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16.08.2015 02:07

Und noch einer. Wild entschlossen!

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60Beiträge
10.09.2013
09:42 Uhr
Tag 14 13 Tage, 7 Stunden und 39 Minuten rauchfrei Heute ist wohl der gesundheitlich bisher tiefste Punkt meines kurzen Nichtraucherlebens. Mein ganzer Körper fühlt sich elend und kaputt an. Angefangen im Kopf: Ich konnte heute morgen kaum Zähne putzen, mein Zahnfleisch hat sich wund angefühlt, so als schrubbe ich es mit der Bürste in Fetzen vom Knochen. Meine Innereien fühlen sich an, als würden sie sich gerade zu einer ätzenden Brühe zersetzen. Obwohl ich viel früher als sonst aufgestanden bin habe ich es nicht so zeitig aus dem Haus geschafft, wie ich es mir vorgenommen habe. Ich stapfe gekrümmt mit den Händen in den Hosentaschen durch den Nieselregen des einsetzenden Herbstdreckswetters, stiere auf den Boden und sehe unvermittelt auf dem nassen Kopfsteinpflaster eine Münze glänzen. 50 Lira. Republika Hrvatska. Ich kann es nicht als Zahlungsmittel verwenden, Geld ist es trotzdem. Der Teufel scheisst immer auf einen großen Haufen. Schon über 65 Euro durch das Nichtrauchen gespart und jetzt auch noch die Münze. Ich muss kurz lachen. Sofort spüre ich wieder einen Stich in der Magengegend und verziehe das Gesicht. Ich habe heute keine Zeit mehr für Befindlichkeiten, Jammern und Wehklagen: Bis heute Abend muss ich einige Aufgaben im Büro erledigt haben. Ich bin an allen Ecken und Kanten im Verzug. Ich hoffe darauf, dass ich mich heute ein bisschen auf meine Arbeit konzentrieren kann. Wenn nicht ist es auch egal. Hauptsache nicht rauchen. Zumal W. auch noch durchhält. Da kann ich mal gar nicht kneifen. Nee, kein Gedanke ans aufhören mit dem aufhören. Ich denke den Tag heute schaffe ich trotz allem noch. An morgen denke ich morgen.... Gruß, Jürgen
09.09.2013
11:32 Uhr
bearbeitet:
09.09.2013
23:04 Uhr
Tag 13 12 Tage, 9 Stunden und 24 Minuten rauchfrei Auch nach 12 rauchfreien Tagen ist die Nichtraucherei noch ein sehr omnipräsentes Thema in meinem Alltag. Die nackte Gier nach Nikotin hat nachgelassen, sehr deutlich sogar. Ich fühle aber immer noch eine starke Unruhe und Nervosität in mir. Es fällt mir noch schwer auf meinem Bürostuhl sitzen zu bleiben und meine Arbeit zu erledigen. So nach und nach wird auch das ein bisschen besser, aber immer wieder bricht diese Unruhe schubweise über mich herein. Ich versuche einen vernünftigen Mittelweg zu finden, mich auf der einen Seite ein bisschen zu fordern und zu stressen, auf der anderen Seite den Druck nicht zu hoch werden zu lassen. Inzwischen belaste ich das Thema Nichtrauchen aber auch nach Belieben und nehme es gerne als Ausrede her, wenn ich zu etwas keine Lust habe: "Du, ey, den Stress kann ich mir gerade nicht geben, ey, ich bin werdender Nichtraucher. Da habe ich jetzt echt keinen Nerv zu. Lass uns das mal machen wenn ich wieder etwas besser beieinander bin". Na ja, im Büro habe ich bisher kein Wort über meine Nichtraucherei verloren. Ich hatte hier glücklicher Weise ein paar sehr stressfreie Tage an denen es nicht aufgefallen ist, dass meine Performance gegen 0 tendierte, also habe ich auch keine Ausrede gebraucht. Und das soll auch so bleiben. Ich bin Nichtraucher, mir ist nichts amputiert worden. Ich werde in meinem Leben auch wieder Gas geben müssen. Inzwischen ist einiges passiert in meinem noch kurzen, rauchfreien Leben. Ich könnte von meinem Freund W. berichten, der sich mir angeschlossen und am Wochenende zumindest die ersten 24 rauchfreien Stunden hinter sich gebracht hat. Ich bin etwas skeptisch ob der Erfolgsaussichten einer solchen 'Mitläufernummer' und habe ihn heute besser noch nicht angerufen. Ich hätte W. aber auch die ersten 24h nicht zugetraut. Noch wird es mich nicht treffen, wenn W. es nicht durchhält, das kann sich aber ändern. Ich sollte keine allzu hohen Erwartungen in W.'s Projekt setzen glaube ich, obwohl es natürlich super wäre. Ich könnte auch von meinen ersten Nichtraucherjogging berichten. Ich bin einer von denen, die sich vor jedem Lauf mit Puslsuhr, GPS-Empfänger und sonstigem elektronischem Kram verkabeln und daher eine relativ objektive Übersicht über körperliche Leistungsveränderungen durch das Nichtrauchen liefern können. Leider konnte ich mehrere Monate nicht Joggen, da mein rechtes Knie ziemlich lädiert ist und mich immer wieder zu längeren Pausen zwingt. Da ich diese Pausen, in denen ich meine sportlichen Aktivitäten auf ausgedehnte Abendspaziergänge begrenze, schon öfters einlegen musste, denke ich aber in meinen Aufzeichnungen gut vergleichbare entsprechende Phasen als Raucher zu finden. Grundsätzlich suche ich derzeit nach belastbaren Anzeichen von Veränderungen zwischen meinem Raucher und meinem Nichtraucherdasein. Mit belastbar meine ich, dass die Änderungen keine Augenwischerei sein sollten. Ich werde auch höchst wahrscheinlich in ein paar Tagen, wenn sich der Blutkreislauf stabilisiert und die Lungenfunktion um 30% erhöht haben soll, noch nicht über das Wasser laufen können. Ich habe durchaus Erwartungen an das Nichtrauchen, möchte diese Erwartungen auch erfüllt sehen, möchte mich aber nicht selbst belügen um letztendlich meine Argumentation mir gegenüber auszuhöhlen. Es gibt aber durchaus Veränderungen. Manche übersehe ich inzwischen schon, habe mich schon daran gewöhnt, sind schon normal geworden. Ich möchte das aber auf keinen Fall einfach so vergessen. Das sind die wahren Gründe, die mich dazu bewegt haben das Rauchen aufzuhören. Deshalb schreibe ich sie besser auf. Ein gutes, wenn auch etwas ekliges Beispiel für eine derartige Veränderung sind die Mitesser auf meiner Nase. So lange ich mich erinnern kann ist die Haut auf meiner Nase ziemlich großporig, und wenn ich zwei Fingernägel auf meiner Nase gegeneinanderschiebe kann ich praktisch immer gelben Schmodder aus meiner Haut drücken. Im Sommer etwas mehr, im Winter etwas weniger; reif waren die Mitesser aber nahezu jederzeit. Das hat sich nach wenigen Tagen meines Nichtraucherdaseins geändert. Ich muss inzwischen schon ziemlich feste in meine Nase zwicken um die Schmiere zu ernten. Eine andere Veränderung ist mir gestern aufgefallen. Interessanter Weise weil es gestern Abend so war, wie es sehr oft in meiner Raucherzeit war: Ich war eben platt. Ich habe gestern nichts besonders stressiges gemacht, habe mich keiner größeren körperlichen Belastung ausgesetzt. Ich habe nicht übermäßig Alkohol konsumiert und den Sonntag schön gemütlich ins Land ziehen lassen, das eine oder andere erledigt ohne mich anzutreiben und den Rest ohne größeres schlechtes Gewissen liegen lassen. Ich habe in der Nacht zuvor mindestens ausreichend geschlafen und bin abends nicht wirklich spät ins Bett gegangen. Und trotzdem war ich abends so fertig und platt, ich hätte um 18:00 Uhr direkt auf der Couch einschlafen können. So ging es mir in meiner Raucherzeit durchaus häufiger. Mir war dann alles zuviel, ich war leicht reizbar weil es mich völlig fertig machte, dass ich so schwach war. Das nackte Überleben ist mir in solchen Situationen genug, obwohl ich keine köprerlichen Schmerzen spüre, ich möchte einfach nur meine Ruhe haben. Man kann mich dann problemfrei mit einem nassen Handtuch erschlagen und wer mich und meine große Klappe kennt und darunter schon mal zu leiden hatte nimmt eine derartige Situation dann schon mal gerne wahr und schlägt zu. Ist ja normaler Weise auch kein Thema: Für gewöhnlich weiß ich