29.04.2020
12:35 Uhrbearbeitet:
29.04.2020
12:36 Uhr
Huhu liebe Heike,
schön von dir zu lesen! Die Möglichkeit mit dem Chat hier finde ich ganz und gar grandios:) Dadurch dass dann einige Rauchfreikolleg_innen zur gleichen Zeit online sind und fast unmittelbar aufeinander reagieren, machts die Mission Rauchfreiheit für mich hier zu einem gemeinschaftlichen Anliegen in muggeliger, fast schon familiärer Runde (Und ist damit dann auch nicht mehr so gruselig;) ).
Das was du beschreibst zum Thema Selbst- und Fremdwahrnehmung ist ein spannender Punk: Die Raucherei war für mich lange Zeit ein Selbstläufer. Die Beschaffung von Nikotin ein alltäglicher, nur noch halbbewusster Akt. Eine Sucht, die doch eigentlich nix mit mir zu tun, die ich doch eigentlich garnicht sein will. Drum habe ich sie auch in den letzten Jahren vor meinen engsten Vertrauten, die nicht rauchen, verschwiegen. Ironischerweise wurde durch dieses Verschweigen der Fingerzeig durch die anderen in meinem Kopf nur noch deutlicher. "Die, die heimlich immer noch raucht" hätte der Satz sein können,der mich beschrieben hätte. Dieses wirkliche Bewusstwerden der eigenen Sucht, des eigenen Gefangenseins, der Aufgabe der Selbstbestimmung und des lieblosen Umgangs mit der eigenen Gesundheit, die man selbst zu verantworten hat, habe ich größtenteils durch das Verheimlichen, nicht in der Öffentlichkeit oder nur mit Raucherfreunden, versucht klein zu halten. Dass da was nicht hinhaut, nicht passt, widersprüchlich ist, führte mir aber umso deutlicher vor Augen, dass ich das,was ich leben möchte, nicht einlöse.
Wie leicht ich jedoch von diesen Gedanken abzubringen bin, hat mir der letzte Rückfall gezeigt: ich ging nach der Arbeit durch die belebten Straßen, die Sonne schien noch, Leute saßen freudig mit Getränk und Kippe in der Hand zu Dutzenden herum. Alles (!) rauchte und genoss scheinbar das Leben. Und alle zusammengezimmerten klugen Vorsätze brachen in Null Komma Nix vor dem Kisok zusammen. Das will ich auch! Ganz einfach und banal. Der Rest ist Geschichte. Eins noch: Ich bin froh, hier von meinem Rückfall zu berichten und auf so viel Verständnis zu treffen oder von anderen zu lesen, die ähnliches durchmachen! Ohne dieses Forum hier....wer weiß. Es hilft ungemein und ich fühle mich sicher.
Zu der Frage, was ich anders machen möchte nun bei meinem erneuten Rauchstopp: Nun ich habe gestern Abend das Hörbuch von A.Carr zum Nichtraucherwerden auf y.....e mir angehört und ich muss sagen, dass Carrs Ansatz für mich zu passen scheint. Ihm geht es u.a. darum bei dem Rauchstopp den Gedanken zu verhindern, auf etwas (das gute Leben, Entspannung, etc...) verzichten zu [b]müssen[/b], um dann irgendwann von der Sucht befreit zu sein, weil so der Rauchstopp eher als Qual und nicht als Befreiung empfunden wird. Eine Befreiung, die garnicht so schwer ist;) Seine Ausführungen zu den ganzen psychologischen Mechanismen helfen mir ebenso, meine erneute Rauchfreiheit tatsächlich als Befreiung zu empfinden. Das Hörbuch geht knapp 3Std und kostet nix;) Ach, und weil ich eine Freundin von möglichen wundersamen Kräften alternativer Helferlein bin, habe ich mir auch etwas zur Stimmungsaufhellung aus der Apotheke geholt, gleich die große Packung. Morgens, mittags, abends, hokuspokus fidibus gehts mir gut;)
So, nun aber ran wieder ans Werk!
Ich danke euch und wünsche euch einen schönen neuen Tag!