28.08.2025 19:12

Auseinandersetzung der eigenen Nikotinabhängigkeit als Romanerzählung.

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01.09.2025
11:38 Uhr
10 Über Fünfzehn Jahre zuvor – Absprachen Schwarzgold ließ sich an der nächsten Kreuzung absetzen. Mit einem knappen Gruß schlug er die Tür zu, und verschwand zwischen den Straßenlaternen. Ich rutschte auf den Beifahrer-sitz, zog die Knie etwas an und starrte hinaus in die Dunkelheit. Totenschwarz wechselte den Gang, die Reifen griffen wieder, und der Wagen nahm Fahrt auf. Der Rauch der letzten Zigarette hing noch im Wagen, als ich mir schon die nächste anzünde-te. Zwei Züge, schnell und tief, bis die Müdigkeit einen Moment lang nachließ. „Du siehst müde aus, Snow“, sagte er schließlich, ohne den Blick von der Straße zu nehmen. Seine Stimme war leiser als sonst, beinahe weich. „Zu wenig Schlaf?“ Ich zuckte nur mit den Schultern, klappte das Fenster ein Stück herunter und blies den Rauch hinaus in die kalte Luft. Der Fahrtwind brachte ihn sofort zurück, legte ihn wie einen Schleier über uns beide. Er lächelte kaum merklich, die Hände fest am Lenkrad. „Wir haben Zeit, mein Engel. Fahrten bei Nacht machen die Gedanken klar.“ Ich zündete mir die nächste Zigarette an. „Klar? Ich seh nur verschwommen.“ „Das liegt nicht am Nebel draußen“, entgegnete er ruhig. „Das liegt an dir.“ Totenschwarz trommelte leicht mit den Fingern auf das Lenkrad, als würde er nach den richti-gen Worten suchen. Dann huschte ein Grinsen über sein Gesicht. „Weißt du, was ich mir überlegt habe? Dein Abschlussball…“ Er warf mir einen kurzen Seitenblick zu. „Wir könnten dir ein Kleid nähen lassen. Aus Fünfhundertern.“ Ich verschluckte mich fast am Rauch. „Aus was?“ Er lachte, ein tiefes, kehliges Lachen, das den Innenraum füllte. „Echte Scheine! Stell dir vor – ein ganzes Kleid aus lauter Fünfhundert-Euro-Scheinen. Keiner würde je glauben, dass es echt ist. Die denken, das ist irgendein verrücktes Designerstück. Aber in Wahrheit trägst du ein kleines Vermögen.“ Ich starrte ihn an, sprachlos. Er nickte, überzeugt, als wäre es der genialste Plan der Welt. „Einmalig, unverwechselbar. Damit bist du die Königin des Abends. Und alle reden noch Jahre später davon.“ Mir wurde schwindelig. Ich drückte die Zigarette aus, zündete mir sofort die nächste an. „Du spinnst.“ „Nein, mein Engel, das ist clever. Ein Statement.“ Seine Stimme war jetzt fester, fast begeistert. „Du musst groß denken, wenn du groß werden willst.“ Er schwieg einen Moment, schaltete einen Gang höher, der Motor brummte. „Und überhaupt – wir müssen dich bald richtig versorgen. Schwarzgold und ich haben schon gesprochen. Auch mit dem Paten von Winterburg. Die Jungs sind alt genug. Es wäre nur logisch, wenn du einen von ihnen nimmst.“ Mir stockte der Atem. „Einen… was?“ „Ehe, Snow. Eine arrangierte Ehe. Stabilität. Sicherheit. Die Familien halten zusammen. Es liegt an dir – willst du den Sohn von Schwarzgold? Oder den aus Winterburg? Beide wären einverstanden. Du musst dich nur entscheiden.“ Mir wurde übel. Der Rauch kratzte in meiner Kehle, der Wagen roch nach Leder, teuren Her-renparfüm und Asche. Ich drückte die Stirn gegen die Scheibe, schloss die Augen. Alles dreh-te sich. „Das ist nicht dein Ernst“, murmelte ich, aber er grinste nur weiter. Dann kam es hoch. Ich riss das Fenster herunter, beugte mich hinaus und erbrach mich in den Fahrtwind. Der bittere Geschmack brannte in meiner Kehle, Tränen liefen mir über die Wangen. Der Wagen schwankte leicht, als er bremste. „Verdammt, Snow…“ hörte ich ihn fluchen. Doch seine Stimme klang nicht überrascht – eher genervt, als hätte er es kommen sehen. Totenschwarz wartete, bis ich mir mit zitternden Fingern eine neue Zigarette anzündete. Der Rauch schmeckte schal, metallisch, wie das Echo meines eigenen Erbrechens. Er tat so, als wäre nichts gewesen. „Snow, du musst dir langsam Gedanken machen, was aus dir werden soll. Nicht nur Männer und Kleider.“ Seine Stimme klang wieder sachlich, geschäftsmäßig, wie bei einer Bespre-chung. „Du brauchst eine Richtung. Einen Beruf.“ Ich starrte stumm in die Dunkelheit vor uns. „Goldschmiedin“, fuhr er fort, als wäre die Sache längst entschieden. „Das ist das Beste für dich. Mit deinen Händen, deinem Blick fürs Detail – perfekt. Und es hat Vorteile.“ Ich blies den Rauch aus, der sich sofort wieder im Wagen verfing. „Vorteile?“ „Natürlich.“ Sein Lächeln war kalt und stolz zugleich. „Wenn du mit Edelmetallen arbeitest, ist niemand überrascht, wenn da mal ein Barren auftaucht, den keiner kennt. Du kannst ein-schmelzen, neu gießen, unauffällig. Alles wird sauber. Weißt du, was das heißt? Aus Schwarz wird Gold. Aus Gold wird Geld.“ Ich presste die Zigarette fester zwischen die Finger, als könnte ich mich daran festhalten. „Und wenn die Bank noch mehr Unterlagen rausgibt? Sie haben schon Fragen gestellt. Ermitt-ler.“ „Schhh.“ Seine Hand machte eine kurze Bewegung, fast zärtlich, aber schneidend. „Darum kümmere ich mich. Das ist nicht dein Problem. Du bist meine Tochter. Dir passiert nichts.“ Er sah kurz zu mir herüber, ein Blick, der wie ein Versprechen wirken sollte. „Lass mich das re-geln. Du musst dir keine Sorgen machen.“ Einige Wochen später. Der Ball war vorbei, das Kleid hing vergessen im Schrank, und ich stand mit Kisten in den Händen vor meiner ersten eigenen Wohnung in der Goldstadt. Vater hatte alles organisiert – Möbel, Teppiche, selbst die Vorhänge. „Ein Neuanfang“, sagte er, während er den Schlüssel im Schloss drehte. Die Wohnung roch nach frischer Farbe und kaltem Holz. Teuer, edel, fast zu sauber. Er stellte die erste Kiste ab, sah sich zufrieden um. „Hier gehörst du hin, Snow. In die Stadt. Hier be-ginnt dein richtiges Leben.“ Ich nickte nur, während ich die Räume durchschritt. Alles war neu, glänzend – und doch fühlte es sich an wie ein Käfig, den man mir als Geschenk verpackt hatte. Als wir die letzten Kartons in den Keller trugen, sah ich sie. Zwischen alten Werkzeugen, in einer Sporttasche. Eine gro-ße Waffe. Glatt, schwarz, schwer. Ich erstarrte. „Dad?