Hallihallo alle zusammen,
ich breche vielleicht etwas mit den Traditionen, schreib euch aber trotzdem!
Ich bin 26, probiere es zum ersten, naja, anderthalbten, Mal, und hab bereits stolze 35 Tage ueberstanden, nachdem ich kurz vor Weihnachten einmal vom Eindruck aufgewacht bin, ich wuerde in einem Ascher schlafen.
Das Aufhoeren war ein Weihnachtsgeschenk fuer mich und meinen Freund, der sich unglaublich darueber gefreut hat und mir das jeden Tag wieder bestaetigt - eine grosse Hilfe!
Peking, mein Wohnort, ist ein etwas schwieriger Ort fuer dieses Vorhaben, zumindest auf den ersten Blick, denn a) kosten die Kippen nur 45ct/Schachtel, b) ist laut WHO in Peking leben wie 70 Zigaretten am Tag rauchen, da sagt man sich gern "ach, zehn mehr oder weniger...", und c) ist man hier als junger Auslaender ziemlich oft, wenn nicht fast jeden Abend, unterwegs, wobei Alkohol natuerlich auch staendig eine Rolle spielt.
Rauchverbote? Noch nicht mal im Krankenhaus auf der Saeuglingsstation! Kaugummis? Pflaster? Fehlanzeige! (Aber ich bin ja lernfaehig und weiss nach ausgiebiger Lektuere, dass das sowieso besser ein no-go ist.)
So, wenn ich's mir richtig ueberlege, geht es mir mittlerweile ganz gut! Nun fragt ihr euch wahrscheinlich: was will sie hier?
(Abgesehen davon, dass ich vorher in anderen Foren unterwegs war, aber panisch vor einer schier unglaublichen Masse an Pompom-schwingenden, hopsenden, "Respekt!"-Zeichen-hochhaltenden Smileys und tanzenden Bananen gefluechtet bin)
Nun, ich stehe dem Frieden etwas misstrauisch gegenueber und habe schon von so vielen Leuten gehoert, dass man irgendwann in einen Tran kommt und schwuppdiwupp vergisst, warum man ueberhaupt aufgehoert hatte! Das moechte ich natuerlich vermeiden und von euch daher wissen: wo liegen meine Herausforderungen in den naechsten Wochen und wie gehe ich damit um? Wie verhindere ich die Dreimonatskrise, von der mir so viele Leute erzaehlen - hat das jemand von euch auch schon hinter sich? Wie seid ihr damit umgegangen?
Ich hab von Anfang an die Konfrontationstaktik gefahren - also weder rauchende Freunde noch Alkohol oder Kaffee vermieden. Bin zweimal schwach geworden in der ersten Woche, war aber nicht schlimm - immer als froher Nichtraucher aufgewacht. Was ich allerdings feststelle, ist, dass ich trotzdem immer oefter abends zu Hause bleibe, denn in Bars schaffe ich es zwar immer, nicht zu rauchen, aber trotzdem kommt der Gedanke absolut penetrant im Minutentakt wieder. Unbewusst mag ich mich dieser Anstrengung nicht stellen - und lande wieder auf der Couch. Hoffentlich gibt sich das mit der Zeit...
Ansonsten hat mich das Aufhoeren bis jetzt um eine gute Entschuldigung gebracht, denn es sind nicht die Fluppen, ich bin einfach unglaublich unsportlich und werde wohl nie ohne Keuchen in den fuenften Stock kommen! So'n Mist!
In jedem Fall finde ich es echt klasse, dass hier noch Leute zum Mutmachen unterwegs sind, die offenbar schon lange drueber hinweg sind! Ich freu mich auf den Austausch mit euch! Und wenn ihr morgens um drei zu Hause sitzt und der :evil: kommt, dann wendet euch vertrauensvoll an mich, denn hier ist es sieben Stunden spaeter und gemeinsam koennen wir einsame Zeiten ueberbruecken!
PS: Sorry, ich hab keine Umlaute auf der Tastatur und bin fuer die Tasetenkombinationen zu faul - ich verspreche, man gewoehnt sich ganz schnell dran!
Lieben Gruss
Nadine