Hallo Denis,
bei Dir schau ich jetzt noch kurz rein, ich hab in der vergangenen Woche mal an Dich gedacht. Mein Junge war doch die letzte Woche über im Krankenhaus und ich auch mit ihm. Einen Tag war da auf der Station die Hölle los aber so richtig, ständig hastes piepsen gehört (u.a. von uns...) und die Schwestern wussten gar nicht wo sie zuerst hinlaufen sollten. Da musste ich an Deinen Bericht von letztens denken, da hattest Du doch auch mal so viel Stress auf der Station.
Und jetzt komm ich hier rum und lese dass es Dir gerade schwer fällt. Das tut mir wirklich leid, ich kann es Dir echt nachfühlen. Dieses Schmachtgefühl so quälend und scheint so unüberwindlich und auch so unendlich! Und man wäre bereit alles zu machen damit es aufhört! Auch zu rauchen.
Das isses aber nicht Denis. Damit fütterst Du die Sucht, die sich jetzt hier mit aller Gewalt gegen ihre Schwächung wehrt, und stärkst sie wieder. Tu ihr diesen Gefallen bitte nicht. Gib ihr nicht Futter, damit sie Dich noch länger quälen kann - am Ende bis Dir wirklich vor ihr die Puste ausgeht. Mit jeder Schmachtattacke, die Du aussitzt, wird sie schwächer und Du stärker. Verwende all die Strategien gegen die Schmachtanfälle, die Du kennst und die Dir was geben, scharfe Bonbons, Ablenkung, Wasser trinken oder was Dir einfällt, aber sitze sie aus. Dass Du das kannst, die Stärke dafür hast, hast Du schon mehrfach bewiesen. Erinnere Dich an Deine Stärke!
Das ist es was damit gemeint ist, dass der Entzug in Wellen verläuft. Da läuft es gerade mal ganz gut, und dann packt Dich so 'ne Welle und es fühlt sich an wie ein frischer Entzug... Bitte lass Dich davon nicht täuschen. Das bleibt jetzt nicht für immer so. Der Entzug ist irgendwann geschafft! Und es ist zu schaffen und Du kannst es auch schaffen.
Würde mich über ein Lebenszeichen von Dir freuen. Es grüßt Dich herzlich
die Miez