“ Meine Stimme war kaum mehr als ein Hauch. „Was macht das Ding hier?“ Er trat neben mich, lächelte knapp. „Ach, das.“ Seine Stimme klang beiläufig, fast amüsiert. „Die stammt noch aus dem Kosovokrieg. Gehört Schwarzgold. Seine Frau Rosenblut wollte sie nicht mehr im Haus haben – also lagere ich sie für ihn. Sicherer Ort, mehr nicht.“ Er klappte die Tasche zu, als hätte es nie etwas gegeben, nahm mir den Karton aus den Hän-den und ging die Treppe hinauf. Zurück blieb das Bild, das sich in meine Gedanken brannte. Ich ging mit schnellen Schritten aus dem Keller, die Sporttasche mit ihrem dunklen Geheimnis noch vor Augen. Draußen auf dem kleinen Balkon zündete ich mir eine schwarze Black Devil Zigarette an. Dann die nächste. Und noch eine. Der Rauch legte sich wie ein Schleier um mich, aber er konnte meine Gedanken nicht betäuben. Diese Waffe. Glatt. Schwarz. Groß. Gefährlich. Dazu die Kiste voller Munition. Warum musste mein Vater sie verstecken? Und vor wem? Was war mit dieser Waffe geschehen, dass selbst Schwarzgold sie nicht mehr im Haus haben wollte? Und warum ausgerechnet bei mir? Ich sog den Rauch tiefer ein, bis mir schwindelig wurde. Alles kreiste nur noch um diese eine Tasche im Keller. Schritte hinter mir. Dad. Er trat neben mich, zog sich die Jacke enger und griff nach meiner Schachtel. Spielte mit der Schachtel in seinen unruhigen Händen herum als sei es das Nor-malste der Welt. „Mach dir keine Sorgen, mein Engel“, sagte er. „Ich bring das Ding demnächst weg. Ganz sicher. Bald. Du musst dich damit nicht belasten.“ Ich nickte stumm, zündete mir die nächste an. Der Rauch brannte in meiner Kehle, aber ich brauchte ihn, um nicht laut loszuschreien. Denn tief in mir wusste ich: Er hatte längst den Bezug zur Realität verloren. Er redete von Si-cherheit, während die Ermittler schon an unseren Konten kratzten. Er sah nicht, dass die Welt um uns längst bröckelte – oder er wollte es nicht sehen. Ich drückte die Zigarette aus, griff nach der nächsten und blies den Rauch in den kalten Abend. Alles, was blieb, war das Bild dieser Tasche im Keller – und das dumpfe Gefühl, dass es erst der Anfang war. Der Anfang von etwas, das ganz böse enden würde.
01.09.2025
11:37 Uhr
9 Adventskranz – die dritte kleine Flamme Ich öffnete die Augen. Das warme Badewasser umschloss mich wie eine sanfte Umarmung. Der Schaum legte sich federleicht auf meine Haut. Drei rosafarbene Kerzen, die nach Kirsch-blüte dufteten, brannten am Wannenrand – drei kleine Flammen, die im Dunst tanzten wie ferne Sterne einer eigenen Galaxie. Ich griff nach der halbgefüllten Schachtel, zog eine weiße Davidoff heraus und zündete sie an. Der Rauch stieg langsam auf, verschmolz mit dem heißen Wasserdampf und glitt schwerelos durch das offene Fenster hinaus, bis er sich draußen zu kleinen Wolken formte. Der Himmel lag bleich über den Dächern, und aus ihm fiel Schnee. Leicht, glitzernd, sanft – als wären es Federn. Ich lehnte den Kopf zurück, ließ das Wasser tiefer in mich eindringen und spürte, wie mich die Wärme umhüllte. Für einen Augenblick war da nichts außer Ruhe. Nur das Flackern der dritten Flamme, die mich anstarrte wie ein Versprechen. Das Wasser wurde allmählich kühler, die Kerzen flackerten nur noch leicht. Kurz bevor sie ausgingen, stieg ich aus der Wanne. Trocknete mich ab und kämmte mein Haar. Ich zog mich an, ließ das Wasser ab und schob die Nordic-Walking-Stöcke in meine Hände. Dann ging ich die Stufen zur Tür hinunter und trat in die kalte Luft hinaus. Der verschneite Weg führte zur Kirche, die still und erhaben inmitten der winterlichen Stille stand. Der Schnee hatte sich wie ein weißes Tuch über die Stufen gelegt, der jedes Geräusch verschluckt. Ich drückte die schwere Tür auf. Ein schwacher Duft nach Weihrauch und Wachs empfing mich, vermischte sich mit der frostigen Luft, die durch die Mauerritzen sickerte. Durch die ho-hen, gotischen Fenster fiel fahles Licht, verwandelte den Raum in ein Spiel aus Schatten und funkelndem Licht. Abseits des Hauptaltars, in einer Seitenkapelle, stand die Statue der Muttergottes. Ihr Blick war still, ernst und doch voller Milde. Davor erhob sich der eiserne Votivkerzenständer, auf dem bereits Dutzende kleiner Flammen brannten, jede von ihnen ein stummes Gebet, ein lei-ses Hoffen. Ich zündete drei Kerzen an. Eine für meinen Mann. Eine für meine Familie. Eine für mich. Ihre Flammen stellten sich in die Reihe der anderen, als wären sie nie fremd gewesen. Für einen Moment schien es, als leuchteten sie heller, als könnten sie den ganzen Raum mit ihrer Wär-me füllen. Ich setzte mich auf eine der Bänke, legte die Stöcke neben mich und ließ meinen Blick zurück zu Maria wandern. Die Stille war nicht leer, sie war erfüllt – von Licht, von Atem, von unsicht-barer Gegenwart. Und ich spürte, wie etwas in mir stiller wurde. Die Vergangenheit und die Fragen flüsterten weiter, doch für einen Moment übertönte sie das Licht und die Hoffnung. Die Kerzen vor Maria flackerten leise, als wollten sie mich erinnern. Warten, dachte ich. War-ten ist nicht nur schwer, es ist auch Freude auf das, was kommt. Freude – so muss es für sie gewesen sein, für Maria, als sie den Sohn Gottes unter ihrem Herzen trug. Und ich? Ich wartete auch. Auf das Ende meiner Arbeit. Auf den Tag, an dem ich meine Ab-schlussarbeit abgeben würde und dieses endlose Studentenleben hinter mir läge. Endlich würde ich dazugehören, Teil dieser normalen Welt sein, in der andere morgens aufstehen, zur Arbeit gehen, ihr Geld verdienen, ihre Leben ordnen. Kein ewiges Schwanken mehr zwischen Bibliothek und Notizen, kein weiteres Verschieben von Träumen. Für einen Augenblick sah ich es klar vor mir: ein Leben danach. Ein Alltag, der nicht aus Schatten bestand, sondern aus Plänen, Terminen, festen Schritten. Vielleicht sogar Freude – nicht die laute, sondern die stille, die wächst, wenn man etwas zu Ende gebracht hat. Ich spürte, wie ein Lächeln über mein Gesicht huschte, kaum merklich, aber echt. Drei Flam-men. Drei kleine Versprechen. Vielleicht war dieses eine davon meins.
