfehlen, aber Du bist da wohl eher direkt. Stürzt Dich direkt hinein ins Vergnügen - oder vielmehr in die Situationen die sich Dir für Schmachter empfehlen. Respekt sage ich da. Dieser starke Weg, Dich über Schmachtsituationen hinwegzusetzen, hat Dich schon 33 Tage weit gebracht. Meinen Glückwunsch! (Pssst: Belohnung?)
In einem Punkt indes möchte ich Dir gern eine andere Auslegung anbieten. Du kannst es sehr wohl schaffen, das Rauchen zu 100 % aus der Gewohnheit zu verbannen. Gerade aus der Gewohnheit! Du kannst Dein tiefer liegendes Suchtgedächtnis nicht zu 100 % ausschalten, das mit Sicherheit nicht. Es wird immer ein unterschwelliges Glutnest zurückbleiben, das bei einem bestimmten Lichteinfall heller leuchtet und so Aufmerksamkeit auf sich zieht, und wenn Du dann aus Unvorsicht einen Funken hinhältst, gibt es sofort einen Flächenbrand. Aber die Gewohnheit kann völlig überbügelt werden und muß es auch. Von den Gewohnheiten zu rauchen mußt Du ja ganz genau weg. Ich hoffe Du verzeihst mir diese kleine Umdeutung, aber ich finde diese Unterscheidung auch und gerade für Neuaussteiger wichtig.
Doch wie auch immer, die Zweifel daran, daß Du es schaffen kannst, haben sich bei mir noch nicht persönlich vorgestellt. Du gehst das ganze sehr energisch, kraftvoll und mit großem Willen an. Du wirst Dich sicher über die Sucht hinwegsetzen. Ich bin weiterhin gern dabei.
Viele Grüße sendet Dir
Lydia