mich durchaus zu wehren und bin immer gerne zu einem kleinen Wortgefecht bereit. Um so pikierter waren dann meine Freunde und Bekannten, wenn ich aus meiner Hilflosigkeit heraus richtig fies und völlig unverhältnismäßig reagiert habe. Meine Exfrau meinte mal sie hat mich nie verstehen können wenn ich dann so fertig und bräsig vor dem Fernseher abgehangen bin und weder zu Biergarten noch zu sonstwas Lust hatte und nur missleidige Grunzgeräusche zur Antwort gegeben habe. Sie meinte dann, ich würde das machen, weil ich keine Lust hätte mit ihr etwas zu unternehmen. Nachdem sie nach unserer Trennung als alleinerziehende Mutter dann mal eine Lungenentzündung zu überstehen hatte konnte sie besser nachvollziehen, wie es mir ging, meinte sie. Ich habe mich also 28 Jahre lang freiwillig auf die Leistungsfähigkeit einer gestressten Mutter mit Lungenentzündung runtergeschraubt! Gott zum Gruße, ich bin echt ein Eckpfosten! In den letzten 12 Tagen hatte ich dieses Gefühl, gestern abend mal abgesehen, nicht mehr. Klar, nach dem Joggen bin ich körperlich müde und wenn die Nacht kurz war, dann hängen die Augenlieder schon auf halbmast. Aber so fertig, so völlig willenlos und spaßbefreit, so habe ich mich in den letzten knapp 2 Wochen nicht mehr gefühlt. Ich bin mir noch nicht sicher wie belastbar diese Veränderung tatsächlich ist oder ob ich gerade alles positive einschliesslich dem halbwegs passablen Wetter und dem netten Lächeln der Kollegin eben meiner Nichtraucherei zurechne. Ich werde das im Auge behalten. Nichtrauchen rockt, Jürgen
07.09.2013
22:30 Uhr
Hallo Sindy, hallo sa, hey Hartmut, auch euch vielen Dank für euren Zuspruch. Ich freue mich, dass euch mein Text gefällt. Ich meine das, was ich da geschrieben habe immer noch so und bin sehr glücklich, dass ich eine inzwischen zweistellige Anzahl rauchfreier Tage vorweisen kann. Gruß an Euch, danke und auch euch viel Mut und Kraft zum Durchhalten, Jürgen
06.09.2013
20:01 Uhr
Hallo Sir, ich bin total begeistert von dem Bericht.... Hinter mir liegen gefühlte 300 Versuche das Rauchen aufzuhören. Über drei Jahre habe ich mich selber gegeißelt, indem ich mich zum rauchen versteckt habe, meine Zähne geputzt und so wurden die Zigaretten für mich die Höhepunkte meines Tages, ich habe sie auf ein Podest gestellt, wohin sie eigentlich gar nicht gehören. Die Hauptsache für mich war, dass es keiner merkt, dass ich schon wieder gescheitert bin. Immer wieder habe ich ein, zwei Wochen aufgehört, nur um dann wieder anfangen zu "müssen". Dann dachte ich mir, lerne deinen Feind kennen. Ich habe alles was ich finden konnte über Zigaretten gelesen, über Nikotinabhängigkeit, die Herstellung und auch die Art wie wir abhängig gemacht werden. Wie dieser Teufel wirkt. Am 30. Dezember 2012 hab ich mir dann gedacht: Heute ist Morgen. Irgendwann muss einmal "Morgen" sein und ich habe es gewagt abzuspringen. Als Nichtraucher bin ich dann ins neue Jahr und habe bis jetzt keine einzige mehr geraucht. Über 8 Monate! Immer wieder kommen schwere Zeiten, aber wenn man will kann man schaffen. Allen Carr schrieb: diese Momente sind der Todesschrei des Monsters und ich genieße es das Monster zu töten, aber wir kämpfen auch jetzt noch manchmal miteinander. Wir sanieren gerade ein Haus und mein Mann und meine gesamte Familie rauchen, aber ich kann jetzt dazwischen sitzen, als "militanter Nichtraucher" :D. Auch Du schaffst es.... Töte das Nikotinmonster und befreie Dich selbst!
06.09.2013
13:51 Uhr
Ja, eigentlich ist sowas ja gemein zu sagen, aber man fühlt sich wirklich besser, wenn man sieht das es anderen auch schlecht geht bzw. wenn man merkt das andere in der gleichen Situation sind. Ich hätte ohne das Forum schon längst wieder angefangen zu rauchen!!