01.09.2025
11:36 Uhr
8 Sechs Monate zuvor bei Snowwhite Zuhause Die Zettel lagen wie Schneeflocken über dem Küchentisch, auf dem Boden, zwischen den Stühlen. Ein Meer aus Papier. Jeder Strich ein Fragment, jede Zahl ein Splitter. Ich schrieb und schrieb, die Hand krampfte, doch ich hörte nicht auf. 200 Schuss. Kaliber 9mm. Schwarze Sporttasche. Ich hörte wieder das Rasseln des Reißverschlusses, spürte das Gewicht auf meiner Schulter. Sechzehn Jahre alt, die Finger noch schmal wie von einem Kind, und doch trug ich den Tod in einer Tasche, quer durch die Straßen, als mein Vater längst hinter Gittern saß. Schwarzgolds Waffe. Totenschwarz’ Auftrag. Mein Geheimnis. „Marc… du wusstest es.“ Meine Stimme war kaum hörbar, ein Flüstern ins Chaos. „Du hast mir gesehen, oder?“ Rauch hing schwer in der Luft. Der Kaffee war kalt, die Tasse lag zerbrochen in Scherben auf dem Fußboden zerstreut. Ich trat barfuß darauf, spürte das Knacken, ein kurzes Brennen, dann wieder nichts. Ich lachte leise – als ob der Schmerz nur ein Beweis wäre, dass ich noch lebte. Maschinenpistole. Goldstadt. Schweigen. Schuld? Dann hörte ich Schritte. Schlüssel im Schloss. Ein Atemzug der Wirklichkeit. „Snow…?“ Seine Stimme, vorsichtig, fast zärtlich. „Um Himmels willen…“ Ich hob den Kopf, grinste schief. „Siehst du’s nicht? Es passt alles zusammen.“ Meine Hand krachte auf den Zettelberg, die Blätter flogen auseinander wie verängstigte Vögel. Er bekam Tränen in die Augen, trat einen Schritt näher, als wolle er mich nicht erschrecken. „Snow… Liebling, was passt zusammen?“ „Alles!“ Ich schnappte nach Luft, das Wort war mehr ein Schrei. „Siehst du es nicht? Die Frau in Eisrosenthal, angeschossen aus dem Auto – genau wie damals in der Goldstadt! Schwarzgold, Totenschwarz – alles hängt zusammen!“ Er hob beschwichtigend die Hände. „Snow, bitte. Hier passt gar nichts zusammen. Seit Tagen schläfst du nicht. Du machst dich kaputt.“ Ich lachte kurz, trocken, ein Laut ohne Freude. „Ka-putt? Nein. Ich bin endlich wach. Ich sehe, was ihr alle überseht. Und du – du bist blind, genau wie dein Bruder.“ Er wischte sich die Tränen aus den Augen, suchte meinen Blick, der längst über ihn hinweg glitt. „Snow… bitte. Nimm deine Tabletten. Nur heute Nacht, ja? Dann kannst du ein paar Stunden schlafen, und alles sieht morgen anders aus.“ Ich starrte ihn an, als hätte er mir Gift angeboten. „Tabletten?“ Meine Stimme brach erst, dann wurde sie scharf wie Glas. „Ich bin nicht deine dumme Frau, die du ruhigstellen kannst! Ich bin nicht schwach – hörst du?!“ Er trat einen Schritt zurück, hob wieder die Hände, flehend. „Es geht nicht um Schwäche. Ich will nur, dass du zur Ruhe kommst. Ich habe Angst um dich.“ Doch ich hörte ihn kaum noch. Die Wut fraß alles weg. „Angst? Vor mir? Oder davor, dass ich rede?“ Ich schrie, das Wort zerriss die Luft. „Halt dein verdammtes Maul! Ich bin deine Frau – und nicht dein Besitz!“ Ich griff nach der Trainingsstange in der Ecke, riss sie hoch, das Metall zischte durch die Luft. Mein Atem ging stoßweise, Scherben knirschten unter meinen Füßen. Ich machte einen Schritt auf ihn zu, der Griff fest in meiner Hand. „Snow…“ Seine Stimme brach. Er tastete nach seinem Handy, die Finger zitterten. „Bitte… lass das.“ Ich holte aus, stoppte kurz vor seiner Schulter, die Stange vibrierte in der Luft. Sein Gesicht erstarrte, dann hob er das Telefon ans Ohr. „Notarzt… bitte, schnell“, stammelte er, seine Stimme bebte. „Meine Frau… sie rastet gerade völlig aus. Sie hat seit Tagen nicht geschlafen, benimmt sich seltsam, sehr aggressiv… bitte beeilen Sie sich!“
01.09.2025
11:35 Uhr
7 Adventskranz – die zweite kleine Flamme Die Nacht ist klar und schwarz wie frisch gebrochene Kohle. Kein Rascheln geht durch den Wald, kein Zweig rührt sich – der Wind steht still, als hätte auch er beschlossen zu warten. Ich sitze im T-Shirt auf dem Balkon und lasse die Kälte zu, die mich wieder einmal liebevoll um-armt. Auf dem Tisch liegt eine Schachtel violette Vogue-Zigaretten. Ich sinke tiefer in den Stuhl, drehe die Schachtel langsam in den Händen. Über mir spannt sich das Himmelszelt, übersät mit einem Lichtermeer aus all unseren Träumen. Sterne, so klar, dass ich sie fast greifen konnte – und doch bleiben sie unantastbar. Frieden, denke ich. Wahrer Frieden ist nicht die Abwesenheit von Spannung, sondern die Anwesenheit von Gerechtigkeit. Das wäre wirklich schön. Ich ziehe eine Zigarette heraus, betrachte das tiefe Violett, das im gedimmten Licht der Bal-konlampe fast schwarz wirkt. Die Farbe der Besinnung. Der Umkehr. Ich zünde sie an, und mit dem ersten Zug breitet sich ein dünner Schleier in der Luft aus, träge und schwer wie die Gedanken, die ich nicht loslassen kann. Aus der Ferne höre ich das Bellen eines Hundes – wahrscheinlich der Schäferhund des Nachbarn ein paar Straßen weiter, der zu dieser Uhrzeit immer noch seine Runde dreht. Wei-ter weg, auf der anderen Seite, dröhnt für einen Moment der Motor eines Wagens auf – der Nachbar von zwei Straßen gegenüber, der kurz darauf davonfährt. Und dann setzt das Läuten der Kirchenglocke im Dorf ein, dumpf und voll, getragen von der kalten Nachtluft, als wolle sie mir jede einzelne Sekunde bewusst machen. Fünfzehn Jahre habe ich geschwiegen, doch nun drängt sich der Gedanke auf, dass Schweigen nicht ewig schützt, sondern mich zerfrisst. Reden – allein das Wort löst in mir eine Spannung aus, als würde ich eine Waffe entsichern. Denn Worte sind nicht harmlos. Ich hatte es erlebt. Nicht in Geschichten – im eigenen Leben. Ein falscher Satz, eine falsche Adresse, und jemand verschwand. Vielleicht für immer. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum mir die Luft wegbleibt, wenn ich daran denke, die mögliche Wahrheit, die ich nicht beweisen kann, laut auszusprechen. Marc hätte gewollt, dass ich rede. Oder? Ich sehe sein Lächeln vor mir, höre seine Stimme in den Postkartenzeilen, die ich noch immer auswendig kenne. Und dann kommt wieder diese Frage in meinen Gedanken auf, die sich wie eine scharfe Klinge aufdrängt: Wem kann ich überhaupt noch trauen? Ich stecke mir die nächste Zigarette an. Dann noch eine. Der Rauch hängt wie ein dichter Schleier um mich, als wollte er mich vor meinen eigenen Gedanken schützen. Immer wieder drängt sich das Bild von Marc auf – und mit ihm das Gespräch, das ich Jahre später mit seiner Schwester Hanni führte. Wir saßen in ihrer kleinen Küche, es roch nach Schwarztee und Apfelkuchen. Sie sprach lei-se, vorsichtig, so als müsste sie jedes Wort zweimal prüfen, bevor sie es aussprach. „Es war schrecklich, aber ein natürlicher Tod“, sagte sie schließlich, während ihre Finger über den Henkel der Teetasse glitten. „Die Ärzte hatten ihn medikamen-tös umgestellt. Sie dachten, es wäre besser so. Aber er hat die neuen Tabletten vermutlich nicht vertragen. Das kann man nicht sicher sagen.“ Ich starrte sie an, suchte in ihrem Gesicht nach etwas, das mehr verriet, als ihre Stimme zu-gab. „Vielleicht“, fuhr sie fort, „hätte er nicht so furchtbar sterben müssen, wenn man die Medika-mente nicht geändert hätte. Aber es war keine Schuld, Snow. Kein Verbrechen. Nur… ein schreckliches Schicksal.“ Ich nickte damals, doch innerlich brannte die Frage heißer als je zuvor: War es wirklich so einfach? Ein Medikamentenwechsel, ein ärztlicher Irrtum – und damit war alles erklärt? So sehr ich ihr auch zuhörte – in meinem Kopf blieben die Schatten, und sie wuchsen über die Jahre weiter wie Risse in einer Mauer. Ein leiser Song drang von rechts unten aus der Nachbarwohnung zu mir herüber – sanft und eindringlich: Ich bin es leid, das zu sein, was du von mir erwartest. Ich fühle mich so treulos, verloren unter der Oberfläche. Ich weiß nicht, was du von mir erwartest, doch jeder Schritt, den ich tue, ist für dich ein Fehler mehr. Ich bin so betäubt geworden, ich spüre dich kaum noch. Bin so müde, und gleichzeitig wacher denn je. Ich verwandle mich – und alles, was ich will, ist mehr ich selbst zu sein und weniger wie du. Merkst du nicht, dass du mich erdrückst? Mich zu festhältst, aus Angst, die Kontrolle zu verlieren? Denn alles, was du dachtest, das ich sein würde, liegt zerbrochen direkt vor deinen Augen. Jeder Schritt, den ich tue, ist ein Fehler für dich. Und jede Sekunde, die ich verschwende, ist mehr, als ich ertragen kann. Jede Zeile wie ein Spiegel meiner eigenen Gedanken. Worte über Erwartungen, die erdrü-cken, über Müdigkeit und Befreiung, über den Wunsch, endlich mehr man selbst zu sein und weniger ein Schatten der anderen. Und während die Melodie durch die kalte Nacht schwebte, legten sich die Zeilen um mich wie ein Schleier. Für einen Augenblick wusste ich: Schweigen war keine Option mehr. Ich musste reden. Aber wie spricht man über Dinge, die seit fünfzehn Jahren wie verbotene Akten in der eigenen Brust verschlossen liegen? Und mit wem – in einer Welt, in der jedes Ohr ein Feind sein könnte? Um die kreisenden Gedanken zu bändigen, zündete ich mir eine weitere violette Vogue an. Der Rauch glitt schwer in die Nacht, als wollte er eine Antwort formen, die ich selbst nicht fand. Ich sah die Flamme des Feuerzeugs und dachte an den Kranz im Wohnzimmer, an die zweite Kerze, die an diesem Sonntag brennen würde. Der zweite Advent. Ein Tag der Besinnung. Ein Tag der Umkehr. Besinnung – nicht als frommes Ritual, sondern als das ruhige Ordnen der nächsten Schritte. Ich stand auf, ging hinein und holte Stift und Papier. Vielleicht konnte ich meine Gedanken so zähmen, vielleicht den ersten Umriss eines Weges finden, wie ich vom Schweigen umkehren könnte. Zurück auf dem Balkon setzte ich mich, die Kälte biss an meinen Fingern, als ich den Stift hielt. Leise, kaum hörbar, flüsterte ich in die Nacht: „Der größte Fehler ist, keinen Fehler zuzugeben.“ Die erste Helligkeit des Morgens legte sich wie ein blasser Schleier über den Himmel. Die Sterne erloschen einer nach dem anderen, als hätten sie ihre Wacht beendet. Ich saß noch immer da, ein halbes Dutzend Zigaretten später, der Aschenbecher voll wie ein kleines Grab. Frieden, flüsterte ich in mich hinein. Aber was ist Frieden? Frieden ist der leise Schnee, der auf den Lärm fällt und ihn dämpft. Ist es Stille – oder ist es endlich die Wahrheit? Ist es Schlaf – oder das Erwachen aus diesem Schweigen? Vielleicht ist Frieden nur das kurze betäubende Gefühl, wenn die Lunge den Rauch in die Luft presst und er für einen Moment schwerelos wird, bevor er sich auflöst. Die Sonne schob sich langsam über den Waldrand, weißgoldene Streifen brachen durch das Schwarz der Nacht. Ich erhob mich, schwankte leicht, sammelte die Zettel vom Tisch. Drinnen ließ ich warmes Wasser in die Wanne laufen, sah dem Dampf zu, wie er sich an die Fliesen legte. Ich glitt hinein, ließ die Wärme die Kälte vertreiben, die mich die ganze Nacht umarmt hatte. Schüttelte das schlechte Gewissen ab. Ich genoss den Schaum auf meiner Haut und die Wärme, die immer tiefer in meine Körperschichten eindrang. Noch ein Gedanke, bevor mir die Lider schwer wurden: Vielleicht beginnt Frieden nicht draußen in der Welt – sondern hier, im eigenen Schweigen, das sich endlich wandelt. Dann stieg ich aus, wickelte mich in ein Handtuch und sank ins Bett.
