Hallo liebe Jana,
mich hat doch Deine Geschichte sehr bewegt, da sie mich an meine eigene erinnert hat, wohl aber aus der anderen Perspektive.
Nachdem meine Mutter einen Schlaganfall hatte, versprach sie mir nie wieder zu rauchen. Noch bevor sie in die Reha fuhr war das "nie wieder" bereits Vergangenheit.
Meine Mutter würde vermutlich über mich dasselbe sagen wie Du über Deine Tochter, dass ich sehr hart sein könne.
Diese Härte, die da aus mir sprach war meine Hilflosigkeit, meine Ohnmacht mitansehen zu müssen wie sich eine geliebte Person schädigt und dies billigend in Kauf nimmt.
Ich wusste innerlich, dass es mir nicht zusteht einem anderen Menschen Vorwürfe zu machen, ich selbst war gerade mal 150 Tage rauchfrei, aber ich konnte es nicht aushalten als sie mir sagte, sie schaffe den Rauchausstieg nicht.
Ich habe damals hier einen Thread eröffnet der hieß "Ich, ich, ich, .... ja, und ich?", viele haben ganz bemerkenswerte Dinge dazu geschrieben. So lernte ich, dass ich von niemanden verlangen kann seine Sucht für mich aufzugeben und dass man die Sucht nur für sich selbst aufgeben kann; nicht für Dein Kind oder Dein Enkel sondern nur für Dich.
Es wird ganz sicher gelingen wenn Du das möchtest, du hast doch bestimmt schon ganz andere Probleme gewuppt oder?
Eine persönliche Sache sag ich Dir noch, die für Dich aber vielleicht gar nicht hilfreich sein kann, dass wirst Du selbst entscheiden.
Als ich am ziemlich am Anfang so sehr mit meiner Sucht zu kämpfen hatte und an diesem Suchtteufel dachte da hab ich mich genau umgeschaut aber ich habe keinen gefunden. Es gab kein Monster das da mit mir auf der Bank saß,
und das Schlimme daran war, da war nur ich
aber das Gute daran war, da war nur ich.
Vielleicht kannst Du einen Gedanken davon gebrauchen, und wenn nicht dann hoffe ich, dass ich dir nicht zu nahe getreten bin da wir uns ja gar nicht kennen.
LG von Paul