06.09.2013
13:08 Uhr
Hallo Sir No, Du schreibst ja echt klasse und anschaulich. Solltest mal Geschichten schreiben.:D In welchem Bundesland wohnst Du denn? , hier in NRW sind jetzt alle Kneipen rauchfrei. Merkst du denn das es jeden Tag besser wird?. Wenn die Schmacht kommt, gehe einfach raus oder mach Sport, das hat mir am Anfang auch Super geholfen. Wir schaffen das hier gemeinsam. Ist doch klar! Schön stur bleiben:bang: Schönes Wochenende Qualmnix
06.09.2013
10:51 Uhr
Hallo Grete, Hallo Tinto, Hallo Snikerlemen, vielen Dank erstmal. Keine Ahnung wieso, ich dachte immer ich bin auch bei so einer Sache wie einem Entzug eher der Einzelgänger, aber ich bin gerade sehr froh und dankbar über eure Antworten. Es gibt mir eine Menge Kraft zu lesen, dass es euch ähnlich geht, dass ihr auch zu kämpfen habt und einfach durchhaltet, auch wenn es manchmal fast schon über die eigenen Möglichkeiten geht. In diesem Fall ist die Gruppendynamik möglicher Weise eine ganz gute Sache. Ich lasse mich da gerne mitziehen und denke mir: Mensch, so schlimm geht es dir ja nun auch nicht, da leiden andere mindestens genauso. Also mach den Hals zu, hör' auf so'n Gesicht zu ziehen und sei dankbar für die 177 Kippen, die du dir nicht reingezogen hast. Komme da, was wolle. Und ich verstehe genau was Du meinst, Grete. Ein Poster von 'Faltenfresse' Keith Richards hing in meinem Jugendzimmer jahrelang über meinem Bett. Die Gitarre in den Händen, die Kippe im Mundwinkel. Aber mir ist eines klargeworden: Keith Richards ist eine saucoole Socke, weil er eine saucoole Socke ist. Und nicht weil er raucht. Ich weiss nicht, ob es damals anders war oder ob sich inzwischen nur mein Blickwinkel geändert hat: Ja, für mich waren die Typen in den Raucherecken die coolsten Typen der ganzen Welt und Amerika. Heute sehe ich da nur noch Süchtige... Du hast Recht, unsere Generation haben die Werber voll erwischt. Mein Ding war der Camel-Mann. Fette Abenteuer, die Karre eben gerade noch vor dem Absaufen gerettet und sich dann mal gemütlich eine anzünden und durchziehen. Tolles Bild. Ich habe es bis heute im Kopf. Ich wäre gerne der Camel Man. Noch einen Tick abenteuerlicher als ich es bin, noch etwas verwegener. Nur sieht die Realität halt anders aus: Wenn meine Karre im Dschungel von Borneo im Sumpf zu versinken drohen würde hätte ich als aller erstes eine Kippe im Mund. Kein Genuss hinterher. Sucht, Gier und Not waren meine permanenten Begleiter. Und, ja, Du hast Recht, Tinto. Ich bleibe auf der Hut, wenn ich Alkohol trinke und schütte mich nicht gerade zu. Eigentlich gingen Bier und Kippe ja 28 Jahre lang Hand in Hand. Eine Kneipe, in der man rauchen darf, würde ich mir auch gerade noch nicht zutrauen. Ich vermisse aber komischer Weise nichts wenn ich in einer Nichtraucherkneipe trinke. Na ja, ich will ja auch nicht den Teufel mit dem Beelzebub austreiben und das Nikotin durch Alkohol ersetzen. Aber lustig war es schon zu sehen, dass es in einer Kneipe ohne Kippe richtig gemütlich sein kann.