01.09.2025
11:34 Uhr
6 Sieben Monate zuvor bei Snowwhite Zuhause Sie saß wieder am Küchentisch, reglos bis auf das unablässige Kratzen des Stifts auf dem Notizblock. Vor ihr leuchtete der Bildschirm, dieselben Tabs wie seit Stunden, dieselbe Schlagzeile: Eisrosenthal – Frau aus fahrendem Auto angeschossen. „… junge Frau… nicht aus der Region… unklar, wohin sie unterwegs war…“ murmelte sie, ohne den Blick zu heben. Die Worte glitten über ihre Lippen, als müssten sie irgendwo haften bleiben. Ihr Mann stand im Türrahmen, unbeobachtet. Die Over-Ear-Kopfhörer saßen fest über ihren Haaren, gerade so laut, dass sie alles andere ausblendeten – auch ihn. „… mehrere Schüsse in die Beine… Hauptstraße, Ecke Mozartweg… Ermittler ratlos…“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch, der in den Zwischenräumen der Musik versicker-te. Zwischen den Sätzen pausten sich andere Fetzen hinein – Namen, die er nicht kannte, Zahlen, die für ihn nicht von Bedeutung waren, und Orte, mit welchen er nichts verband. Sie schrieb sie hastig nieder, Striche, Pfeile, Kreise. Die Notizzettel wurden voller, aber nicht ge-rade verständlicher. Er wusste, dass sie ihn nicht bemerkte. Nicht jetzt. Nicht, solange dieser Song sie festhielt. Und ich steige in den Wagen ein, ich will nur mein' BMW Nike-Hose, Hoodie, wenn ich durch die Gegend dreh' Mein Wagen ist immer da für mich, wenn ich mal im Regen steh' Du siehst nur noch Staub von mir, wenn ich durch die Straßen feg' Das ist mein BMW Ich fahre durch mein Ghetto Und die Straße brennt, Bro Das ist meine Welt, oh Alles andere Wellou Der Morgen war längst da, fahles Licht lag über der Küche. Er stand im Türrahmen, die Jacke schon an, Autoschlüssel in der Hand. Sie saß immer noch da – dieselbe Haltung, derselbe Song in den Kopfhörern. Auf dem Bildschirm flimmerten alte Schlagzeilen aus der Goldstadt, jener Stadt, in der sie einmal gelebt hatte, bevor sie sich kannten. „Vor über fünfzehn Jahren… Maschinenpistole…“ flüsterte sie. „Snowwhite, hast du überhaupt geschlafen?“ Keine Reaktion. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, das sich gleichmäßig in den Raum ergoss, ohne dass sie merkte, dass er überhaupt da war. „… Typ Skorpion… mehrere Schüsse in Menschenmenge … aus fahrendem Mercedes… bei der Diskothek…“ Daneben schrieb sie weiter: Telefonnummern, Straßennamen, Initialen. Pfeile zwischen alten und neuen Artikeln. In Großbuchstaben immer wieder dieselbe Frage: MASCHINENPISTOLE? „Seit wann interessierst du dich für Waffenmodelle?“, hatte er einmal gefragt. „Seit jetzt.“ Keine Regung, nur der Stift, der unaufhörlich kratzte. Er wusste nicht, dass die Namen in ihrem Notizbuch aus einer Vergangenheit stammten, die sie angeblich längst hinter sich gelassen hatte. Dass sie krampfhaft versuchte, sich an Ge-spräche, Orte und Gesichter von vor über fünfzehn Jahren zu erinnern. Die Teller mit dem Abendessen standen noch da, unberührt. Das Telefon klingelte – sie nahm nicht ab. An der Uni war sie seit Tagen nicht mehr gewesen. Wenn er sie ansprach, kam ein Schwall Worte, so schnell und dicht, dass er kaum hinterherkam. Zusammenhanglos klang es – für ihn. Nicht für sie. „Mäusle… du musst schlafen.“ „Ich kann nicht schlafen.“ „Du hast drei Nächte nicht geschlafen.“ „Ich habe zu tun.“ Er atmete hörbar aus, schob die Autoschlüssel in die Jackentasche. „Snow… das hier ist nicht normal.“ „Nicht normal?“ Sie hob kurz den Kopf, ihre Augen rotgerändert, glasig. „Weißt du, was nicht normal ist? Aus einem fahrenden Auto auf eine Frau zu schießen.“ „Ich rede von dir, verdammt.“ Seine Stimme war schärfer. „Du schläfst nicht, du isst nicht, du gehst nicht zur Uni. Du starrst seit Tagen auf denselben Mist.“ „Mist?“ Der Stuhl quietschte, als sie sich abrupt umdrehte. „Das hier ist wichtig.“ Sie atmete einmal tief durch, als würde sie einen Entschluss fassen. Marc hat meine Geheimnisse mit ins Grab genommen. Ich werde das nicht tun. „Wichtig?“ Das Wort blieb zwischen ihnen hängen. Sie stand auf, stützte sich auf den Tisch, beugte sich leicht vor. „Wichtiger als du denkst.“ Ihr Blick blieb auf den Bildschirm kleben, als hätte sie Angst, das Bild könnte verschwinden, wenn sie nur kurz blinzelte. Er lehnte sich an den Türrahmen, spürte das kalte Metall des Schlüssels in seiner Hand. Wie zur Hölle sollte er sie da rauskriegen? Reden brachte nichts. Schlafmittel? Sie würde ihm nie verzeihen. Den Laptop zuklappen? Er wusste, was das auslösen würde. Also stand er da, wie schon so oft in den letzten Tagen, und fragte sich, wann sie das letzte Mal sie selbst gewesen war. Er kannte sie wach, er kannte sie wütend, er kannte sie seit zehn Jahren – aber so? So war sie jemand, den er nicht verstand. Und das machte ihm mehr Angst als alles, was auf diesem Bildschirm stand. Er schob die Hand in die Jackentasche, drehte den Schlüssel zwischen den Fingern, senkte den Blick und ging.
