Meine liebe Andrea,
nun ist bei mir wieder ein wenig Ruhe eingekehrt und ich kann wie versprochen deine Frage zum Einstieg in die "Rauchergemeinde" nach 4 Jahren Rauchstop beantworten.
Ich hatte bereits anfangs einmal beschrieben, dass ich damals durch eine Erkältung in das Nichtrauchen hineingestolpert bin. Die Erkältung ging mit so heftigen Halsschmerzen einher, dass ich kaum noch Wasser schlucken konnte. An das Rauchen war gar nicht zu denken. Nach drei Tagen und liebevoller Pflege meines Mannes (Nichtraucher!!!) sowie überschwänglichem Lob seinerseits, dass ich seit 3 Tagen schon keine mehr geraucht hätte, kam aber der Schmacht wieder leise durch die Hintertür. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich gar nicht die Absicht, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich war doch einfach nur krank und es ging doch nur wegen der Schmerzen nicht. Allerdings, dieser hoffnungsvolle Blick meines Mannes...ich schob das Thema auf bis zum nächsten Tag! Tag 4 und es freute sich jemand so sehr....shit.....wenn ich jetzt wieder zu meinen Zigaretten greife ist ER bestimmt ganz enttäuscht...na ja, dann eben heute nicht, sondern morgen.
Daraus wurden dann 4 Jahre.
In diesen Jahren gab es immer wieder einmal Momente in denen ich an Zigaretten gedacht habe und zu gerne eine geraucht hätte. Diese Momente vergingen auch recht schnell wieder, aber sie blieben nie ganz aus. Ich habe es auch oft bedauert, nicht mehr zu rauchen. Es war doch immer so gemütlich....tat mir gut....ich trauerte meinen Glimmstengeln hinterher!
Dann kam das Ende meiner Ehe. Obwohl ich diejenige war, die aus dieser Beziehung heraus wollte, war es eine emotional extrem aufreibende Zeit. Nicht im Zusammenhang mit meinem Ex, wir haben uns einverständlich getrennt, sondern vielmehr der komplette Umbruch des eigenen Lebens. In dieser Zeit sind auch im Kollegenkreis viele Beziehungen den Bach hinuntergegangen und es entwickelte sich eine Neu-Single-Gruppe, die sich häufig traf und viel unternahm. Man könnte fast sagen, wir haben durch den "Nachholbedarf" so richtig die Sau rausgelassen. Meine Entscheidung habe ich nie bereut. Es war vielleicht sogar rückblickend die schönste Zeit meines bisherigen Lebens.
Genau in dieser Zeit habe ich wieder zur Zigarette gegriffen. Nicht weil ich mir einbildete, ich könne sofort wieder aufhören, nein das war es nicht, aber ich konnte endlich meinen "alten Freund" wiederhaben, den ich jahrelang vermisst habe. Jetzt konnte ich für mich ganz allein FÜR ihn entscheiden und musste nicht auf meinen nichtrauchenden Ehemann Rücksicht nehmen und dessen Enttäuschung ertragen.
Ich ziehe für mich persönlich aus dieser Begebenheit den Schluss, dass ich vermutlich nur dann lebenslang rauchfrei bleibe, wenn der Ausstieg bereits aus EIGENEM WILLEN und aus tiefster ÜBERZEUGUNG, den richtigen Weg zu beschreiten, erfolgt.
Es ist sehr einfach rückfällig zu werden, wenn man wegen der falschen Gründe aufhört. Es gelingt nicht, wenn ich es nur einem anderen zuliebe mache, eine Wette gewinnen will, ich unter Druck gesetzt werde und auch nicht, wenn man sich nicht klar macht, dass die Sucht kein wirklich körperliches Problem ist, sondern ein psychisches. Das bedeutet, ich muss schon sehr in meiner eigenen Persönlichkeit kramen und dort auch richtig aufräumen, um meine Sucht in den Griff zu bekommen.
Wenn ich eines inzwischen (hier durch das Forum) begriffen habe, dann ist es die Tatsache, nie wieder ein echter Nichtraucher werden zu können. Aber ich kann eine ehemalige Raucherin sein, die nie wieder anfängt eine zu rauchen. Das gelingt, wenn ich der Sucht immer wieder meinen starken Willen entgegensetzen kann.
Das war meine Geschichte zum Anfang nach 4 Jahren Abstinenz. Heute würde ich sagen :bang: :bang: :bang:
Ganz liebe und herzliche Grüße an dich!
Scheila