Au weia,
mein lieber Klicker, das hört sich so nach einer Mischung aus den Anfangstagen des Nichtrauchens und etwas ganz neuem an.
Ich denke wir pellen gerade unsere eigene Zwiebel ab, Schicht für Schicht von Außen nach Innen, und jede Schicht hat uns etwas anderes etwas Neues von uns zu erzählen.
Zu erst haben wir uns die vertrocknete, nikotingefärbte Haut abgezogen, die nicht mehr zu uns passte, das war leicht und wir waren so stolz auf uns. "Ja, endlich habe ich es getan ..."
Danach kam die erste dicke Schicht der Angewohnheiten, das tat schon etwas weh an der einen oder anderen Stelle.
Jeder hatte so seine Lieblingszigaretten, nicht wahr? Aber auch das war relativ einfach, Dinge die wir häufig wiederholen lassen sich auch schnell abgewöhnen (nicht mehr nach dem Frühstück, nicht mehr zur Pause, usw. )
Danach wurde es schon kniffeliger, in der nächsten Schicht verbargen sich unsere Emotionen wie Wut, Angst, Lust, diese Grobgestrickten, die für alles und nichts gut sind. Wie sollten wir denn nun reagieren wenn uns unser altbewährtes Ventil nicht mehr zur Verfügung steht
-> zulassen, aushalten und anschauen war mein Rezept für diese Schicht.
Nächste Ebene der Emotionen war noch schwieriger weil sie so relativ selten vorkommen, dass man sie schlecht "trainieren" kann, Euphorie, Verliebtheit, Verletzlichkeiten, Hilflosigkeit, oft Emotionen denen wir als gereifter Mensch vermeintlich gefestigt begegnen können. Aber ohne Zigarette sind wir dann doch ins Schlingern geraten.
Und dann treten wir so langsam in die Welt hinein die ganz und gar Vergangenheit ist,
warum haben wir denn mal angefangen zu rauchen? was trieb uns an dem widerlichen Geschmack zum trotz weiter das Rauchen zu üben? trotz der Übelkeit, dem Schwitzen, dem Schwindel
weil wir cool sein wollten? dazu gehören wollten?
oder eher weil wir es nicht leiden konnten nicht zu rauchen, wie Herr Spitzer behauptet
Warum brauchte ich die Zigaretten um ICH zu sein und andere brauchten sie nicht ???
Lieber Klicker, ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es wichtig ist sich diese Fragen immer mal wieder zu stellen. Und wenn der Clown in [b]meinem[/b] Kopf mich wieder versucht an die guten alten Tage zu erinnern, frage ich mich heute ob ich es nicht vielleicht doch schaffen kann in diesem Leben ein echter Nichtraucher zu werden und kein Nicht-mehr-raucher wie ich bis dato glaubte.
Es ist an der Zeit sich ein neues Ziel zu suchen; Klicker, ich bin mir sicher da ist noch viel mehr, lass uns die nächste Tür öffnen. Der Weg bis hierher war nur ein Vorgeschmack.
In meinem Thread: [u]"Freunde bleiben nach dem Rauchstopp? oder "Ich, ich, ich ...." "ja, und ich ?"[/u] (erinnerst Du Dich? ) schrieb mir Markus alias "BesuchvonMarkus": "es werden noch erstaunliche Veränderungen auf Dich zukommen..."
und ich fühle, dass er damit Recht hatte.
wie hat PUR mal gesungen
:gitarre:
....
Und ein kleiner Junge nimmt mich an die Hand
Er winkt mir zu und grinst
....
Komm, ich zeig dir was
Das du verlernt hast vor lauter Verstand
Komm mit, komm mit mir ins Abenteuerland
Auf deine eigene Reise
Komm mit mir ins Abenteuerland
Der Eintritt kostet den Verstand
Komm mit mir ins Abenteuerland
Und tu's auf deine Weise
Deine Phantasie schenkt dir ein Land
Das Abenteuerland
Mein lieber Freund, ich wünsche Dir eine schöne Reise.
LG von Paul
P.S. übrigens auf der Bourn-out Scala schätzt man sich so gut wie immer falsch ein
Bitte achte gut auf Dich.