01.09.2025
11:32 Uhr
5 Allerheiligen – wenige Wochen zuvor Ich tippte eine vertraute Nummer ein. Das Eichenholz der Wanderbank war kalt und hart unter mir, jede raue Maserung drückte sich durch den Stoff. Piep… Piep… „Harvey Weißberg.“ „Hey… ich bin’s. Snow.“ Stille. Nur sein Atem rauschte durch die Leitung, warm und fern zugleich. „Wo bist du?“ „Bei Marc. Auf dem Friedhof.“ Ein Atemzug lang nichts – als müsste er erst schlucken. „Kannst du zehn Minuten warten?“ „Klar. Können wir uns kurz sehen?“ „Bin gleich da.“ Ich reichte dem Fremden das Telefon zurück und bedankte mich leise. Er nickte nur, als hätte er alles verstanden, ohne eine einzige Frage zu stellen. In dem Moment, als meine Finger den Hörer losließen, war es, als hätte jemand eine versie-gelte Tür aufgestoßen. Der Besuchsraum im Gefängnis roch nach abgestandenem Kaffee und kaltem Schweiß. Dad saß auf der anderen Seite des Metalltisches, Hände gefaltet, das Haar frisch geschnitten. „Marc ist tot“, sagte ich, ohne ihn zu begrüßen. Sein Blick blieb reglos. „Weißt du was darüber?“ Er lehnte sich ein Stück zurück, als müsse er meine Worte abwägen. Dann dieses Lächeln – nicht freundlich, nicht traurig. Eher das Lächeln von jemandem, der genau weiß, dass er nichts sagen wird. „Du stellst zu viele Fragen, Snow.“ Ich spürte, wie sich meine Finger um die Tischkante krallten. „Also weißt du was.“ Er schüttelte nur den Kopf, lachte kurz, trocken, ohne jede Freude – dieses Lachen, das alles abwehrte und doch mehr verriet, als es sollte. Und in mir wuchs dieses mulmige Gefühl, das ich bis heute nicht losgeworden bin – dass er mir damals etwas ganz bewusst verschwiegen hat. Ich blinzelte und die Bäume waren wieder da. Der Schnee knirschte leise, als ein weißer SUV auf den kleinen Parkplatz rollte. Die Scheinwerfer blendeten kurz, dann erlosch das Licht, und der Motor verstummte. Harvey stieg aus – derselbe entschlossene Schritt wie früher, ein Lä-cheln, das sofort Wärme in die Kälte schnitt. Ich stand auf. Wir gingen ein paar Schritte aufeinander zu, beide mit diesem breiten Grinsen, das nur Leute haben, die sich einmal verloren und wiedergefunden haben. Seine Umarmung war fest, fast zu fest – und ich ließ es zu. „Schön, dich zu sehen.“ Seine Stimme war warm und tief. „Dich auch.“ „Steig ein, sonst erfrierst du mir hier noch.“ Ich nickte, wir lösten uns voneinander, und ich stieg in den Wagen. Ein Hauch kalter Luft wich der Wärme im Innenraum. Es roch nach Leder – und nach etwas, das mich sofort schmunzeln ließ: Blue Jeans von Versace. Dass er es immer noch trug? Im Radio lief leise Bella Ciao: Ich bin heute Morgen aufgestanden, Oh Bella, ciao! Bella, ciao! Bella, ciao, ciao, ciao! Und fand den Eindringling. Oh Partisan, bring mich weg, weil ich das Gefühl habe, dass ich sterbe. … Und wenn ich als Partisan sterbe, Musst du mich begraben. Und dort oben in den Bergen begraben, … Alle Menschen, die vorbeigehen werden, Werden sagen: »Was für eine schöne Blume!« … Das ist die Blume des Partisanen, Gestorben für die Freiheit! Harvey startete den Motor, der SUV summte tief. Die Reifen knirschten über den festgefahre-nen Schnee, als wir den Parkplatz verließen. Ich lehnte mich in den Sitz, der sofort meine Körperwärme aufnahm. An seinem Handgelenk blitzte etwas im Licht der tief stehenden Son-ne auf – die Invicta Reserve. Der silberne Rand fing das Licht ein. Er bemerkte meinen Blick, lächelte kaum merklich. „Hätte nicht gedacht, dass du dich an die Uhr erinnerst.“ „Schwer zu vergessen.“ Er sah kurz zu mir, dann wieder auf die Straße. „Dein Anruf hat mich überrascht. Nach all den Jahren… bin ich einfach froh, dich zu sehen.“ Seine Stimme war warm, tief – und trug diesen Unterton, den nur Menschen haben, die einander wirklich kennen. „Was machst du ausge-rechnet hier? Vermisst du ihn auch?“ Ich hielt seinem Blick stand. „Eigentlich vermisse ich nie etwas. Vermissen heißt hoffen, dass etwas zurückkommt. Aber das tut es nie. Das war mir schon damals klar.“ Er hob leicht die Augenbrauen. „Findest du das nicht… etwas unterkühlt?“ „Die Wahrheit hat keine Temperatur.“ Wir schwiegen. Nur das leise Rauschen der Heizung und der ferne Gesang aus dem Radio füllten den Innenraum des Wagens. People can take everything away from you But they can never take away your truth But the question is Can you handle mine? They say I'm crazy I really don't care, that's my prerogative They say I'm nasty But I don't give a damn, gettin' boys is how I live Some ask me questions Why am I so real? But they don't understand me I really don't know the deal about my sister Die Worte glitten wie ein dünner Faden durch den Raum, ohne dass wir ihnen wirklich folgten. Dann wechselte das Thema, fast unmerklich. „Und bei dir?“ fragte er schließlich. „Wie läuft’s… zu Hause?“ Ich lachte leise, ohne dass etwas Lustiges daran war. „Chaotisch. Wir sind direkt nach der Hochzeit umgezogen, und seitdem… Risse. Brüche. Vielleicht bekommen wir nochmal die Kurve. Und trotzdem —“ Ich zog den Reißverschluss meiner Jacke ein Stück herunter, als würde das die Enge in meiner Brust lösen. „Trotzdem will ich nicht einfach gehen. Ich liebe ihn noch. Oder das, was von ihm übrig ist. Aber ich weiß nicht, wie lange das noch gut geht.“ Harvey schaltete den Blinker, bog auf eine Landstraße ein. „Klingt, als würdest du schon mit einem Fuß draußen stehen.“ „Vielleicht.“ Ich blickte aus dem Fenster auf die kahlen Felder. „Und gleichzeitig will ich, dass es wieder so wird wie am Anfang.“ „Und du?“ Ich drehte den Kopf zu ihm. „Hast du deine Freundin noch?“ Er grinste schief, warf mir einen kurzen Seitenblick zu. „Kurz. Hab sie ausgewechselt.“ Ich hob eine Augenbraue. „Du bist also immer noch in den Wechseljahren.“ Er lachte leise, ein kurzes, kehliges Geräusch, das sofort wieder verklang. „Stimmt. Und mit der Neuen… bin ich auch schon nicht mehr glücklich. Egoistisch, kontrollsüchtig. Wenn was nicht passt, rennt sie zu ihren Eltern, statt mit mir zu reden.“ Ich musterte ihn im Profil. „Klingt, als würdest du auch schon nach einem Ausweg suchen.“ Er zog die Mundwinkel leicht nach oben. „Wir zwei waren schon immer gut darin, mitten im Sturm so zu tun, als hätten wir alles im Griff.“ „Wie damals in deiner Maisonette-Wohnung.“ Er lachte auf. „Die Ratten waren eingesperrt, Snow. Der Käfig hätte niemals nachgegeben.“ „Ja – aber sag das mal meinem Puls damals.“ Seine Hände lagen locker am Lenkrad, der Blick kurz zu mir, dann wieder auf die Straße ge-wandt. „Was brauchst du? Kann ich dir irgendwie helfen?“ Ich schüttelte den Kopf, ein dünnes Lächeln auf den Lippen. „Gerade nicht. Ich gebe bald meine Abschlussarbeit an der Uni ab. Danach… suche ich mir einen Job. Wenn das mit meinem Gatten bis dahin noch hält, werde ich mich zurechtfinden. Und hoffentlich etwas finden, das mir Spaß macht.“ „Und dann?“ „Vielleicht geht’s mir dann auch in der Ehe wieder besser.“ „Oke, du weißt ja – kommt Zeit, kommt Rat und dann die Tat“, sagte er schließlich und warf mir einen kurzen, ernsten Blick zu. „Wenn du mal was brauchst, melde dich einfach.“ Ich nickte, hielt seinen Blick einen Moment länger, als nötig gewesen wäre. „Weiß ich.“
01.09.2025
08:10 Uhr
Ich finde, du kannst so gut schreiben, so dass ich einfach mitlesen muss. Wobei ich mit den Hauptdarstellern etwas Probleme habe, wegen diesen Farben. Aber ich habe auch wenig Fantasie, ich sehe auch selten Figuren aus Wolken :wink: Lese gerne weiter mit.
