Ihr Lieben,
Danke, danke, danke (ich glaube ich habe so schon einmal angefangen...) für Eure lieben Glückwünsche.
Ja, 66 Tage sind schon toll.
@Furia: Was ich gerade lese habe ich Dir schon in Deinem Wozi geschrieben. Kam mir gar nicht so heldenhaft vor. Aber jetzt, wo Du es so schreibst... :riesengrinser:
@christian: Dein Lotsenlob geht runter wie Butter. Danke und mal eine :smileumarmung: für Dich und den tollen Job den Du machst.
@Wasserratte Stefanie: Es ist mir immer eine Freude Dich in meiner guten Stube zu sehen. Ich hoffe das mit dem Kino klappt bei dir.
@panini: I'am sixtyfour von den Beatles. Jepp. Nur: ich hatte schon mit 18 schütteres Haar :D
@silke: Auch Dir Danke ich für deine treuen Besuche und Gratulationen. Es tut so gut wenn auch alte Hasen gerne bei mir sind. Du wirst immer 500 stolze Tage vor mir unterwegs sein.
@Sunny-Ya: Danke Dir für Dein Lob. Ist schön Feedback zu erhalten.
@und noch mal Stefanie: keiner ist sauer, da sei mal ganz beruhigt. Der Fruchtcocktail war ja eine süsse Idee von Dir. Und lecker war er auch. Danke. Und noch etwas: Ob virtuell oder in echt, die guten Vibrationen sind das Geheimnis. Wenn ich Dir ein gutes Gefühl damit geben kann habe ich alles richtig gemacht. :D.
Danke das ihr einfach da seid.
So, jetzt noch etwas für:
Mein liebes Rauchfreitagebuch,
heute habe ich mal wieder die Tabackration der kommenden Woche für meine liebe Frau gekauft. Und als die Päckchen da so vor mir auf dem Tresen lagen, habe ich mir diese Bildchen darauf noch einmal angeschaut. Und da fiel mir ein, dass es für mich, neben vielen anderen Gründen, auch einen weiteren Grund gab, weshalb ich auch mit dem Rauchen brechen wollte. Und das waren diese Bilder. In meiner Wahrnehmung vermitteln sie sugestive Gewalt - gepaart mit meiner Überzeugung der sich selbst verwirklichenden Prophezeiung; ein sehr gefährliches Gemenge.
'Was sollen diese Schockbilder eigentlich bewirken?', habe ich mich gefragt. Durch die Komposition der beiden Substantive Schock und Bilder und deren Veröffentlichung auf Verpackungen von Tabackerzeugnissen soll uns, den (Unwissenden) Verbrauchern, optisch vor Augen geführt werden, welche Folgen das Rauchen haben kann. Das liegt auf der Hand. Weiter: Für Tabackkonsumenten direkt und für desselben näheren sozialen Umfeld indirekt wird plakativ dargestellt wohin der Tabackkonsum führt (nicht führen kann - dafür sind die Bilder zu eindeutig) . Die Entscheider dieser Schockbilder haben den Focus ganz gezielt darauf gestellt, Emotionen zu erzeugen. Raucher wie Nichtraucher werden zwangsläufig damit konfrontiert und somit angesprochen. Die, durch die Bilder erzeugten Emotionen, sind allesamt negativer Natur und Angst ist die archetypische Emotion davon. Aber wie reagiert die menschliche Psyche auf Angst? In der Psychsomatik wird beschrieben, das bei Angst das Immunsystem geschwächt wird und somit die Gefahr zunimmt, Krankheiten eine geringere Barriere zu bieten - sie können sich schneller und nachhaltiger etablieren. Die Haut altert schneller. Die Gelenke entzünden sich leichter. Das Herz wird belastet, weil Herzfrequenz und Blutdruck steigen. Das Infarktrisiko erhöht sich. Die Lungefunktion flacht ab und somit wird der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt - unter Stress wird nicht mehr so tief eingeatmet. Der aufkommende Erregungszustand erzeugt ein angespanntes Hecheln. Eine grössere Gefahr für Infektionen ist gegeben, da das Immunsystem im Angst-Modus auf Sparflamme gefahren wird. Der Magen produziert mehr Magensäure. Übelkeit, Magengeschwüre oder ein sogenannter Reizmagen können die Folge sein. Kurzum: Angst erzeugt Stress. Paradox: Viele dieser Beschwerden treffen auch auf den Konsum von Tabackprodukten zu.
Die Bilder finden ihren Zugang ohne Umweg in das Unterbewusstsein, welches nur Bilder verarbeiten kann. Und das etliche Male am Tag, immer wenn der Bild bewusst aber auch unbewusst erfasst wird. Und nochmals angemerkt: Raucher wie Nichtraucher, Erwachsene wie Kinder müssen das ertragen.
Jetzt sollen die Bilder ja eigentlich nicht nur Angst erzeugen, sondern es sollen ja auch Schockbilder sein. Wie reagiert ein Mensch auf Schock? Da gibt es nur drei Möglichkeiten: Erstarrung, Kämpfen oder Flüchten. Und wie reagiert ein Mensch auf Schock, bei dem eine Assiziationskette in Verbindung mit Tabackkonsum besteht? Die Reaktionen können sehr unterschiedlich sein. So kann zum Beispiel bei Erstarrung der Übergang in die Lethargie nicht mehr weit sein und es wird weiter geraucht. Die Grundstimmung des Erstarrten kann Hilflosigkeit in allen Ebenen sein. Die daraufhin aufkommende Ohnmacht findet nur eine halbwegs gangbaren Weg: Wegschauen und Weitermachen.
Die Hilflosigkeit in einer erstarrten Wahrnehmung ist die reine Ohnmacht. Betroffene sind ohne Macht und ergeben sich schlicht und einfach dem Schicksal.
Werden die Bilder von einem kämpfenden Menschen wahrgenommen gibt es viele Möglichkeiten darauf zu reagieren: "Das passiert mir nicht, es trifft immer die anderen, ich bin stark und bekomme sowas nicht", oder aber auch: "Ich mache mehr Sport, ernähre mich gesünder" könnten Aussagen eines kämpfenden Süchtigen sein. Und wenn es wirklich zweckbestimmt läuft mit den Schockbildern, dann denkt dieser Kämpfer auch über das Nichtmehrrauchen nach.
Und handelt es sich um einen flüchtenden Menschen, wird dieser wahrscheinlich schicke Taschen für seine Zigarettenpäckchen kaufen, den Kontakt zu den Bildern meiden und/oder sagen das da nur Schauspieler und Maskenbildner ganze Arbeit geleistet haben. Er läuft davon.
Erstarrung ist allerdings die häufigste Reaktion auf Schock. Seltener kämpft oder flüchtet jemand.
Und nicht nur Tabackkonsumenten sind Opfer dieser bildhaften optischen Vergewaltigung. Auch Nichtraucher und hier auch Kinder sind diesem Missbrauch von sugestiver Gewalt hilflos ausgeliefert.
Ich bin der Überzeugung, dass diese Bildchen und Warnhinweise auf Tabackprodukten mindestens genauso schädlich für den menschlichen Organismus und die Psyche sind, wie der Tabackkonsum selbst. Gut gemeint aber, wie so oft, nicht gut gemacht und vor allem nicht zu Ende gedacht.
Ich möchte nicht behaupten, dass die Bilder bei mir dazu geführt haben, mit dem Rauchen aufzuhören. Nein, da waren andere Gründe sehr viel gravierender als dieser kindische Aufklärungsversuch. Habe meinen Taback schon immer (noch bevor es die Bilder gab) in einem Tabackbeutel verstaut. Vielmehr haben mir die Bilder einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, allgemein akzeptierte Veröffentlichungen zu hinterfragen.
So, genug schwadroniert. Ich glaube dies ist mein buchstabenstärkster Beitrag bislang. Vielleicht habt ihr eine andere Meinung dazu. Gerne können wir ja hier eine Philisosophenrunde eröffnen. Ihr wisst ja, ist ein Hobby von mir :riesengrinser:
Bis dahin: Euch allen ein tolles Wochenende.
Alles Liebe,
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