06.09.2013
09:30 Uhr
Bravo, Bravo, Bravo!!!!!!!!!! Dein Text könnte ebenfalls von mir stammen zum allergrößten Teil!!! Ich sag Dir was, mir gings am Anfang genauso beschissen, die gleichen Symptome die Du beschrieben hast! Aber auch wenn die Sucht noch so heftig zuschlägt, (und das hat sie bei mir letzte Woche auch wieder für 2 Tage getan), halte es aus!!! Ich weis selber nicht wie ich das schaffe manchmal, aber ich denke mir auch ich will das nicht noch mal von vorne durchmachen. Auch wenn ich manchmal am liebsten Amok laufen würde! Aber mittlerweile muss ich auch sagen sind es nur noch diese vereinzelten Tage oder Momente und es wird wirklich einfacher.... Wenn ich die 3-Monatsgrenze erreiche werde ich mich nochmal extrem vor dem Nornikotin in acht nehmen und hoffe da gut durchzukommen! Ich könnte übrigens den ganzen Exrauchern, die behaupten einfach so ohne Probleme aufgehört zu haben auch an die Gurgel gehen! Die haben das wahrscheinlich nur vergessen oder verdrängt! Das Lesen und SChreibe hier im Forum hilft einem sehr! Bleib stark und halte durch!!!! Liebe Grüße Snikerlemen
05.09.2013
17:35 Uhr
Hallo Jürgen, eine richtig lange und richtig gute Geschichte hast Du da niedergeschrieben :D Und in vielem hab ich mich wiedergefunden - Altersklasse und Rauchzeit sind auch ähnlich, und ich habe auch meistens etwa eine Schachtel pro Tag geraucht. Gut gefallen hat mir vor allem auch das Thema mit den kalten Flossen und den schwitzigen Füßen, und im Winter war immer alles eiskalt - wie blöd muss man sein - bzw. wie abhängig :bang::D Du hast ja den körperlichen Entzug (bis auf die Nornikotin-Geschichte) jetzt praktisch schon hinter Dir. Jetzt müssen nur noch nach und nach die Rauch-Verknüpfungen aus dem Kopf verschwinden, so wie bei mir auch. Ich wäre vorsichtig mit den abendlichen Kneipenbesuchen, weil Alkoholkonsum natürlich auch die Zigarette wieder näher rücken lässt. Aber das weißt Du sicher selbst. Ich wünsch Dir weiterhin viel Erfolg, liebe Grüsse, Tinto
05.09.2013
16:01 Uhr
Hallo Delia, vielen Dank für Deine Willkommensgrüße. Und vielen Dank, daß Du Dir nach 204 rauchfreien Tagen die Zeit nimmst 'Anfängern' wie mir zu helfen. Finde ich echt ganz toll. Natürlich verläuft der Entzug bei jedem etwas anders; es macht aber schon Mut zu lesen, dass andere eine ähnliche Raucherkarriere, ähnliche Probleme und Phasen beim Entzug hatten und durchgestanden haben. Mir gefällt Deine Einstellung sehr gut, dass es, wenn Du es geschafft hast jeder schaffen kann. Ich bewundere Dich trotzdem sehr für Dein Durchhaltevermögen. Und ich bin wild entschlossen, es Dir gleich zu tun ;-) Gruß, Jürgen
05.09.2013
14:56 Uhr
bearbeitet:
05.09.2013
15:01 Uhr
Hallo Sir :-), ich möchte dich hier herzlich willkommen heißen und dir gratulieren, dass du bereits ACHT Tage lang ohne den hier :nikotinteufelchen: klar gekommen bist. Herzlichen Glückwunsch!!!!!! Ja, aller Anfang ist schwer- in diesem Fall verdammt schwer. Ich bin, wenn mich meine mathematischen Kenntnisse nicht verlassen haben, ca. so alt wie du, habe aber noch länger und noch mehr geraucht. Im Gegensatz zu dir habe ich aber Nikotinpflaster benutzt. Das hat den körperlichen Entzug etwas verringert. Dennoch hatte ich ganz viele Probleme. Konnte nicht schlafen, hatte Magenprobleme, war immer nur müde, konnte mich über Wochen nicht richtig bis gar nicht konzentrieren, war gereizt, dauernervös, habe am ersten Tag viel geweint und war wochenlang depressiv verstimmt. All das klingt schlimm, war auch nicht schön, aber alles, wirklich alles ging nach ein paar Tagen/Wochen wieder weg und nach ca. 50 rauchfreien Tagen hat Niko sich nur noch ganz selten gemeldet. Ab und zu klopfte er dann doch mal wieder heftiger an. Aber nach ca. 100 Tagen