31.08.2025
18:19 Uhr
Danke Marion :rose:
30.08.2025
10:35 Uhr
Guten Morgen Snow, Ich finde dein Buch ist eine tolle Idee :butterflyflower Bin erstaunt wie viel Fantasie du hast. Weiter so. :wink: LG Marion
29.08.2025
20:18 Uhr
4 Adventskranz – Die erste kleine Flamme Die Sonne schob sich zaghaft durch die Ritzen der Vorhänge, dennoch verschlief ich an die-sem sonnigen Sonntagmorgen. Als ich die Augen öffnete, war ich noch halb in meinen dun-kelsten Träumen gefangen. Der Wecker hatte längst aufgegeben, die Schlummerfunktion ka-pituliert. Mit einem Ruck schwang ich mich aus dem Bett. Die Kälte des Bodens biss in meine Füße. Unter der Dusche ließ ich das Wasser viel zu heiß laufen, bis meine Haut brannte, als müsste die Hitze das innere Frösteln vertreiben – was nicht gelang. Die Nordic-Walking-Stöcke lehnten in der Ecke, wie zwei stumme Zeugen eines Lebens, das ich zu kontrollieren versuchte. Ich griff danach, setzte meine weiße Mütze auf, zog die Sonnenbrille tief ins Ge-sicht. Ich musste raus. Weg. Die Gedanken und Träume abschütteln, bevor sie wieder zu laut wurden. Das Telefon vibrierte auf der Anrichte. Mutter Rosarot. Ich ließ es so lange vibrieren, bis es von selbst verstummte. Ich trat vor die Tür, atmete die klare, kalte Luft ein und marschierte los. Schritt für Schritt, als könnte die Bewegung mich von allem lösen. Doch die Kälte kroch mir nur tiefer in die Kno-chen. Und dann war der Gedanke wieder da – leise zuerst, wie ein Tropfen in einem leeren Raum, dann laut und schwer: Hatten Totenschwarz oder Schwarzgold etwas mit Marcs Tod zu tun? Ich wusste es nicht. Seit über fünfzehn Jahren. *** Der Weg in den Wald begann als schmaler, matschiger Kiesstreifen, auf dem man leicht weg-rutschte. Über mir griffen dunkle Nadelzweige ineinander, dicht wie ein Dach, das den Himmel fast ganz verschluckte. Das Licht fiel nur in schmalen, flackernden Bahnen auf den Boden. Meine Stöcke stießen im gleichmäßigen Takt in den weichen Boden – tock, tock. Links lagen kahle, gefrorene Äcker, deren Erdschollen hart wie Stein wirkten, rechts Wiesen unter einer makellosen Schneedecke, die in der Wintersonne glitzerten wie feine Diamanten. Jeder Atemzug stieg als kleine Dampfwolke in die helle, kühle Waldluft. An einer Lichtung blieb ich stehen und trank einen Schluck aus meiner Wasserflasche. Mein Blick fiel auf eine kleine Wanderbank, deren Holzlatten von der Mittagssonne getrocknet wa-ren. Ich setzte mich und zog die Kopfhörer aus dem Rucksack. Ein Klick, und die Musik flutete meine Synapsen. Die Stimme der Sängerin, klar und nah, wie aus einer anderen Zeit zog mich in ihren Bann: [i] Una storia che vale – Laura Pausini[/i] Und ein Leben ist nicht genug um eine wahre Geschichte zu vergessen In deine Augen, die dabei sind, mich anzuschauen, vergiss das nicht! Es ist schwer für mich, lernen zu leben Ich muss nicht meine Gegenwart verlassen, unvermittelt ohne dich … Denn ein Leben ist nicht genug, um zu vergessen ,wie man lieben kann An deinen Name und an deine Stimme zu denken, fühle ich mich nicht schlecht Und ein Leben ist nicht genug, um eine wahre Geschichte zu vergessen In jede kleine Einzelheit, vergiss das nicht, vergiss das nicht! Die ersten Töne legten sich über meine Gedanken wie eine Decke. Ich lehnte mich zurück, zündete mir eine Zigarette an, schloss für einen Moment die Augen – und die alten Bilder übermannten mich. Nach dem Abschlussball packten Marc und ich unsere Sachen. Ich stand am Straßenrand, sah zu, wie er den letzten Karton in den Kofferraum wuchtete. Ein kurzer Blick zurück – kein Wort, nur dieses halbe Lächeln, das mehr versprach, als wir halten konnten. Er fuhr nach Bayern. Ich in die Goldstadt. Knapp fünfhundert Kilometer lagen jetzt zwischen uns. Wir blieben in Kontakt. Briefe. Postkarten. Nichts, was jemand falsch verstehen konnte. Wir wussten beide, warum. Während ich mich wieder mit gleichmäßigen Schritten durch den matschigen Waldboden schob, drangen einzelne Sonnenstrahlen wie dünne Goldfäden durch das dichte Nadelge-flecht über mir. Der Takt meiner Stöcke passte zum Beat in meinen Kopfhörern – gleichmäßig, fast beruhigend. Und dann tauchten sie auf – die Zeilen seiner letzten Nachricht, sorgfältig in krakeliger Schrift auf eine Postkarte mit graublauen Bergen im Hintergrund geschrieben: „Ich habe mich sehr über deinen Brief gefreut. Man kann wirklich nichts ohne dein Wissen tun! ? Bin momentan… Es schüttet gerade wie aus Eimern. Ich weiß noch nicht wann ich am Freitag zu Hause bin, aber melde dich einfach.