Liebe Forumshausener!
Zuerst möchte ich an jene das Wort richten, die hier still mitlesen. Vielleicht schon Aufhörwillig, ängstlich aber noch unentschlossen, da ihnen der Weg als zu beschwerlich, unüberwindlich, gar bedrohlich erscheint. Beschönigen will ich es nicht. Körperlicher Entzug bedeutet Leiden. Das Überschreiben von liebgewordenen Verhaltensweisen nimmt einen ohne Frage, mit ganzer Kraft in Anspruch. Was ich sagen will ist, jede nicht gerauchte Zigarette ist ein nicht zu unterschätzender Gewinn an Lebensqualität. Ganz zu schweigen von dem Hinzugewinn an Selbstsicherheit.
Es lohnt sich diesem Laster Adieu zu sagen.
Auch ich gehöre nun zu denjenigen die sich in dieser heiligen Halle verewigen dürfen.
Mitleidvolle Kommentare von Menschen um dich herum, die Dir vor etwas mehr als einem Jahr die blaue Dunst Entzugsnummer, so ganz und gar nicht zugetraut haben, nicht die Bohne darauf verwettet hätten, sind mittlerweile verstummt. Verübeln kann ich es ihnen nicht. Kannte man, mich ja nur mit Zigarette im Mundwinkel.
Einen Teil hinter sich zu lassen, der wie ein Fremdkörper Besitz von Dir ergriff, und sich die Herrschafft über dein "Ich" nahm. Ein unbeschreiblich befreiendes Gefühl, etwas geschafft zu haben, wovon man überzeugt war, es nie wuppen zu können.
Hintermir liegt ein ereignisreiches Jahr. 5840 nicht gerauchte Zigaretten. Die Menge beeindruckt, ja schon an sich. Wenn man 5840 Zigaretten aneinander reiht, ergibt das eine Wegstrecke von über 496 Metern. 58,40 g Teer, 5,26 g Nikotin die ich meinen Körper erspart habe. Zum Schluß mit den Zahlenspielereien, man glaubt es kaum, über 28 Tage sind nicht mit Rauchen verschwendet worden. Unglaublich. Bei Tageslicht und mit Logik betrachtet, kannst nur mit dem Kopf schütteln, angesichts solcher Zahlen.
Stolze 1.703,00 €, die sich nicht in sprichwörtlichen Rauch aufgelöst haben, sondern für sinnbringende Dinge, in erster Linie, für meine neue Gitarre und Wanderschuhe ausgegeben worden sind.
Vorbereitet habe ich mich auf einen Rauchstopp nicht. Bedingt durch eine echte Grippe bin ich in die Rauchfreiheit, quasi zufällig hineingeschlittert. Wieder Gesund und Munter wie eh und je, verspürte ich nicht den geringsten Drang nach einer Zigarette. Ein wirklich schönes Geschenk, das ich nicht wieder hergeben wollte.
Kannte ich doch die Entzugsproblematik, aus einem frühren Rauchausstieg, nur allzu gut.
Als Einzelkämpfer schlug ich mich, die ersten 10-12 Wochen ohne Hilfe von außen durch. Vereinzelt tauchten Probleme auf, die nachbetrachtet sich leicht bewältigen ließen, begünstigten den Anfang.
Ungewohnte alltägliche Situationen, die sich am Horizont abzeichnende 3-Monatskrise und der unbedingte Wille rauchfrei bleiben zu wollen, erleichterten mir den Einstieg hier im Forum.
Ohne Forum, Chat, davon bin ich überzeugt, wäre ich schon lange gestrauchelt und segelte wieder in alten Fahrwässern.
Allen sei hier gedankt, die mich in brenzligen Situationen aufgefangen und unterstützt haben.
Wie ein Glückspilz darf ich mich fühlen, das erste Jahr ohne Ausrutscher und Rückfall hinter mich gebracht zu haben.
Bin ich nun Nichtraucher? Jedenfalls ein stabiler Nichtmehrraucher. Nun, die Prognose wage ich nach einem Jahr, die Zeichen stehen ja nicht schlecht, für immer Nichtraucher zu werden. Die Zeit wird es zeigen.
Begriffen habe ich für mich, die[b] "eine"[/b] gibt es nicht mehr.
[b]Unabhängigkeit ist die beste Form der Freiheit.
[/b]
Da drauf trinken wir einen. :congratchamp:
In diesem Sinne
Grüße
Christian :gitarre: