20.10.2020
16:59 Uhrbearbeitet:
20.10.2020
17:00 Uhr
[quote="turmalin"]
- habe ich zuviele Aufgaben und die Tendenz ist steigend, ebenso sind sie belastend.
- Ich muss einen Weg finden hier besser einzuteilen, Entlastung zu schaffen,
- Ich bin zu eingespannt um mich zu entspannen
- unter diesen Bedingungen das Beste aus unserem Leben machen
- nächste Aufgabe ist es zu lernen besser zu entspannen!
[/quote]
Liebe Ulrike,
ich nehme Deinen Post als Anlass über etwas zu schreiben, was mir immer wieder begegnet und ich glaube hier haben wir uns in eine Sackgasse begeben.
Woran liegt es, dass wir Menschen zur Zeit in einer solchen Selbstoptimierungswelle stecken?
Überall lese ich von Resilienz, Meditationsübungen, mit Stress besser umgehen, Lotuseffekt und, und, und ...
Jede neue Erfindung, die unser Leben leichter machen sollte, dient letztendlich nur dazu, dass wir mehr machen müssen. Sei es die Waschmaschine, ein neues Computerprogramm oder der Kurs: "wie kann ich positiven Stress ausnutzen" den der Arbeitgeber uns bezahlt. (anstatt einen zusätzlichen Mitarbeiter einzustellen)
Wir holen uns buddistische Hörbcher für die Meditation in der Straßenbahn, eine Achtsamkeits-App die uns einmal stündlich durch einen Ton erinnert "jetzt bitte achtsam sein", Atemübungen für zwischendurch, Yoga auf you-tube...
(es gibt Resilienz-Management :roll: )
aber den Sinn von Meditation haben wir nicht verstanden, nämlich sein Innerstes zu erkennen; den (Sinn) gibt es nicht als Instantpulver, Erleuchtung to go, mit nur täglich 2x 5 Min denken wie ein Buddha
anstatt das Beste aus uns selbst herauszuholen um leistungsfähig zu bleiben, sollten wir unsere Grenzen erkennen und diese annehmen.
Wenn Du sagst Du bist zu eingespannt um zu entspannen, dann sollte die Lösung nicht sein Deine Entspannungstechniken zu verbessern sondern Dein Eingespanntsein aufzulösen.
Entspannung braucht nur etwas Zeit, [b]freie[/b] Zeit (keine optimiertes Zeitfenster)
Statt Selbstoptimierung brauchen wir Selbstpflege
wir sollten eine Diät machen, nicht "Friss die Hälfte" sondern "Leb die Hälfte"
Es gibt diese Indianergeschichte (in vielen Erzählweisen)
Ein alter Indiander fährt das erste Mal in seinem Leben mit einem Zug, als er am Ziel angekommen ist setzt er sich auf den Bahnsteig und wartet. Auf die Frage warum er das tue antwortet er "ich warte auf darauf, dass meine Seele nachkommt"
Achte gut auf Dich liebe Ulrike, denn auch Dir soll es gut gehen und nicht nur Deinen Alten.
LG von Paul