hatte ich persönlich das Gefühl, dass ich es geschafft habe. Ich habe nichts vermieden, habe mein Bier wie immer getrunken und bin zu Feiern und Veranstaltungen. Anfangs fiel es schwer, aber mehr und mehr gewöhnt man sich dran. Heute gibt es für mich keine alltäglich Situation mehr, wo der Glimmstängel fehlt. Halte einfach durch, es geht und es lohnt sich. Ich huste gar nicht mehr, was ich vorher täglich musste. Ich bekomme wieder Luft und ich habe schon 1500,-- Euro eingespart. Ich hatte übrigens auch ganz viel Angst, dass ich es nicht schaffe. Ich habe mir damals viel Druck gemacht. Mein Arbeitgeber wusste von meinem Plan aufzuhören, meine Kinder, meine Familie und auch all meine Freunde. ABER letztlich wollte ich es für meine Kinder und für mich, für meine Gesundheit, für ein längeres Leben schaffen! Ich drücke dir die Daumen und wenn du mal zweifelst, dann denke an mich. Wenn ich es schaffe, dann schafft es jeder!!! Es geht! LG, Delia
05.09.2013
12:54 Uhr
Tag 9 Tag 9 also. 8 Tage, 7 Stunden und 51 Minuten ohne Zigaretten. Im Alter von 16 1/2 Jahren habe ich angefangen zu rauchen. Weil die coolen Typen damals in den Raucherecken standen. Die Unangepassten, die mit den Lederjacken, die, zu denen man dazugehören wollte. Na ja, ich wollte jedenfalls dazu gehören. Was ich damals noch nicht wusste: Diese ganzen coolen Typen haben inzwischen längst die Kurve gekriegt und sind, so weit ich sie noch kenne oder dann und wann sehe, alle vom blauen Dunst abgekommen. Ich leider nicht. Ich bin übriggeblieben. 28 Jahre habe ich jeden Tag so ziemlich genau eine Schachtel geraucht. Ich war also länger Raucher in meinem Leben als Nichtraucher. Ich habe mein Leben lang versucht zumindest ehrlich zu mir selbst zu sein und wusste schnell, dass die Raucherei nur ganz oberflächlich cool ist. Natürlich gab es dann ein paar Versuche, das Rauchen aufzugeben. An den letzten kann ich mich durchaus noch sehr gut erinnern: Es ist ein paar Jahre her. Ich habe in etwa 3 Monate durchgehalten, dann kam wohl der Nornikotin-Entzug und ich konnte es nicht mehr aushalten: Ich kann doch mein Leben lang nicht so weiterleben, nur an Zigaretten denken, nur an den nächsten Zug. Bei jedem Stummel, den ich auf der Strasse liegen sah dachte ich: Scheiß drauf, heb' ihn auf und zieh dran! Ich dachte, das würde jetzt so bleiben, immer, mein Leben lang. Damals habe ich aufgegeben, eine Schachtel gekauft und sie innerhalb von ein paar Tagen weggeraucht. Damals hatte ich keine Ahnung von Nornikotin. Es ging so schnell, ich war direkt wieder süchtig. Am Abend bin ich ganz kleinlaut vor dem Haus gesessen, habe geraucht und geheult. Ich bin 1,86 m groß, 85 kg schwer, Alter im aktzeptablen Bereich, habe Zeit meines Lebens Sport getrieben, einen nachgewiesenen überdurchschnittlichen IQ und bisweilen ein ganz ordentliches Selbstbewusstsein, ich würde sagen: ein richtiger Mann, aber diese verkackten 10 cm haben mich im Griff. Ein 10 cm-Stängelchen, das mit mir macht, was es will. Ich will frei sein? Einen Scheiß bin ich. Das heißt das war ich. Seit 8 Tagen und 8 Stunden fühle ich endlich Freiheit... Was für ein Gefühl! Natürlich dreht sich noch alles in meinem Leben um das Rauchen, besser gesagt um das Nichtrauchen. Ich schreibe diesen Text hier um mit mir ins Reine zu kommen, werde dann wieder über das Nichtrauchen lesen, Erfahrungsberichte anderer ehemaliger Raucher, all das. Es ist auch wichtig für mich. Ich möchte nicht unvorsichtig werden. Nicht vergessen, was es für mich bedeutet, abhängig zu sein. Ich habe Apps auf meinem Smartphone installiert, die mir sagen, dass ich inzwischen 158 Zigaretten nicht geraucht habe. Nicht die große Aufgabe dies mathematisch zu ermitteln, ich habe es nur nie getan. Im