Hey Mophie,
ich denke der abschließende Schritt, um dem Rauchen endgültig und dauerhaft zu entsagen ist die eigene Einstellung dazu. Die kommt bei manchen früher, bei anderen später und bei einigen nie. Unser rauchfrei-Berater im Chat sagt immer, dass das Suchtgedächtnis nie gelöscht wird. Dem entgegen habe ich gelesen, dass es bis zu 12 Monaten dauern kann, ehe man die "Schmacht" nicht mehr so verspürt.
Ich würde dir ganz heiß empfehlen, dich mit den Materialien der BZgA auseinander zu setzen. Im Heft "Ja, ich werde rauchfrei!" findest du im letzten Drittel einige Seiten zum Thema "Nichtraucher-Identität" annehmen. Man ist natürlich immer ein "Smoke-a-holic", egal was man macht. Es ist wie mit trockenen Alkoholikern und wir sollten NIEMALS versuchen, die Sucht herauszufordern und eine einzige zu rauchen. Sucht ist deshalb so gemein, hinterhältig und gefährlich, weil man als Süchtiger oder Exsüchtiger denkt, dass man es kontrollieren kann. Wenn man einmal denkt, dass man erfolgreich aufgehört hat, dass man wieder aufhören kann. Aber jeder Entzug ist anders und wir können es nicht kontrollieren. Im Gegenteil: wir sollten dankbar dafür sein, dass wir den Absprung geschafft haben, EHE es zu spät ist.
Ich will dir mal eine kurze Geschichte erzählen, die ich gestern las. Die schrieb ein Autor, der Rauchentwöhnungskurse gehalten hat und das über 20 Jahre lang. Er erzählte, dass eine Kettenraucherin mit ihrem Mann im Auto saß und der von ihr eine Zigarette schnorrte, nachdem er erfolgreich aufgehört hatte. Sie hatte sich nicht getraut, ihn zurecht zu weisen, immerhin war sie selbst Kettenraucherin. Und er rauchte, weil er meinte, er könne ja sofort wieder aufhören, es wäre nicht so schlimm etc. etc. etc. Fakt ist, dass er 4 Jahre später zusammenbrach und an einem Herzinfarkt starb. Hätte er das vier Jahre vorher gewusst, hätte er diesen Tag wahrscheinlich verdammt und die Zigarette nie wieder angefasst. Fazit: Kippen töten uns langsam und heimlich, nicht mit Vorankündigung und Warnschüssen. Statistisch jeder zweite Raucher wird irgendwann an den Folgen des Rauchens sterben. Entweder schnell und unerwartet an einem Herzinfarkt oder langsam und qualvoll an Krankheiten wie COPD (die sog. chronische Bronchitis, bei der das Lungenvolumen über die Zeit immer weniger wird und man nicht ausatmen kann. Du kannst es mal versuchen, wie sich das anfühlt. Atme ein, halte die Luft an. Jetzt atme nochmal ein, ohne auszuatmen und halte kurz die Luft an. Dann atme noch ein drittes Mal ein, ohne auszuatmen und halte die Luft an. Jetzt darfst du wieder ausatmen. Meinst du, dass ein Leben mit diesen Qualen noch schön ist? An COPD stirbt man sehr langsam.), Durchblutungsstörungen sind übrigens auch etwas, woran man langsam verstümmelt wird. Die Buerger-Krankheit ist nachweislich eine Raucherkrankheit, die Frauen und Männer betrifft. Amputationen sind die Folge. Lungenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Lippenkrebs...soll ich aufhören? Ok. *g* Ich höre auf.
Aber weißt du, was das Positive ist, wenn man sich die ganzen Folgen mal reingezogen hat? Mit dem Wissen, dass man sich mit jeder Zigarette über 4000 toxische (giftige) Stoffe reinzieht und den Folgen, der Schwere der Sucht und den Vorteilen des Nichtrauchens ist es so unendlich einfach, dem Nico den Stinkefinger zu zeigen. Ich bin zwar erst seit 2 Wochen endgültig frei, aber ich weiß, dass ich nie wieder auch nur einen einzigen Zug nehmen werde, weil ich meine Rente noch erleben will. *G*
Bitte nicht wieder anfangen! =)
Grüße
Steff