“ Ich musste lächeln, obwohl es leicht in der Brust stach. Für einen Moment war es, als wäre der Wald heller, der Boden weicher und die Luft wärmer. Am Horizont schoben sich die ersten kleinen Wölkchen wie träge schwarze Schafe über den blasser werdenden Winterhimmel. Eine kühle Brise strich durch die hohen Stämme, trug den Duft von feuchtem Moos und altem Harz mit sich, ließ die Zweige leise rauschen. Ich nahm die Kopfhörer ab. Knacken. Irgendwo brach ein kleiner Ast unter unsichtbaren Schritten. Vielleicht ein Reh. Vielleicht nur der Wind. Ich blieb stehen, lauschte – und ein Lächeln huschte über mein Gesicht. Dieser Klang, dieses leise Atmen des Waldes, machte mich für einen Moment leichter. Gerade lange genug, um mir eine weiße Davidoff anzuzünden, den Rauch in der kla-ren Luft zu schmecken. Dann kamen die Erinnerungen zurück – nicht laut, nicht stürmisch, sondern schleichend wie Nebel, der erst sanft die Konturen verwischt und dann plötzlich alles verschluckt. Fetzen, unscharf und doch messerscharf zugleich. Ich hatte es immer geahnt, tief in mir, dass es mit meinem Vater eines Tages schlimm enden würde. Vielleicht hätte ich ihn nicht überreden sollen, aufzuhören – damals, als die Bank meine Unterlagen den Ermittlern aus-händigte. Vielleicht hätten wir es noch rechtzeitig über die Grenze geschafft, in Sicherheit. Aber „vielleicht“ war ein Wort, das in meiner Familie keinen Platz hatte. Meine Familie hatte Recht: Der Feind hört immer mit. Über mir verdichteten sich die Wolken, die eben noch wie harmlose, schwarze Schafe gewirkt hatten, zu einer schweren, grauen Wand. Die Brise frischte auf, roch jetzt nach nassem Holz und Erde, nach etwas Kaltem, Altem. Ein erstes, feines Nieseln setzte ein – so zart, dass er kaum die Haut berührte, und doch genug, um die Luft schärfer und frostiger wirken zu lassen. Der Rhythmus meiner Schritte verlangsamte sich unwillkürlich. Ich sog den Rauch meiner Davidoff tiefer ein, als wollte ich die Wärme festhalten, bevor sie sich verflüchtigte. Der Nieselregen traf mein Gesicht, kalt und spitz wie winzige Nadeln. Über den Wipfeln ver-dichteten sich die Wolken zu einem einzigen bleiernen Block. Und dann waren sie da – nicht sanft, nicht schleichend, sondern wie eine Tür, die ohne Vorwarnung aufgestoßen wird: die Schatten der Vergangenheit. Scharf, kalt, ungebeten. *** Am Valentinstagmorgen in der Goldstadt. Der Schlag gegen meine Wohnungstür, so hart, dass das Holz splitterte. „Gesichert!“ Frostige Stimmen, befehlsgewohnt. Schritte. Metall auf Metall. Dann brachen sie herein – ein Trupp maskierter Staatsmänner, schwarz wie die Nacht. Helme. Kugelsichere Westen. Ma-schinenpistolen im Anschlag. Mein sicher geglaubtes Zuhause wurde in Sekunden zu einem Tatort. Mein Körper erstarrte. Die Luft blieb mir im Hals stecken, scharf wie Glassplitter. Ich wusste nicht, ob ich noch träumte – doch ich war hellwach. Kein Traum. Keine Verwechslung. Nur das Dröhnen meines Herzschlags in den Ohren und dieser beißende Angstschweiß, der jede Be-wegung lähmte. Plötzlich diese Gewissheit – schwer wie Blei: [b]Nichts würde je wieder so sein wie zuvor.[/b] Observiert. Abgehört. Zensiert. Ausgeliefert. Jeder Brief, jedes Telefonat ein potenzielles Be-weisstück. Worte, so gefährlich wie eine Bombe. Ich schwieg. Wollte nur meine Ruhe. Aber mit Dad gab es keine Ruhe. Nur diese unausgesprochene Drohung – klar, kalt: Wer nicht schweigt, stirbt. Mein Vater war wieder einmal das Gesicht in den Abendnachrichten, während Schwarzgold längst über die Grenzen verschwunden war. *** Der Nieselregen hatte sich in feinen Eisregen verwandelt, der mein Gesicht wie eine starre Maske umhüllte. Plötzlich blieb ich im unebenen Matsch des Waldbodens stecken, als hätte er mich festhalten wollen. Ich rang nach Luft. Klar, jetzt mit dem Rauchen aufhören. Perfektes Timing, murmelte ich. Ein paar Schritte weiter öffnete sich der Fichtennadelwald, und vor mir stand ein schlichtes Wegkreuz. Das Akazienholz war dunkel vom Regen, am Sockel lag ein frischer kleiner Strauß weißer Rosen mit Vergissmeinnicht, überzogen von einer dünnen Schneeschicht. Über dem Corpus Jesu perlten Eiskristalle, die im schwächer werdenden Licht zu schmelzen begannen. Der Wind ließ nach. Die graue Wand über mir in der Troposphäre riss langsam auf, als hätte jemand vorsichtig einen schweren Vorhang beiseitegeschoben. Zwischen den Bruchstücken zeichneten sich blasse, klare Streifen Himmel ab. Aus Eisregen wurde Schneeregen, dann leichter, tanzender Schnee, der sanft auf meinen Schultern zerging, kaum spürbar, und doch wie eine stille Geste des Trostes. Ich blieb stehen. Mein Blick ruhte auf diesem stillen, leiden-den Gesicht. Der erste Advent – Zeit der Vorbereitung, des Wartens, der Hoffnung. Und der Wachsamkeit. Seid wachsam, denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Die Worte aus alten Predigten klangen in mir wie ein fernes Echo. Wachsamkeit richtet sich nicht nur nach außen – manchmal zwingt sie dich, auch nach innen zu sehen. Und die schwerste Prüfung ist nicht die vor Gericht – es ist die vor dem eigenen Gewissen. Und was dann? Vergeben…? [i]Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.[/i] Der Schnee fiel weiter, leise, als wolle er die Welt zudecken. Alles reinwaschen. Alles vergessen machen. Geduld, flüsterte eine Stimme in mir, ist die Fähigkeit, beim Warten die richtige Haltung zu bewahren. Ich stellte die Stöcke neben mir in den Schnee, löste für einen Moment den Griff und ließ meine Finger in der kalten Luft kribbeln. Mein Blick wanderte zurück zu dem Kreuz. Wahre Nähe, dachte ich, beginnt mit ehrlicher Dankbarkeit.
29.08.2025
18:50 Uhr
[quote=Snowwhite_99] man muss die Balance zwischen beiden Wölfen als Ziel bzw. Sieg anvisieren. [/quote] .....Akzeptanz und Erkenntnis
29.08.2025
15:30 Uhr
Bin gepannt auch euer Feedback :heart::heart: und ob euch die Mischung aus Nikotin, Krimi und Thriller gefällt.
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