Gegenteil: Ich habe nur in Ausnahmefällen Zigaretten stangenweise gekauft. Immer nur ein Päckchen, und auch keinen BigPack oder so was. 158 Zigaretten in etwas mehr als einer Woche also. Das sind 158 Zigarettenstummel, die ich mit schlechtem Gewissen auf die Straße geschnippt oder sonstwohin entsorgt habe. Eigentlich mache ich sowas nicht. Das passt nicht zu mir. Ich werfe meinen Müll nicht einfach auf die Straße. Zigarettenkippen schon... Und dann die Berichte von den ganzen tollen Typen, die echten Kerle, die das Rauchen einfach so von einem Tag auf den anderen aufgehört haben und nie wieder auch nur das kleinste Verlangen gespürt haben, maximal vielleicht den einen oder anderen Gedanken zwischendrin verschwendet haben. Fickt euch, ihr Deppen! Solche Berichte habe ich schon beim letzten Nichtraucherversuch zuhauf gelesen, sie mir erzählen lassen, und naiv wie ich bin dachte ich: Warum ist das bei mir nicht so? Warum kommt bei mir der richtige Moment nicht einfach so? Weil er bei keinem einzigen einfach so kommt, weil die Großmäuler halt wieder ihre harten-Männer-Geschichten zum Besten geben, scheißegal, was es kostet. Was sollte es die auch interessieren? Es kostet mein Leben. Nicht ihres. Bei mir jedenfalls war und ist es anders: In den ersten 3 Tagen gab es nichts anderes als Nichtrauchen. Ich habe nicht wirklich schlimme körperliche Schmerzen gespürt, es war mir aber absolut nicht möglich mich auch nur auf das Nötigste zu konzentrieren. Ich konnte kaum sitzen. Immer wieder musste ich aufstehen, mich bewegen. Du kannst es nicht ohne, dachte ich mir, das schaffst du nicht. Rauch eine, das packst du nicht. Und dann dachte ich mir wieder: Nein, das tust du dir nie wieder an! Du gehst da jetzt durch. Und zwar jetzt. Nicht noch eben eine, sondern jetzt. In der ganzen ersten Nichtraucherwoche bin ich wie bekifft durch mein Leben gestolpert. In einer Stadt, in der ich jetzt schon zwei Monate nahezu jeden Abend um den Block laufe und die nähere Umgebung eigentlich ganz gut kenne war ich, nachdem ich zweimal von meinem üblichen Weg abgebogen bin völlig orientierungslos. Abgelenkt durch das Handy am Ohr, den Kopf voller Gedanken und dann war ich einfach verloren, lost, in der Innenstadt einer popeligen deutschen Kleinstadt. Keine Chance die Grütze auf Kurs zu halten, reiner Matsch im Hirn. Ja, die Großschwätzer! Als ob 28 Jahre Rauchen nichts mit einem machen. Als ob es dann kein Problem wäre, eben mal das Rauchen sein zu lassen. No, Sir! Ich lasse mir das von Niemandem kleinreden! Ich habe schon vieles gepackt in meinem Leben; wenn ich aber hier aus der Nummer rauskomme, wenn ich mal hier unter meinem Usernamen eine dreistellige Zahl bei Nichtrauchertagen vermerkt sehe, dann ist das schon richtig großes Tennis. Ich denke es wäre die fetteste Nummer, die ich in meinem Leben gebracht habe. Es ist ein Marathon. Ich muss loslassen, den Kopf freimachen für das Leben, für die Aufgaben meines Lebens, es rollen lassen. Nicht nur denken: Keine Rauchen! sondern einfach weiterleben. Nur eben ohne Klotz am Bein. Also Respekt an alle, die es gepackt haben. Aus tiefster Überzeugung. Für jeden stellt es sich vielleicht anders dar, jeden könnte es woanders wieder erwischen, der eine hat es leichter, der andere muss mehr leiden. Die ganzen Raucher aus meiner Umgebung, die natürlich erzählen dass sie gerne rauchen und jetzt argwöhnisch auf mich schauen, mitbekommen, dass ich aufgehört habe zu rauchen sind der Beweis dafür, dass es höllisch schwer ist von dem Dreck loszukommen. Das sind ja auch keine Deppen; die wissen selbst, was sie sich damit antun. Sie schaffen den Absprung nur nicht. Natürlich werde ich jetzt geschnitten: Suchtige wollen Kumpane, keine Zeugen. Ist mir wurscht: Ich habe gerade besseres zu tun als Unsummen dafür auszugeben mich selbst zugrunde zu richten. Ein Grund, warum ich das hier niederschreibe ist: Ich muss meine permanente Angst loswerden, hier zu versagen. Ich habe viel investiert ins Nichtrauchen und es wäre eine super Sache, wenn es diesmal klappt. Aber ich bin bisher immer wieder aufgestanden, wenn es mich der Länge nach hingelegt hat. Ja, ich habe Angst, dass ich versage und nochmal eine Woche durch diese Hölle muss. Ich habe Angst, dass ich wieder Jahre brauche, bis ich genug Kraft für einen neuen Versuch gesammelt habe. Egal. Ich würde es tun. Wenn es passiert werde ich es tun. Also lebe ich jetzt mein Leben, schaue, dass ich auf der 'sauberen' Seite bleibe aber wenn es mich erwischt, dann erwischt es mich halt. Angst aus, vorwärts marsch! Ich kann nach 8 Tagen Abstinenz auch nicht gerade sagen, dass es mir gesundheitlich jetzt unglaublich gut geht. Ich habe bisher nicht gekannte Schmerzen in der Brust, im Kopf, neige zu Muskelkrämpfen, meine Atemwege sind verstopft, mein Hals ist gereizt wie zu schlimmsten Raucherzeiten. Ich kann auch nicht gerade behaupten, dass ich vorbehaltlos die regenerierten Geschmacks- und Geruchsrezeptoren geniessen kann: Hölle, die Welt stinkt ja wirklich unglaublich! Es ist mir noch von letztem Mal in Erinnerung und ich muss wieder darüber lachen: Auf jedes duftende Röschen kommen 10 stinkende Kanaldeckel. Mir sind auch die 40 Euro nicht so wichtig, die ich bisher eingespart habe. Ich habe meine eigenen, persönlichen Erfolgserlebnisse: Meine Hände und Füße sind nicht mehr dauernd entweder eiskalt oder total verschwitzt. Es war mir immer so peinlich die verschwitzte Flosse den Geschäftspartnern hinhalten zu müssen! Es hat Jahrzehnte gedauert bis ich festgestellt habe, dass andere Raucher durchaus ähnliche Probleme haben. Meine Haut wird langsam aber sicher auch etwas besser. Noch nicht wie es sein könnte, aber für Tag 8 ganz ordentlich. Mein Magen hat sich ein bisschen erholt. Manchmal war mir schon nach der ersten Zigarette am Morgen schlecht, aber was so ein richtiger Raucher ist, der ignoriert das halt, nicht wahr? Ja, bevor das hier noch ein Roman wird bremse ich mich mal lieber wieder ein. Na ja, eins noch, was ich gerne loswerden will an alle, die noch überlegen ob die Opportunitätskosten des Nichtrauchens tragbar sind: Anders als oftmals zu lesen ist Alkohol überhaut kein Problem für mich und hilft mir sogar ein bisschen. Zum einen vertrage ich inzwischen so in etwa das Doppelte und der Kater nach einer Sauftournacht fühlt sich bei weitem nicht so fies an wie er sich für mich als Raucher angefühlt hat. Der andere Punkt, der für mich aber viel entscheidender ist: Ich suche mir jetzt die Kneipen raus, nicht mehr meine 10cm-Geissel. In was für Spelunken in mich rumgetrieben habe, nur um zu meinem Bier eine rauchen zu können. Wirklich unfassbar. Jetzt gehe ich in die Kneipen meiner Wahl. Dorthin, wo es nett aussieht, interessant, dort wo hübsche Mädels rumsitzen, wo es was Leckeres zum Essen gibt. Das ist in der Regel eben nicht dort, wo man rauchen kann. Und ich geniesse das so richtig! Ich beschränke mich also auf Nichtraucherkneipen und gerate dadurch gar nicht in Gefahr 'versehentlich' eine zu rauchen. Und auf dem Rückweg nach Hause bin ich schon wieder froh, dass ich keine Kippen auf die Strasse schnippen muss. Mich nicht wie ein assozialer Arsch verhalten muss, weil kein Ascher da ist. Es ist also jeder Jeck anders wie es so schön heisst und ich kann mein Nichtraucherdasein durchaus und anscheinend gefahrlos begiessen. Und ich feier' das auch. Ich habe nicht vor, dieses Ereignis in meinem Leben zu wiederholen....
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