16.03.2024
21:49 Uhrbearbeitet:
16.03.2024
21:55 Uhr
[i]Mein Haus,
in meinem Haus gibt es viele Zimmer
und die habe ich alle selbst gebaut, eines nach dem anderen.
Es gibt ganz kleine Butzen aus zusammengestellten Stühlen und einer Decke darüber, es gibt ein kleines, verstecktes Baumhaus und ein großes Zimmer mit einer Aussicht auf ein herrliches Tal in den Alpen.
Es gibt helle und fröhliche Zimmer aber auch dunkle Ecken. Zimmer die ich verschlossen sind, von denen ich nicht mehr so genau weiß, was da drin ist oder wo sich der Schlüssel befindet und Zimmer von denen ich leider sehr genau weiß was sich darin verbirgt.
Ich habe auch ein Musikzimmer in dem steht ein Klavier, meine alte Gitarre und eine Jukebox, die kann alle Lieder und Melodien spielen die ich je in meinem Leben gehört habe.
Und dann gibt es da noch meinen Blauen Salon, mein Raucherzimmer, dies ist ein ganz zentraler Raum den ich schon früh gebaut habe und der Verbindungen zu fast allen anderen Räumen hat, die danach entstanden sind. Der Salon ist wie ein riesiger Pavillon mit Fensterfronten und Türen in alle Himmelsrichtungen.
Ich habe mich aber entschieden diesen Raum nicht mehr zu nutzen…
Und jetzt kommt mein Dilemma, diese Räume sind meine Erfahrungen und Erinnerungen und daher kann ich sie nicht mehr ändern, ich kann keines dieser Zimmer abreißen oder an eine andere Stelle bauen.
Wenn ich den blauen Salon meiden wollte müßte ich große Umwege machen oder könnte in manche Zimmer nicht mehr gelangen.
Schon seit längerem bröckelt die Farbe von den Wänden und sind viele Dielen morsch geworden und ich bin auch schon öfter mit dem Fuß durchgebrochen, aber wenn man nicht so genau hinschaut sieht er eben doch wunderschön aus...[/i]
An diese Geschichte meines blauen Salon habe ich mich heute, durch einen Post von Fiordaliso in ihren Wz erinnert. Ich habe sie vor gut 5 JAHREN geschrieben als ich merkte, dass in meinem Leben so gut wie alles mit Rauchen verknüpft ist und zu jeder x-beliebigen Situation mir plötzlich und unerwartet ein Verlangen nach einer Zigarette in den Kopf kommen konnte.
Meine einzige Chance war es den Raum als solchen zu akzeptieren und einen Weg zu finden nicht mit dessen Existenz zu hadern.
Mir ist der Rauchstopp sehr schwer gefallen, es gab einige Punkte an denen ich fast aufgegeben hätte.
An alle die gerade am Anfang stehen oder denen es so schwer fällt wie mir, die der Zigarette nachtrauern, die sich nicht sicher sind ob sie durchhalten können möchte ich hier sagen:
nur weil es schwer ist, ist es nicht unmöglich. Nur weil ich die Zigarette noch länger vermisst habe, heißt das nicht, dass ich nicht wirklich rauchfrei werden wollte.
Setzt mal die Zeit in der wir geraucht haben mit den Tagen oder Monaten der Rauchfreiheit in eine Relation zu einander; sich nach Jahrzehnten von einer Sucht abzunabeln darf ruhig einige Monate dauern bis das neue Verhalten anfängt einem auch zu gefallen.
Ich wünsche Euch allen viel
„ich will ….“ und „ich kann …“